Schatz, Klaus

Allgemeine Konzilien, Brennpunkte der Kirchengeschichte

Allgemeine Konzilien, Brennpunkte der Kirchengeschichte
  • Verlag: UTB, Stuttgart
  • Erscheinungsdatum: 2008-02-01
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 360
  • ISBN: 3825219763
  • EAN: 9783825219765
  • Amazon.de Verkaufsrang: 286.795
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Beschreibung von buecher.de

Nach Hubert Jedins Kleiner Konziliengeschichte von 1959 stellte eine neue Konziliengeschichte, die natürlich auch das 2. Vatikanum einzuschließen hatte, ein dringliches Desiderat dar. Nicht nur die Zahl der ökumenischen Konzilien, auch die Geschichte der Konzilien an sich präsentiert sich uns seit Jedin wesentlich komplizierter, verwirrender und auch konfliktreicher. Aber gerade darin offenbaren Konzilien immer wieder besonders das Verflochtensein der Kirche in die Geschichte und die jeweilige 'Welt'. Umso notwendiger ist eine griffige grundlegende Vermittlung theologischer und historischer Forschungen und Erkenntnisse, die auch die früheren Konzilien in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Dieses Buch wendet sich an Studenten wie aber auch an theologisch und historisch interessierte Laien.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 10 von 10 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ein gut zu lesender Ueberblick - aber auch nicht mehr

Klaus Schatz packt hier wirklich ein "heisses Eisen" an. In den Konzilien wird - wie der Titel schon andeutet - tatsaechlich Kirchengeschichte fokussiert. Wenn es ganz brenzlig wird, wenn Dinge ganz umstritten sind, wenn Streitfragen wirklich unter den Naegeln brennen, dann ist es in der Kirche Zeit fuer ein Konzil. Und fast immer hat es - wenn auch oft mit Verspaetung - dann auch eines gegeben. Sie sind alle in dem vorliegenden (eigentlich relativ kleinen) Baendchen dokumentiert, jeweils mit ihrer Vor- Nachgeschichte. Kleinere Konzilien werden unter ihren oft gemeinsamen leitenden Intentionen in einem Kapitel behandelt - das erleichtert die Zuordnung und dient der Uebersichtlichkeit. Fuer die letzten drei grossen Konzilien (Trient sowie die beiden vatikanischen) ist der komplette zweite Buchteil reserviert, was ihrer Bedeutung angemessen erscheint. Immerhin sind sie ja im Sinne des Titels Brennpunkt von ueber 500-jaehriger Kirchengeschichte. Schatz schreibt auch hier in seinem gewohnten, gut lesbaren Stil. Allerdings - es handelt sich eben um Brennpunkte - ist die Thematik manchmal sehr komplex und zum Glueck auch nicht ganz trivial dargestellt. Ein wenig Muehe kostet das Lesen hier vor allem dem nicht ganz so Kirchengeschichtskundigen. Wer allgemeinere Gedanken zum Thema Konzil sucht oder einen Zugang zur Kirchengeschichte, der sollte sich nach einem geeigneterem Werk umschauen.Schat" Konzilienband eignet sich meines Erachtens aber sowohl fuer denjenigen, der sich einen fundierten Ueberblick ueber Inhalt und Ablauf einzelner (oder aller) Konzilien verschaffen moechte, auf Details aber verzichten kann, als auch fuer den, der an Entwicklung von Theologie in Verbindung mit dem kirchlichem Lehramt interessiert ist - wo liesse sich das besser ablesen als an den Konzilien, und wo liesse sich das schoener lesen als bei Schatz?

Diese Rezension von Christoph Naue fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Besser kann man 21 Konzilien auf 360 Seiten nicht darstellen

Nun, für den Durchschnittsleser wirkt der Titel vielleicht nicht danach, das Werk sofort zu lesen.

Ich entdeckte das Buch zufällig in einer Buchhandlung (ich suchte eigentlich ein anderes) und dachte mir, eine Zusammenfassung der Konzilien wäre doch sicher interessant.

Ich wurde keinesfalls enttäuscht; das Buch war wirklich fesselnd!

Ich bin kein Theologe, sondern ein lediglich ein interessierter Laie. Die Frage, wie 1870 der Papst die Mehrheit der Bischöfe "rumgekriegt" hat, für die päpstliche Unfehlbarkeit zu stimmen und sich selbst als Konzil damit quasi zu entmachten, hatte mich schon länger beschäftigt. Und das Nicäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis kannte ich auch (auch wenn das, wie ich hier lernte, eigentlich erst auf dem Konzil von Chalkedon in dieser Form [vom "Filioque" abgesehen] kodifiziert wurde. Aber sonst war mein Wissen eben das eines interessierten Laien - welche Konzilsdaten lernt man heute noch im Religionsunterricht?

Die erste Überraschung war, daß anfangs oft erst nach Jahrhunderten klar wurde, welche Synoden oder Konzilien überhaupt als "ökumenisch" anzusehen seien.

Man liest in dem Buch von Menschen, die ernsthaft um den wahren Glauben bemüht waren, auch wenn man sich heute schwer vorstellen kann, daß Menschen sich die Schädel einschlagen wegen der Frage, ob Maria Gottesgebärerin oder "nur" Christusgebärerin zu nennen sei. Man liest aber auch von Konzilien, in denen die Glaubensfragen nur Randthemen waren und es in Wirklichkeit um die Macht der einzelnen Patriarchate oder gar nur einzelner Personen ging. Man liest von Konzilien wie Konstanz, die die Einheit der Kirche nach langem Schisma erfolgreich wiederherstellten.

Und man erfährt, daß beim Konzil von Trient, was in meiner Vorstellung immer das war, das sich bewußt vom Protestantismus abgegrenzt hatte, sogar protestantische Vertreter eingeladen und erschienen waren (mit denen es allerdings zu keiner Verständigung kam), und meine Vorstellung, der Laienkelch sei bis zum 2. Vatikanum als hussitisches Teufelswerk verdammt gewesen, stimmt so auch nicht; diese Frage wurde in Trient ernsthaft diskutiert und die Kommunion in beiderlei Gestalt beispielsweise in Bayern gestattet, um eben die Tür zu den Protestanten nicht zuzuschlagen (diese Regelung führte allerdings im Volk eher zu Verwirrung und wurde schon nach wenigen Jahren widerrufen.)

Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und für Nichttheologen absolut verständlich; als einzigen Kritikpunkt könnte man aufführen, daß fast 1700 Jahre Kirchengeschichte (ab dem Jahr 325) auf 360 Seiten zwangsläufig etwas kompakt ausfallen müssen, aber die Seitenzahl weiß man ja schon vorher.




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