Baader, Roland

Fauler Zauber

Fauler Zauber
  • Verlag: Resch, Gräfelfing
  • Erscheinungsdatum: 1998
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 292
  • ISBN: 3930039591
  • EAN: 9783930039593
  • Amazon.de Verkaufsrang: 412.207
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Beschreibung von buecher.de

Wachsende Arbeitslosigkeit, ausufernde Staatsverschuldung, steigende Kriminalität, Politikverdrossenheit und Niedergang des Standorts Deutschland - alles das sind nicht vorübergehende Auswüchse, sondern logisch-unerbittliche Folgen deutscher Sozial-Pathologie. Das 'tabuisierte' Heiligtum 'Sozialstaat' führt in den finanziellen, moralischen und gesellschaftlichen Bankrott. Roland Baader, Nationalökonom, seziert die Erosions-Mechanismen mit wissenschaftlicher Akribie und zeigt die beschwerlichen Wege aus den Zeitgeist-Fallen. Seine Analyse ist zugleich ein überzeugendes Plädoyer für den Minimalstaat, denn: Der Staat löst keine Probleme, er ist ein Problem.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von N. Afflatet fanden 8 von 9 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein wahrer Zitatenschatz für Liberale

Auf 275 Seiten schafft Roland Baader es, den "Sozialstaat" als das zu entlarven, was er wirklich ist: eine riesige Umverteilungsmaschinerie, von der letztendlich nur Funktionäre und Politiker profitieren. Zudem entwickelt Baader klare Gegenpositionen der liberalen Bewegung und zeigt deutlich die Alternativen zum heutigen Schwulst von etatistischen und sozialistischen Politikern und Fnktionären auf, die letzten Endes nur ihr persönliches Wohl im Sinn haben. Um seine Positionen darzustellen, greift Baader vor allem auf die klassischen liberalen Ökonomen und Philosophen (Smith, Mill, Mises, Hayek, Habermann...) zurück und lässt deren Zitate geschickt einfließen. Vier statt fünf Sterne gibt es aus meiner Sicht deshalb, weil Baader leider an einigen Stellen den wissenschaftlichen Nachweis seiner (hochinteressanten!) Zahlen schuldig bleibt.

Sein klarer und überdeutlicher Stil ist anfangs etwas geöhnungsbedürftig, doch mit der Zeit erfreut man sich immer mehr an der erfrischenden Offenheit Baaders, der keine Rücksicht auf "political correctness" nimmt. Am besten lässt sich sein Stil wohl mit dem frühen Sklavereigegner William Garrison beschreiben: "Ich muss ganz in Flammen stehen, denn ich habe Berge von Eis zu schmelzen." Würde doch der deutsche Sozialstaat auch endlich dahinschmelzen und dem deutschen Bürger sein erwirtschaftetes Eigentum wieder selbst überlassen!

"Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, warum sich die meisten Menschen vor ihr fürchten."

George Bernard Shaw

Diese Rezension von Albert Moessmer fanden 11 von 13 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Ein interessantes Thema, aber schlecht geschrieben

Dieses Buch wäre nicht schlecht, wenn der Verfasser nur eine andere Schreibe hätte. Baaders Wortergüsse erinnern manchmal mehr an Schimpftiraden vom Stammtisch als an eine Analyse der wirklichen Verhältnisse. Die häufigen Fehlgriffe in der Wortwahl haben zumindest mir das Lesen ziemlich erschwert. Was ist z. B. eine "graduelle Meßlatte" (S. 11)? Was soll dieser Übergebrauch von Adjektiven: "...ein falsches, unnatürliches, erzwungenes, krankes ... abergläubisches und verlogenes System ..." (S.12). Würde man jede unsinnige Verwendung von Wörtern herausstreichen, wäre das Buch bedeutend kürzer. Dazu kommen Baaders maßlose Übertreibungen. Eine Personalreduzierung, kann eine erhebliche Belastung für ein Unternehmen sein, aber sie ist kein "finanzieller Kamikaze-Flug" (S. 17). Die deutsche "Medienkaste" ist nicht mit der politischen Linken "identisch" (S.25). Baader sollte sich über die Bedeutung der Wörter Gedanken machen, bevor er sie benutzt. Dann kommen noch die zahlreichen Detailfehler. Abraham Lincoln war keine aristokratische Figur, sondern ein Farmerssohn, der nur ein Jahr zur Schule ging und sich emporgearbeitet hat. Die Vorstellung von der materiellen Gleichheit aller Menschen kommt nicht von der französischen Revolution. Unter Gleichheit wurde die Gleichheit vor dem Gesetz verstanden. Diese Beispiele könnte man noch lange fortführen.

Im Prinzip finde ich die Thematik des Buches interessant und wichtig. Aber es sollte von jemandem geschrieben sein, der mit der Sprache umgehen kann und auch das nötige Hintergrundwissen besitzt.

Diese Rezension fanden 26 von 33 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Pflichtlektüre

Erst beim Lesen merkt man, wie sehr man schon den Rattenfängerparolen des Staates auf den Leim gegangen ist. Um wieviel besser würde es uns wirtschaftlich und mental gehen, wenn wir einen Staat hätten, der schlank wäre und privatwirtschaftlich gemanagt würde. Baader ist in seiner Klarheit der Darstellung ein Muß.

Diese Rezension von hoegi1973 fanden 13 von 17 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eines der besten Bücher...

... was ich jemals gelesen habe. Fundiert recherchiert und hochinformativ. Bis zur Lektüre dieses Buches habe ich von mir selbst gegelaubt, ich würde auf falsche Versprechungen des Staates nicht mehr hereinfallen, bis mich Baader eines besseren belehrt hat. Es ist erschreckend zu bemerken, wie geschickt die Vertreter aus Politik, Gewerkschaften und sonstigen Vertreter eines "starken Staates" den Geist der Bürger mit Hilfe ihrer Verbalartistik verwirren.Baader entwirrt das Geflecht der Märchen und vorsätzlicher Lügen und zeigt verläßlich auf, warum JEDER Eingriff des Staates in den Markt mehr negative als positive Folgen hat und warum die "heilige Kuh" Sozialstaat zu genau dem Gegenteil von dem führt, was er erreichen will. Baader legt beispielsweise dar, warum der Sozialstaat keine Verteilungskämpfe verhindert, sondern im Gegenteil erst welche erschafft. Alles in allem eine absolute Empfehlung für alle, die die falschen Versprechungen leid und auf der Suche nach einer echten Alternative für die Gesellschaft sind.

Diese Rezension von Frank Reibold fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Sozialstaat = Unrechtsstaat

In diesem Buch möchte der Autor "Schein und Wirklichkeit des Sozialstaats" aufzeigen.

"Recht" bedeutet, dass Eingriffe in die so genannten natürlichen Rechte der Menschen (Leben, Freiheit, Eigentum) verboten sind und bestraft werden. Deshalb kam im Zuge der Aufklärung die Idee des Minimalstaats auf, der nur Justiz, Inneres und Verteidigung umfasst.

Der Autor zeigt zunächst auf, wie laut Olson der Staat entstanden ist: Statt regelmäßig von Räuberbanden überfallen und ausgeraubt zu werden, unterwirft sich die Bevölkerung einem "stationären Banditen", der gegen Zahlung eines Schutzgeldes ("Steuern" genannt) die Überfälle anderer Banditen abwehrt. Diese regelmäßige Zahlung war halbwegs planbar und ließ die Steuerzahler zumindest überleben.

Im Laufe der Zeit übernahm der Staat immer mehr Aufgaben, zuletzt als "Sozialstaat" die Soziale Sicherung, welche vorher erfolgreich privat organisiert war. Dadurch sollten "soziale Gerechtigkeit" und "soziale Gerechtigkeit" gewährleistet werden.

Der Autor zeigt jedoch auf, dass das nicht stimmt. Vielmehr traten u. a. folgende Konsequenzen auf:

- der Sozialstaat arbeitet ineffizient, verzerrt die Preise, untergräbt das Sparen, verhindert Leistung; kurz: er schadet der Marktwirtschaft und dem Wohlstand der Bürger

- die Umverteilung erfordert zunehmenden Einfluss von Interessenverbänden, sodass Konflikte erst entstehen

- Eingriffe in die Marktwirtschaft erreichen nie das gewünschte Ergebnis, eher das Gegenteil

- die Sozialleistungen und Vorschriften wie die Schulpflicht untergraben die Institution der Familie; dadurch entstehen Armut, Problemschulen, Drogenabhängigkeit, Kriminalität (das hat Friedman: "Capitalism and Freedom schon vor einer Generation vorher gesagt)

- das Recht wird verletzt, weil die Umverteilung das Recht auf Eigentum beschneidet

Leider denkt die Bevölkerung immer noch, der Sozialstaat wäre nützlich oder gar unersetzlich. Wie oben bereits angedeutet, kann bis auf die Funktionen des Minimalstaats alles auch (und vor allem besser) privat erledigt werden (das dies funktionierte, kann man in Seldon: "Virtues of Capitalism" nachlesen). Untersuchungen zeigen, dass von den Einnahmen des Sozialstaats nur ein Bruchteil bei den Armen ankommt. Der Rest wird zurück verteilt oder versickert in der Bürokratie (was ein Grund für die Einrichtung dieses Systems war und ist). Wie beim ursprünglichen "stationären Banditen" ist Ausbeutung der Bürger eben leider immer noch das eigentliche Wesen des Staates.

Der Autor fordert deshalb die Rückführung auf den Minimalstaat und die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols (welches Konjunkturzyklen, Inflation und Arbeitslosigkeit erzeugt; siehe Mises: "Human Action"). Leider sei jedoch das "sozialdemokratische Jahrhundert" noch nicht beendet und der Marsch Richtung Sozialismus ginge weiter. Da alle Fehler fälschlicher Weise dem Kapitalismus angelastet würden, wäre nach dem Zusammenbruch des Sozialstaats wahrscheinlich eine Diktatur zu erwarten. Damit dies nicht eintrete, sollten alle (klassischen) Liberalen die Bevölkerung über die korrekten Zusammenhänge informieren.

Mir hat das Buch gut gefallen, weil die problematischen Konsequenzen des Sozialstaats (und damit auch der modernen Demokratien) anschaulich dargestellt werden.

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