Stifter, Adalbert

Die Mappe meines Urgroßvaters, Letzte Fassung

Die Mappe meines Urgroßvaters, Letzte Fassung
  • Verlag: Manesse-Verlag
  • Erscheinungsdatum: 1997-09
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 428
  • ISBN: 3717519107
  • EAN: 9783717519102
  • Amazon.de Verkaufsrang: 501.493
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Beschreibung von buecher.de

Man darf in Stifters 'Mappe meines Urgroßvaters' sein 'Lebensbuch' sehen -. ein Werk, das ihn fast sein ganzes Leben begleitet. Hier erreichte Stifters Stil eine höchste Sublimierung, eine 'Einfachheit der Antike' wie im 'Nachsommer', aber ohne auf romantische Elemente zu verzichten. Zuerst novellistisch geplant und in einzelnen Stücken 1841 und 1842 veröffentlicht, in einer zweiten Fassung in den 'Studien' publiziert, wuchs 'Die Mappe meines Urgroßvaters' mehr und mehr an, bis sie noch wenige Wochen vor dem Tod des Dichters eine letzte, unvollendete Fassung erhielt. Er erzählt in den acht Geschichten seiner 'Mappe' vom Leben des Landarztes Augustin, eines Mannes von einfacher Herkunft und edler Gesinnung, und verknüpft diesen Bericht kühn mit der Geschichte eines gräflichen Geschlechts leidenschaftlicher Männer, das erst mit dem letzten Nachkommen zur Ruhe, zum Dienst an den Mitmenschen und zu neuer Verwurzelung in der einstigen Heimat gelangt. Die eigentliche Handlung dieser Erzählung ist für Stifter jedoch weniger wichtig als die Art, in der die Protagonisten ihr Schicksal meistern. Es geht ihm darum, in diesem Werk 'die Einfachheit, Größe und Güte der menschlichen Seele in lauter gewöhnlichen Begebenheiten und Verhältnissen' zu schildern.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von michaela_rehbein@bigfoot.com fanden 13 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Romantisch - menschlich - einfach wunderschön

"Die Mappe meines Urgroßvaters" ist, wie ich finde, eines der allerschönsten Bücher von Adalbert Sifter. Es vermittelt eine bezaubernde friedliche Atmosphäre, in der die Menschlichkeit eine große Rolle spielt. Neben der romantischen Grundstimmung wird aber auch der harte Alltag nicht vergessen. Einfach zum Verlieben! Ich selbst habe das Buch schon viermal (!) gelesen (, obwohl ich sonst nie ein Buch zweimal lese). ... und werde es auch noch in Zukunft immer wieder zur Hand nehmen ....

Diese Rezension von Rolf Dobelli fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eigenwilliger Klassiker der deutschen Literatur

Mehr oder weniger durch Zufall taucht im Elternhaus eines jungen Mannes eine alte Mappe auf, die die Lebensbeschreibung von dessen Urgroßvater Augustinus enthält. Der Finder beschließt, die Dokumente zu ordnen und zu veröffentlichen. Was durch diese Formgebung wie ein authentischer Lebensbericht erscheinen soll, ist in Wirklichkeit ein Roman: Der urgroßväterliche Lebenslauf - wie er Heilkunde studiert, sich verliebt und als erfolgreicher Arzt praktiziert - ist von vorn bis hinten erdichtet. Die Handlung hat wenig Dramatisches zu bieten, keine Konflikte, keine Spannung durch unerwartete Ereignisse, keine Entwicklung von Charakteren, kaum Gefühle. In den spärlichen Dialogen fällt auf, wie oft der Antwortende in fast gleichen Worten immer nur wiederholend bestätigt, was der andere gesagt hat. Widerspruch gibt es nicht. Stifters Romanfiguren sind fast alle von vornherein edel und gut. Seine Welt ist beschaulich, geordnet, perfekt eingebettet in Landschaft und Natur. Das einzige Bestreben scheint darin zu bestehen, eventuelle Schicksalsschläge herunterzuschlucken und anschließend die Idylle noch perfekter zu machen. In seiner Zeit war Stifter der große Außenseiter der Literatur - und heute ein fast vergessener Klassiker zwischen Romantik und Realismus, dessen eigenwilliger Stil aber immer noch Leser findet.

Diese Rezension von Lars Barzen fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen 2. Fassung

Die im Reclam-Verlag herausgegebene Fassung der "Mappe" ist die zweite von insgesamt 4 Fassungen dieser Erzählung. Da die beiden letzten Fassungen von Stifter nicht fertig gestellt wurden, macht es Sinn die zweite Fassung herauszugeben. Diese sog. 'Studienfassung` erschien 1848 in zweiter Auflage und ist somit die letzte autorisierte Fassung (die erste erschien 1841/42 in einer Zeitschrift). Allerdings war Stifter mit dieser Studienfassung schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zufrieden. Das ist auch der Grund für die Überarbeitungen. Die Reclam-Ausgabe bietet zum Vergleich Auszüge aus der 1. Fassung (Urfassung) und aus der 4., der letzten. Damit ist sie äußerst brauchbar für einen ersten Einstieg in dieses Werk, das Stifter sein ganzes Leben lang begleitet hat. Wer sich für die anderen Fassungen interessiert, dem sei besonders die im Kohlhammerverlag erschienene historisch-kritische Gesamtausgabe empfohlen.




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