Goethe, Schiller oder Heine gibt es nicht nur einmal. Die verschiedenen Ausgaben ihrer Werke dokumentieren ein an der Wurzel der Literaturwissenschaft liegendes Problem, die Tatsache, dass es auch im Prinzip nicht den Text der Dichtung gibt, mit sich identisch und allgemein gültig. Historisch-kritische Ausgaben, kommentierte Studienausgaben, Leseausgaben, Ausgaben in historischer, modernisierter oder gar reformierter Orthographie - jede zeigt eine durchaus eigene Version eines Texts.
Die Editionswissenschaft hat sich inzwischen aus ihrem Dasein als Hilfswissenschaft emanzipiert. Bodo Plachta fasst die Grundlagen seines Fachs in einer praxisnahen Einführung (mit einem Glossar der wichtigsten Fachtermini von 'Apparat' bis 'Variante') zusammen.