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Dieser kurze Roman um eine ausweglose Leidenschaft, der 1909 auf den 'Immoralist' folgte, war der erste kommerzielle Erfolg des Autors. Der junge Jerome liebt seine Cousine Alissa, die jedoch wegen eines prägenden Erlebnisses in ihrer Kindheit der körperlichen Liebe entsagen will. Obwohl sie seine Gefühle erwidert, zieht sie sich von Jerome zurück, für den sie jahrelang ein ungelöstes Rätsel bleibt. Erst nach Alissas Tod gibt ihr Tagebuch erschütternden Aufschluss über ihre Sehnsüchte. Zunächst als Satire auf überholte religiöse Lebensformen gedacht, geriet die Erzählung zum mitfühlenden Dokument einer verzweifelten psychologischen Situation.
Ein liebevoll-melancholisches Buch über Liebe und TräumeDer Roman von André Gide dreht sich um die Liebe eines jungen Mannes zu seiner Cousine. Seine Liebe wird zwar erwiedert, kann jedoch aufgrund vorherrschender Moralvorstellungen der Protagonisten nicht umgesetzt werden. Gide schreibt aus der Ich-Perspektive, unterlegt jedoch das Thema mit zitierten Briefen und Tagebuch-Einträgen, die Einblick in die Gedanken der Hauptbeteiligten geben. Zum Teil versteckt, zum Teil offen, finden sich im Text Fragen nach der Erfüllbarkeit der Liebe, nach Verantwortung für den Partner, nach der Wertigkeit der eigenen Wünsche und Sehnsüchte im Vergleich zu denen der Mitmenschen. Der Autor bezieht stark religiöse Ansätze mit ein, die die Gesellschaft der damaligen Zeit prägten. Doch kann man durchaus auch Probleme der heutigen Zeit in den Zeilen wiedererkennen, die die Themen "Liebe," "Verantwortung" und "Träume" berühren. Ein sehr empfehlenswertes und liebevoll-melancholisches Buch, das stellenweise jedoch Konzentration erfordert (also keine Bettlektüre).
Das innere GefängnisEs ist schon beeinduckend, wie André Gide es vermag, daß Innenleben einer Frau, ähnlich wie Flaubert, darzustellen;
Ich werde Alissas Tagebuch niemals vergessen, ihr Schreien, ihr Flehen. Gleichzeitig wirkt Jérôme hilfos, ohnmächtig, gelähmt; man würde sich manchmal mehr Courage von ihm wünschen. Auch sein Verhältnis zu Juliette bleibt zweideutig.
Ich habe selten ein Buch(im Original)so genossen, bzw. intensiv erlebt, wie "La porte étroite", das sicher in einer Tradition der französischen Erzählung steht, die es auf die tiefe psychologische Betrachtung anlegt, welche mit dem Skandalroman "Madame Bovary" begann, wobei Gide den schwierigen persönlichen Bezug zum Glauben herstellt, der bei Alissa in fast mystische Formen mündet. Ich werde den Eindruck nicht los, daß Emma Bovary und Alissa Opfer ein und der selben engstirnigen
Doppelmoral sind, die man im prüden neunzehnten Jahrhundert zu bedienen pflegte, ohne unsere Zeit damit vor ihr verteidigen zu wollen; beide enden in religiöser Verzückung, die um ein Vielfaches ehrlicher ist, als die ritualisierte, männlich geprägte Steifheit eines Gottesdienstes, und schon immer war es Gide ein Anliegen, diese Bigotterie zu entlarven, denn die Opfer der Gesellschaft bleiben diejenigen, die nicht konform oder zu konform leben, und sich dabei selber verlieren.
Brockhaus-1809: Ottomanische Pforte · Die Pforte · Die Osmannische Pforte
Brockhaus-1911: Thüringer Pforte · Westfälische Pforte · Hohe Pforte · Pforte
DamenConvLex-1834: Pforte, die hohe
Herder-1854: Westfälische Pforte · Pforte
Lueger-1904: Pforte [2] · Pforte [1]
Meyers-1905: Gide · Pforte, Hohe · Thüringer Pforte · Westfälische Pforte · Goldene Pforte · Hohe Pforte · Kaspische Pforte
Pierer-1857: Thüringer Pforte · Westfälische Pforte · Pforte · Hohe Pforte · Kaukasische Pforte