Ausgew., übers. u. m. e. Essay hrsg. v. Dietrich Krusche

Haiku

Haiku
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Erscheinungsdatum: 1997-10-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 168
  • ISBN: 3423124784
  • EAN: 9783423124782
  • Amazon.de Verkaufsrang: 117.741
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Beschreibung von buecher.de

Haiku - das ist die kürzeste aller lyrischen Formen, die wir in der Weltliteratur kennen, dreizeilige Gedichte, im 16. und 17. Jahrhundert in Japan ausgebildet und nur dort bis heute überliefert in lebendiger Tradition. 'Mittagsstille -/ das Schrillen der Zikaden dringt / ein in die Felsen.' - so lautet ein klassisches Haiku des berühmtesten Haiku-Dichters Bash. Die klare Poesie und die nur vermeintlich einfache Aussage ist sinnlich unmittelbar nachvollziehbar - wenn man sich darauf einläßt und den Abstand zu überwinden versucht, der unsere 'westliche' Kultur von Japan trennt. Chinesischer Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus leben im Haiku fort, vor allem jedoch ist diese Dichtung geprägt vom japanischen Zen, der im Haiku seinen literarischen Ausdruck findet. Einhundertfünfzig repräsentative Haiku hat der Herausgeber, der mehrere Jahre in Japan und für einige Zeit 'ganz in der Haiku-Welt und Haiku-Sprache gelebt' hat, ausgewählt und ins Deutsche übertragen. Sein ausführlicher
Ess ay zu dieser uns fremden, aber faszinierenden Gattung erleichtert das Kennenler-nen und ermuntert zum Nachvollzug und zur Fortsetzung: Mach was aus mir, sagt das Haiku - oder auch: Spiel mit mir.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von haikufan fanden 23 von 23 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen bestes deutschsprachiges Haikubuch

Ich besitze mehr als ein dutzend Haikubücher und ich finde, was die Auswahl der Haikus und die Überstetzung betrifft, ist dieses Buch absolut am besten. Für haikufans und die es werden wollen ist dies die erste Wahl. Überhaupt kann man dieses Buch jedem Gedichteleser sehr empfehlen.

Diese Rezension fanden 42 von 43 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen eichte Einführung in die Welt des Haiku

Der dtv-Verlag legt mit diesem Buch eine Auswahl von ca. 150 Haikus vor, dreizeiligen Gedichten aus der japanischen Lyrik. Herausgeber Dietrich Krusche hat dabei versucht, nicht nur eine Übersetzung eines östlichen Gedichtbandes herauszugeben, was an sich schon eine Meisterleistung wäre. Nein, das vorliegende Buch will mehr: In einem gut vierzigseitigen Essay führt Krusche den Leser auf behutsame Weise in die Welt des Haiku ein, widmet sich Form und Geschichte dieser lyrischen Kleinode und versucht dabei eine Brücke zwischen unserer westlichen und der fernöstlichen Kultur zu schlagen. Dabei ist er sich sehr wohl, der Probleme bewußt, ja, er führt sogar vor, daß eine genau Übersetzung der symbolhaften Sprache der japanischen "Kanji" (Bildzeichen), in denen die Haikus geschrieben werden, mit ihren vielen subtilen Bedeutungen und Anspielungen ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Daß es trotzdem gelungen ist, in diesem Bändchen zumindest einen kleinen Hauch der Schönheit der Gedichte in die deutsche Sprache zu übertragen, ist nicht zuletzt dem Japanaufhenthalt und ausführlichem Haiku-Studium des Autors zu verdanken.

Diese Rezension von junior-soprano fanden 14 von 16 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Eine schöne Einführung in eine fremdartige Kunst

Um nicht enttäuscht zu werden, sollte man keine Gedichte wie von Rilke, Goethe oder Heine erwarten. Haiku sind definitiv anders als westliche Gedichte! Erfreulicherweise wird man als mitteleuropäischer Leser sehr gut in diese japanische Kunstform eingeführt. Das Essay von Dietrich Krusche erklärt das Wesen der Haikus und verdeutlicht, warum es nicht so leicht ist, japanische Haikus ins Deutsche zu übersetzen oder etwa deutsche Haikus zu schreiben. Angeführt wird etwa ein Versuch von Bert Brecht, der dann aber doch nichts mit einem echten Haiku zu tun hat. Damit sich der Leser besser vorstellen kann, will ich eines meiner Lieblings-Haiku aus diesem gelungenen Büchlein rezitieren:Am Ende meiner

Reise ohne Ziel will ich fallen

in Ginsterblüten.Sora

Diese Rezension von FG fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Absolut lohnend

Auch wer weder Japanologe noch Literaturwissenschaftler ist, wird dieses Büchlein mit großem Gewinn lesen. Der beigefügte Essay erklärt zwar sehr eindringlich, wo die Schwierigkeiten bei der Übertragung eines Haikus in eine neue Sprache und eine andere Kultur gleichermaßen liegen und in welchem Kontext ein Haiku eigentlich zu verstehen sei, jedoch sollte diese gutgemeinte Warnung nicht überbewertet werden. Es wird sicher reichen, diese Information im Hinterkopf zu haben, um sich dann ein eigenes Verständnis der Gedichte zu verschaffen, denn

1. auch europäische Dichtung des sagen wir Sturm und Drang funktioniert heute ganz gut ohne Gebrauchsanleitung - und falls nicht, wird sie durch akademisches Aufarbeiten nicht unbedingt spannender und unmittelbarer,

2. moderne Lyrik hat auch in unseren Breiten etwas ähnlich Unabgeschlossenes wie 400 Jahre alte Haikus - für den Interpreten eines Kunstwerkes soll ja schließlich auch noch Arbeit übrig bleiben (siehe Umberto Eco, Das offene Kunstwerk),

3. genau genommen müßte man den meisten heutigen Japanern das Haiku ebenfalls nochmal gründlich erklären, denn die meisten dürften davon mittlerweile nicht mehr Ahnung haben als der durchschnittliche Mitteleuropäer - ein Grund mehr, das Haiku ganz entspannt zu lesen.

Eine letzte Kostprobe (S.10):

In Kyoto bin ich,

doch beim Schrei des Kuckucks

sehn ich mich nach Kyoto.

Basho

Diese Rezension von sauvignon fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Nützlicher Einstieg

In diesem ausführlichen Buch wird dem Leser ein durchaus ordentlicher Einblick in die Kunst des Haiku ermöglicht: „Haiku – Japanische Gedichte“ bietet eine Vielzahl interessanter und intelligenter Haiku sowie einem Essay, der die Form, Geschichte, Sprache und Übersetzung der Gedichte beleuchtet. Dank dem übersichtlichen Autorenverzeichnis findet jeder mit Leichtigkeit die Gedichte der bekannten japanischen Dichter wieder. Das Buch lädt oft wieder zum Durchblättern ein. Berüchtigt wegen ihrer Kürze (3 Zeilen je) und doch ihrer Komplexität, ist es immer wieder amüsant, einige Haiku zwischendurch zu lesen. Obwohl ein Haiku bei der ersten Lektüre komisch wirken mag, so entfaltet sich, wenn man sich etwas damit beschäftigt, nach und nach ein durchaus durchdachter Sinn. „Haiku – Japanische Gedichte“ bietet somit einen ausführlichen und interessanten Einstieg in die Kunst der kleinen japanischen Dreizeiler.

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