James, Henry

Washington Square

Washington Square
  • Verlag: Dtv
  • Erscheinungsdatum: 1998-03
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 223
  • ISBN: 3423084073
  • EAN: 9783423084079
  • Amazon.de Verkaufsrang: 134.753
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Beschreibung von buecher.de

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Washington-Square in New York ein stiller Platz, den solide Bürgerhäuser mit weißen Marmortreppen und breiten Balkonen umschließen. Hier lebt der angesehene Arzt Dr. Sloper mit seiner Tochter Catherine und seiner Schwester. Auch Morris Townsend, einem attraktiven jungen Mann mit bestechenden Manieren, erscheint ein solcher Lebensstil verlockend, und immer öfter macht er den Damen seine Aufwartung. Sein Ziel ist klar, doch der geschickte Stratege hat die Rechnung ohne Dr. Sloper gemacht.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 9 von 10 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Kammerstück vor den großen Symphonien

"Washington Square" ist ein früher Kurzroman von Henry James; er hat ihn Jahrzehnte später nicht in seine Werkausgabe aufgenommen. Warum nur? Es ist eine brilliante Erzählung: ironisch, pointiert, konzis und, ja, ergreifend. James erzählt die Geschichte eines jungen, nicht sehr hübschen, nicht sehr klugen Mädchens, das als Halbwaise unter der Obhut ihres verbitterten Vaters und einer halb-verrückten Tante aufwächst. Der Vater, ein New Yorker Modearzt, ist sehr wohlhabend und fürchtet, seine Tochter könne eines Tages Opfer eines Mitgift-Jägers werden; die Tante, den ohnehin kleinen Kopf voller trivialromantischer Geschichten, ermutigt ihre Nichte demgegenüber, auf das Werben eines gutaussehenden Nichtsnutzes einzugehen. Daraufhin beginnt ein ungleicher Kampf zwischen Vater und Tochter.Eine subtile Charakterstudie und ein spitzzüngiges Sittenbild.

Diese Rezension von Deeda fanden 3 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein...

...tolles Buch. Spritzig, locker und ironisch wird das Leben der armen Catherine erfasst. Sie und ihr Vater und ihre Beziehung ist am wichtigsten. Er, der berühmte, hochnäsige Arzt, der glaubt, er wüsste, was gut für seine Tochter, von der aber nicht wirklich viel hält, denn sie ist nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte...

Catherine, ein unscheinbares Mauerblümchen, versucht einen Spagat zwischen der Liebe zu Morris und ihrer Achtung zu ihrem Vater.Eine sehr amüsierende Geschichte. Wie wohl der Film ist?

Diese Rezension von Polar fanden 2 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Um die Hand anhalten

Das Thema bewegt jeden Vater: Die Tochter verfällt einem Mann, der einem nicht standesgemäß erscheint. Ein Umstand, der im 19. Jahrhundert gravierender erschien, als es heute sein mag. Doch wenn's ums Geld geht, nimmt auch heutzutage mancher Familienvorstand den möglichen Schwiegersohn unter die Lupe, und es soll auch heute noch vorkommen, daß der ein oder andere dabei durchs Netz fällt. Ein hoch aktuelles Thema also, dem Henry James sich zugewandt hat.

Vor allem, wenn die Tochter störrisch ist und partout nicht von dem Freier lassen will. Wie viele Mädchen sind da schon von Zuhause fortgerannt. In ihr Glück, ihr Unglück, in die Verbannung. All diese Varianten werden auch heute noch durchgespielt. Henry James Psychologie vollbrachte es, seine Leser bereits in seinem Jahrhundert hinter die Masken schauen zu lassen. Ein Kabinettstück mitten im wohlsituierten Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Unverwechselbar im Ton und Blick, unter dem Henry James Romanwelt seine Pracht ausbreitet.

5 von 5 Sternen Verfall innerhalb der Familie

In seinem Roman "Washington Square" beschreibt Henry James einmal mehr die Nöte des alltäglichen Lebens, in diesem Fall die der Familie Sloper. Auf der einen Seite haben wir Catherine Sloper eine junge, schüchterne Frau von recht gewöhnlichem Aussehen, die Ihr Leben im Schatten Ihrer toten Mutter fristet. Die Gegenseite wiederum besteht aus Dr. Sloper, Catherines Vater, der obwohl intelligent und erfolgreich dennoch eine zu hohe Meinung von sich selbst hat und daher in mancher Beziehung recht einfältig ist. Solange Catherine das unauffällige Mauerblümchen bleibt welches die Meinungen Ihres Vaters uneingeschränkt akzeptiert ist alles in Ordnung, als jedoch Morris Townsend auftaucht ändert sich für die beiden Protagonisten alles. Es beginnt ein stiller Kampf um Ererbietung und Vaterliebe ebenso wie um das Recht auf Selbstbestimmung in der Liebe und Emanzipation. Meiner Meinung nach ein fantastisches Buch welches sich leicht liest und durch die tolle Charakterisierung der Figuren zu überzeugen weiß.

Washington Square



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