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Max Webers Entwürfe zur Wissenschafts- und Religionssoziologie, Methodenlehre und Deutung des Verhältnisses von Wirtschaft, Gesellschaft und Herrschaft haben weit über die Soziologie hinaus die modernen Geistes- und Sozialwissenschaften geprägt. Gregor Schöllgen zeichnet in der vorliegenden Einführung nicht nur Leben und Werk nach, er zeigt auch die Grenzen auf, an die Max Webers Erklärungsmodelle heute stoßen.
Vertreibung aus dem Olymp
Max Weber gehört zu denen, die es geschafft haben, auf dem Gebiet gleich mehrerer Wissenschaften in den Adelsstand eines Klassikers erhoben worden zu sein -- wenn auch erst einige Jahrzehnte nach seinem plötzlichen Tod im Jahre 1920. Der solchen Klassikern gewidmeten Beck'schen Reihe Denker hat der Erlanger Historiker Gregor Schöllgen einen lesenswerten Band hinzugefügt, in dem das mittlerweile tradierte Bild von dem vermeintlichen Wissenschafts-Olympier gehörig zurechtgerückt und in der Summe dessen persönliches wie wissenschaftliches Scheitern bilanziert wird. Und dies nicht etwa deshalb, weil zu Lebzeiten nur zwei "richtige Bücher" aus seiner Feder veröffentlicht wurden (nämlich seine Dissertations- und seine Habilitationsschrift). Immerhin finden sich in dem fragmentarischen Nachlaß ja auch einige nicht ganz unbedeutende Arbeiten, wie vor allem sein eigentliches Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft. Auch nicht die lange Zeit von der Rezeption beinahe unbemerkten nationalistischen und chauvinistischen Seiten insbesondere des frühen Weber sind allein der Grund für das strenge Urteil. Schöllgen setzt die wissenschaftliche Hinterlassenschaft vielmehr in Bezug zu unserem Standort in der Geschichte, das heißt zu dem, was wir erstens heute wissen und zweitens sich uns heute an Fragen stellt. Und vor diesem Hintergrund hat uns das dem wilhelminischen Geist des 19. Jahrhunderts verhaftete Denken nicht mehr viel zu bieten. Weitaus weniger jedenfalls, als es die große Zahl an Weber-Literatur glauben machen will, die ihren Helden mit zum Teil abenteuerlichen thematischen Bezügen im Titel führt. Folgen wir Schöllgen (und warum sollten wir dies nicht tun?) dann muß Max Weber seinen Platz im Olymp der Sozialwissenschaften wohl schleunigst räumen. Daß er dort vielleicht niemals hingehörte, ahnte schon Karl Jaspers, der -- zuvor selbst einer seiner Bewunderer -- nach eingehender Beschäftigung mit dessen Werk darin nur noch "ein titanisches Bemühen ins Leere hinein" zu sehen glaubte. --Andreas Vierecke
Brockhaus-1837: Weber [2] · Weber [1]
Brockhaus-1911: Weber [6] · Weber [5] · Weber [4] · Weber [9] · Weber [8] · Weber [7] · Weber [11] · Weber [10] · Weber · Weber [3] · Weber [2] · Weber [12]
DamenConvLex-1834: Weber, Karl Maria von
Eisler-1912: Weber, Max · Weber, Louis · Weber, Theodor · Weber, Josef · Weber, Alfred · Weber, Arthur · Weber, Ernst Heinrich
Herder-1854: Weber [6] · Weber [5] · Weber [7] · Weber [9] · Weber [8] · Weber [1] · Weber [10] · Weber [2] · Weber [4] · Weber [3]
Meyers-1905: Weber [3] · Weber [2] · Weber [1]
Pagel-1901: Weber, Sir Hermann · Weber, Karl Otto · Weber-Liel, Friedrich Eugen · Weber, Theodor · Weber, Fred. Parkes · Weber, Eduard Friedrich Wilhelm · Weber, Adolf · Weber, Ferdinand · Weber, Ernst Heinrich
Pataky-1898: Weber, Amalie · Weber, Arna · Spann-Weber, Thekla · Weber, A.