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Mit dem Charakterbild von Erzbischof Latour, Kirchenmann und Pionier zugleich, der sich unter den Siedlern Neu Mexikos bewährt, schuf Cather ihren wichtigsten Roman. Die unermeßliche Landschaft ihrer Heimat weitet sie zum Symbol einer vergessenen Freiheit. Die Autorin Willa Cather (1876-1947) übersiedelte als Achtjährige mit ihren Eltern von Virginia nach Nebraska, wo sie mit der unermeßlichen Prärie, aber auch mit den dortigen Einwanderern aus der Alten Welt Bekanntschaft schloß. Beides prägte sie tief.Und obwohl sie als Lehrerin, Redakteurin und später als erfolgreiche Schriftstellerin vor allem in New York lebte, spielen ihre Werke meist in der Weite des amerikanischen Westens und Südwestens. Auch das Geschehen dieses Romans hat sie in die heroische Landschaft ihrer Kindheit gestellt.
"Auspice Maria!" (Gravur in Vater Vaillants Siegelring)Dieser Roman entstand aus Willa Cathers Liebe für das Land und die unterschiedlichen Kulturen des amerikanischen Südwestens generell und New Mexicos mit seiner bewegten Geschichte im besonderen. Das Spannungsfeld dreier Kulturen, Ureinwohner, Nachkommen der spanischen Conquistadors und zuletzt europäischer Einwanderer, bestimmt auch heute noch das Leben entlang des Rio Grande oder Camino Real, wie diese lange Strecke von Don Juan de Oñate genannt wurde, als er 1598 die ersten Siedler nach New Mexico brachte.
"Death Comes to the Archbishop" erschien 1927 und wurde sowohl vom Publikum als auch der Kritik mit gemischten Urteilen bedacht, seither hat sich das Buch jedoch einen wichtigen Platz in der Literatur des 20. Jahrhunderts erobert.
Als die Autorin den Südwesten 1912 zum ersten Mal besuchte, fand sie eine neue Welt und spürte sofort, dass es die komplexe Geschichte der katholischen Kirche war, die dieses Land in bedeutender Weise geprägt hat. Der Roman basiert grösstenteils auf historischen Fakten und berichtet von der Missionstätigkeit des in Frankreich geborenen und aufgewachsenen Bischofs Jean Latour und seines Freundes seit Kindheitstagen, Vater Joseph Vaillant, kurz nach dem Mexikanischen Krieg. Die beiden Kleriker sind ihren historischen Prototypen Bischof Jean Lamy und Vater Joseph Machebeuf nachgebildet und werden mit den gleichen Problemen konfrontiert; Indianerstämmen, die den katholischen Glauben mit Elementen ihrer alten Religionen vermischen, nachlässig gewordenenen Priestern und amerikanischen Banditen.
Latour ist ein hochgebildeter Humanist, der auf den ersten Blick dem einsamen Leben in diesem fremden und gnadenlosen Land kaum gewachsen scheint. Vaillant hingegen ist ein praktischer und vitaler Gefährte und in dieser Kombination triumphieren die beiden sowohl über die Apathie der Hopis und Navajos, Korruption innerhalb der Kirche und die klimatischen und topographischen Bedingungen des Landes. Als landeskundigen Helfer bringt die Autorin den historischen Kit Carson ein, der bereits General John Charles Frémont auf seiner berühmten Expedition von 1842 als Scout diente.
Die Geschichte der beiden Priester wird in einer Reihe von Episoden erzählt, die sich in das bei Willa Cather immer wiederkehrende Thema fügen: die tapfere Leistung von Pionieren, die ihr kulturelles Erbe in unerschlossene Gebiete tragen und dabei lernen, Probleme zu bewältigen, auf die sie in keiner Weise vorbereitet sind. Dem Leser erschliesst sich der Charakter eines Kirchenmannes, der die Erfüllung seiner geistlichen Aufgabe mit dem Preis der geistigen Vereinsamung zu bezahlen hat. Als der Tod zu ihm kommt, empfängt ihn Bischof Latour in dem Bewusstsein, seine Lebensaufgabe erfüllt zu haben.
Obwohl der anspruchsvolle gedankliche Inhalt dieses Romans beträchtliche Anforderungen an den Leser stellt, ist er einer der beliebtesten dieser Autorin geblieben.
Ein kleines, aber sehr feines Meisterwerk...Dieser Roman der amerikanischen Autorin Willa Cather aus dem jahre 1927 führt den Leser in die Mitte des 19. Jahrhunderts in das >wilde< Mexiko. Erzählt wird die Geschichte des Bischofs Latour, der trotz seiner französischen Abstammung Fuß fasst und von den Einheimischen, Indianern wie auch Mexikanern, akzeptiert wird und sogar freundschaftliche Beziehungen aufbauen kann. Sein oberstes Ziel ist es aber, den christlichen Glauben zu verbreiten, wobei er aber nie die Belange der einfachen Bevölkerung außer acht lässt. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen bereichert er sich nicht.
Das Buch hat mich persönlich sehr beeindruckt, weil Sprache und Inhalt so wunderbar harmonieren. Cather findet stets die passenden Worte, um Stimmungen einzufangen, Gedanken widerzugeben oder Gegenden zu beschreiben. Man erfährt viel über dieses Land und die damalige Zeit.
Dieses Buch ist einschränkungslos zu empfehlen, weil einfach alles stimmt.
Adelung-1793: Erzbischof, der · Tod, der
Brockhaus-1837: Erzbischof · Tod [2] · Tod [1] · Schwarze Tod
Brockhaus-1911: Erzbischof · Schwarzer Tod · Tod [2] · Tod · Albharts Tod · Alpharts Tod · Bürgerlicher Tod
Herder-1854: Erzbischof · Tod [2] · Tod [3] · Tod [1] · Bürgerlicher Tod · Schwarzer Tod
Meyers-1905: Erzbischof · Tod und Leben · Tod [2] · Tod [1] · Tŏd · Alpharts Tod · Bürgerlicher Tod · Schwarzer Tod
Pierer-1857: Erzbischof · Tod [1] · Tod [2] · Schwarzer Tod · Alpharts Tod · Bürgerlicher Tod