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Durch das versailler Diktat wurden alle Deutschen kriminalisiert. Eine solch ehrlose Behandlung eines Unterlegenen war in der Weltgeschichte bis dato unbekannt gewesen. Hier wird der gesamte Vertragstext endlich wieder zugänglich gemacht. Mit dem vollen Wortlaut der Gegenvorschläge der Reichsregierung und der alliierten Mantelnote sowie einem Essay zur Vorgeschichte.
Ende der Reparationszahlungen nicht absehbarKurz vor dem Ende unseres an Katastrophen wahrlich nicht armen Jahrhunderts ist noch einmal eines historischen Jahrestages zu gedenken, der gewiß mehr als so manch anderer den Gang der Ereignisse beeinflußt hat und auf den ein Gutteil der nachfolgenden Katastrophen zurückzuführen ist. Gemeint ist die 80. Wiederkehr des 28. Juni 1919, des Tages, an dem das Versailler Diktat unterzeichnet wurde. George Kennan, einer der einflußreichsten amerikanischen Diplomaten dieses Jahrhunderts, hat den Ersten - nicht den Zweiten! - Weltkrieg als die Urkatastrophe dieses Jahrhunderts bezeichnet. Am Krieg allein kann das nicht liegen; es gab länger währende Kriege, die zudem größere Räume verwüsteten als der Erste Weltkrieg, und die doch niemand als Urkatastrophe bezeichnet hat. So ist zu vermuten, daß die Ursache für diese Urkatastrophe weniger im Krieg selbst als vielmehr in seinem Ausgang und damit in den Friedensverträgen zu suchen ist.Versailles - und schon der ihm vorangegangene Waffenstillstand von Compiègne - haben in der Tat einen unheilvollen Wandel in die Formen gebracht, in der Kulturstaaten bis zu diesem Zeitpunkt miteinander zu verkehren pflegten. So gab es in Versailles keine einzige Stunde, die korrekterweise als Verhandlung bezeichnet werden könnte. Die deutsche Delegation wurde hinter Stacheldraht gehalten. Nur einmal gestatteten ihr die Sieger, sich schriftlich zum Entwurf des Vertrages zu äußern. Das war alles. Es fügt sich ins Bild, daß die deutsche Stellungnahme fast wirkungslos blieb. Zudem wurde sie, wie die berühmte »Mantelnote« zeigt, mit Argumenten zurückgewiesen, die die Deutschen mitsamt ihrer Geschichte bewußt kriminalisierten. Nach der Unterzeichnung des Diktatfriedens war das Deutsche Reich nicht mehr souverän, nicht mehr frei in seinen Entscheidungen und nicht mehr Herr im eigenen Hause. Militärisch war es wehrlos, wirtschaftlich lag es am Boden. Territorial wurde es nach allen Himmelsrichtungen verstümmelt, fast 3,8 Millionen Deutsche wurden der Willkür fremder Mächte unterstellt, Ostpreußen wurde vom Reich getrennt, und sogar Dänemark, das sich mit dem Reich nicht im Kriegszustand befunden hatte, erhielt einen Teil deutschen Gebietes.Doch der gesamte Inhalt des Versailler Diktats mit seinen 440 Artikeln ist heute weithin unbekannt. Neben den unmenschlich harten Gebietsabtretungs-, Reparations- und Abrüstungsbestimmungen gab es tausend kleine Nadelstiche, mit denen das Reich gedemütigt werden sollte. So war laut Vertrag sogar eine Koranausgabe, die der Kaiser als Staatsgeschenk erhalten hatte, abzuliefern, und Gemälde, die Jahre zuvor ganz offiziell von Belgien gekauft worden waren, mußten an dieses abgegeben werden. Auch die Gegenvorschläge der deutschen Reichsregierung sind ein heute weitgehend unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte. So wollte die Regierung der Entente im Sinne allgemeiner Abrüstung sogar mehr Schiffe ausliefern, als die Feindmächte gefordert hatten. Sehr weitreichend waren auch die freiwilligen Gebietsabtretungen, die das Reich anbot.Der vollständige Text der alliierten Mantelnote, der noch heute nicht nur jedem Deutschen, sondern jedem anständig denkenden Menschen die Zornesröte ins Gesicht treibt, wird am liebsten ganz totgeschwiegen und ist in keinem Geschichtsbuch zu finden. Die Praxis, ein ganzes Volk zu beleidigen, zu kriminalisieren und als Verbrechervolk hinzustellen, ist zwar heute gang und gäbe, stellte aber in der damaligen Welt ein Novum dar.Rechtzeitig zum 80. Jahrestag wurde dieses - singuläre - historische Ereignis der Öffentlichkeit nun wieder bewußt und die Quellentexte am Buchmarkt zugänglich gemacht. Mit einem vorzüglichen Vorwort von Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler, das die wesentlichen Kernpunkte herausarbeitet, erscheint der Text des Versailler Diktats endlich wieder auf dem deutschen Buchmarkt. Neben den üblichen historischen Querverbindungen und Gegenwartsbezügen - so ist ja schließlich Hitler in Versailles geboren, und Maastricht ist nichts anderes als ein Versailles ohne Krieg - gibt dabei ein Gegenwartsbezug besonders zu denken: Die Bundesrepublik Deutschland hat nach der kleinen Wiedervereinigung im Jahre 1990 die Zahlungen im Zusammenhang mit den Reparationsschulden aus dem Versailler Diktat - zum Teil als »Privatschulden« getarnt - wiederaufgenommen. 1997 wurden an Zinsen rund 6,9 Millionen DM und für Tilgungen rund 3,3 Millionen DM gezahlt. Kleinigkeiten, wenn man bedenkt, wie viele Milliarden heute alljährlich aus deutschen Taschen an alle Welt verteilt werden, aber symptomatisch, weil es zeigt, wie aktuell Versailles auch heute noch ist.
Überraschend anders!Ich möchte hier nicht die Geschichte aufrollen oder meine persönliche Sichtweise der Dinge breittreten, sondern etwas zum Buch sagen.
Zum ersten muss gesagt werden, dass dieses Buch keine neutrale, sachliche Darstellung der Geschehnisse ist. Vielmehr wird hier eine sehr deutliche Position zu Gunsten des Deutschen Reiches bezogen. Das mag für den heutigen Leser teilweise unfassbar und unverschämt erscheinen ob der Vergangenheit Deutschlands.
Nun sollte man aber mal folgendes Gedankenexperiment versuchen: Man blende die Geschehnisse nach 1933 vollkommen aus und liest das Buch unter dieser Prämisse. Nun kann man die drastischen Formulierungen nachvollziehen. Jetzt wirken auch die vielen zeitgenössischen Karten(Deutschlands Verstümmelung) und Grafiken weniger drastisch und besser nachvollziehbar. Der Leser muss dieses Buch aber auf jeden Fall sehr kritisch lesen und mit anderen Quellen abstimmen, sonst ergäbe sich ein schiefes Geschichtsbild in der Gesamtheit.
Es soll vielmehr lediglich damit versucht werden, ein Verständnis für die Gefühle der Deutschen jener Tage zu erhalten. Und das vermittelt dieses Buch wie kein anderes. Dieses Buch ist kein brillanter Beitrag zur Geschichtsforschung, aber es vermittelt die Härte gegen das Deutsche Reich und die Verbitterung vor allem Frankreichs gegen den damaligen Riesen im Herzen Europas.
Das Versailler Diktat ist ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zum 2. Weltkrieg und dieses Buch schildert zu 100 % die Sicht des Deutschen Reiches. Wer die verstehen will, der sollte dieses Buch zum Thema lesen, was nicht bedeutet sofort gleicher Meinung sein zu müssen. Vielmehr muss es grade heutzutage erlaubt sein, solch ein Buch zu veröffentlichen um damalige Denkweise zu verstehen, die ja grade frei war von dem Gedanken, dass das deutsche Volk ein Verbrechervolk und schuld am Leid und Elend aller sei.
Das Buch ist frei von der deutschen Schuldneurose, gleichzeitig steht es zu unkritisch auf deutscher Sichtweise verankert. Jedoch halte ich es für eine willkommen Abwechslung zu dröger Geschichtswissenschaft.
Versaille hatte Schuld am Scheitern der Weimarer Republik ..... unter anderem. General Franz Uhle Wettles Buch beinhaltet den Versailler Vertrag und das 14-Punkte Programm von Wilson vollständig! Dies allein rechtfertigt den Kauf. Ansonsten ist der Stil stark von persönlichen Wertungen geprägt. Interessant zu lesen:
Fehler der ALLIIERTEN:
-- Deutschland gehörte zu den - knappen - Verlierern des ersten Weltkrieges, hatte sich recht wacker geschlagen. Traurigerweise in einem völlig sinnlosen Krieg, wo es um keine Ideale oder ein konkretes Ziel ging. Tolkien schrieb "Herr der Ringe", weil es für ihn im Ersten Weltkrieg keine Guten und keine Bösen gab, keine ritterlichen Beweggründe. Unter den Ländern im Juli 1914 gab es keine Unschuldslämmer, Expansion und Kriegsführung war eine international übliche und keinesfalls geächtete Praxis. Ein serbisch/österreichischer Auslöser, dann erste offizielle Kriegserklärungen von französischer und russischer Seite. Die Mobilmachung von Wilhelm II. lies auch nicht lange auf sich warten. Grundlose Todessehnsucht in ganz Europa?
-- Von einer Alleinschuld Deutschlands zu sprechen ist grundfalsch: Das war 1919 historisch die Unwahrheit und ein grober psychologischer Fehler für die Zukunft dazu!
-- Allerdings liesen Wilson/Versaille das Deutsche Reich offiziell weiter bestehen. Vor einer totalen Entmachtung/Fremdbesetzung Deutschlands schreckte man zurück, ansonsten war vor allem Frankreich bereit, dem Verlierer eine Vielzahl an Demütigungen zu bereiten. Ein inkonsequenter Fehler! Mit seinen unritterlichen Passagen '(wie Art. 231) bescherte der Kontrakt Frankreich bereits wieder einen Gegner. England und vor allem Amerika (mit seinen Krediten) zeigte ein weit gutmütigeres Verhalten gegenüber Deutschland.
-- Das Rüstungsverbot trieb Deutschland zur Allianz mit Russland. Zwei geächtete Länder schlossen Freundschaft und gaben sich von 1922 bis 32 gegenseitig umfangreiche Waffenhilfe, heimlichen Austausch von militärischem Personal und Know How.
-- Die Besetzung des Ruhrgebietes (nachdem Deutschland seine Reparationsrate nicht zahlen konnte/wollte) war kein guter Schachzug von Frankreich, in seiner Geschichte schon öfters ein überheblicher und unritterlicher Gewinner. Frankreich wurde dafür übrigens von vielen anderen Nationen scharf verurteilt.
Welche Fehler beging DEUTSCHLAND nach 1918?
--- Hindenberg und Ludendorff hatten das Land einige Jahre wie Demagogen regiert, obwohl sie (als gute Generäle) über keine politische Schulung verfügten. Die Verantwortung für ihre politischen Fehlentscheidungen (z.B. der Eintritt von Amerika nach der U-Boot-Torpetierung vieler neutrale Schiffe), die wollten sie nicht übernehmen. Obwohl Wilhelm II. noch offizielles Staatsoberhaupt war, hielt er sich seit 1914 von Entscheidungen mit politischer Tragweite weitgehend zurück. Wilhelm II. war übrigens ein Gegner des Schlieffenplanes wie auch des unbeschränkten U-Bootkrieges, er setzte sich leider nicht durch.
--- Als die Stunde der Kapitulation/Unterzeichnung kam, setzten Hindenburg und Ludendorff sich diskret ins Ausland ab. Der Gang nach Versailles, das Hissen der weißen Flagge - dieser schwarze Peter wurde dem sozialdemokratischen Parlament zugesteckt.
--- Im Ernst: Warum hatte Deutschland die Unterzeichnung nicht einfach verweigert?! Evtl.wären die Klauseln modifiziert worden, zu Gunsten Deutschlands. Wahrscheinlicher wäre ein weiteres Einrücken Alliierter Streitkräfte gewesen, was Deutschland das Mitgefühl und die Sympathie der Welt zurückgebracht hätte. Niemand vermag in diesem Szenario sagen, wie viele Jahre/Monate die Fremdbesetzung gedauert hätte. Wie die Gebiete des Deutschen Reiches neu aufgeteilt worden wären, falls überhaupt. In Anbetracht der deutschen Geschichte ab 1920 wäre eine Nichtunterzeichnung (mit allen Konsequenzen) vielleicht gar nicht so furchtbar gewesen ...
--- Die Bevölkerung selbst wollte sich nicht mehr erinnern, daß sie zu Hunderttausenden einem Kriegsausbruch zugejubelt hatte, bevor(!) Wilhelm II. die Mobilmachung offiziell machte. Fünf Jahre später war alles verdrängt.
--- Wilhelm II ging nicht freiwillig ins Exil, Militär und Bevölkerung drängten ihn dazu, da nun offenbar er schuld am Ersten Weltkrieg war. Wenn man möchte kann man das Kaiseropfer als ein Zeichen von deutscher Illoyalität - mit Folgen - sehen. Man hatte vergessen, daß man 200 Jahre im Vergleich gut mit der Monarchie gelebt hatte, daß Wilhelmm II. Deutschland 25 Friedensjahre mit Weltgeltung geschenkt hatte.
--- Die unwahre Dolchstoßlegende war ein abscheuliches Leichengift, das von Ludendorff und Hindenburg unter das Volk gestreut wurde. Ausgerechnet jene Generalität, durch deren Fehlentscheidungen der Krieg mit verloren war. Daß der Autor - ein General a.D. - dieses unverantwortliche Verhalten nicht als solches entlarvt und seine Solidarität zu den guten deutschen Tugenden Preußens verschweigt, finde ich etwas seltsam.Kann man behaupten: Der Versailler Vertrag war am AUFSTIEG HITLERS und am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schuld? Ich meine: Ein Grund unter vielen. Der Autor geht auf weitere kaum ein:
---- Die Generation der um 1870/80 geborenen: jene Deutschen/Preußen, die noch vom Glanz der alten Geschichte wussten: Von den guten preußischen Eigenschaften wie Geduld, Großmut, Ritterlichkeit, Religiosität, Privatleben, Fleiß, Kunst, Architektur, Bildung, Goethe, Beschaulichkeit, Toleranz gegenüber Nationen und anderen Religionen - zu ihrem eigenen Wohl ... Diese Generation warf all diese alten (deutschen!)Traditionen über Bord, welche Preußen einst so groß, mächtig und modern gemacht hatte. Diese Väter-Generation hatte keine Lust mehr auf Monarchie, sie hatte auch keine Lust auf Demokratie, sie hatte scheinbar zu gar nichts mehr Lust. Für ihre Kinder hatten sie keine Vorbilder zu bieten.
---- Die Generation der ab 1900 geborenen: hatte den Weltkrieg nicht in den Schützengräben gesehen. Sie erlebten ihn als Spektakel im Radio. Diese Menschen waren von Kind an nicht in der Lage, Nationen als etwas anderes zu sehen wie große gegnerische Sportmannschaften, deren Sinn es ist ständig gegeneinander zu kämpfen. Sie hatten wenig Interesse an privatem Glück, Goethe, Religion, alten Traditionen, Bürgerlichkeit, Gemütlichkeit ... All dies war langweilig und überholt. Gefragt waren schnelle Erfolge, hohe Einsätze, rasende Maschinen, der Einsatz des persönlichen (oder anderen) Lebens für ganz gleich welche Sache. Sie kannten die alten Werte aus eigenem Erleben gar nicht mehr. Und Neue? Etwa die Inflation, die gescheiterte Revolution von Links, die bolschewistische Gefahnr, der Parlamentarismus? So ein lauer und widersprüchlicher Quatsch, dafür lohnte es sich genausowenig wie für die Monarchie zu leben!
--- Und für diese Personengruppe, diese neue nihilistische Generation war Hitler wie geschaffen! Der Mann bot ihnen Sensationen: Straßenschlachten mit SA-Lastwagen, große Schlagzeilen am folgenden Tag. Und später bot er ihnen gar das große Kriegsspielzeug. Endlich hatte das langweilige Leben wieder einen Sinn?! Diese gewaltbereiten Menschen waren eine Minderheit. Doch die anständige Mehrheit in Deutschland bot ihnen leider weder Paroli, noch hatte sie eigene Ideen.
--- Versailles war mitverantwortlich für das Scheitern der Weimarer Republik. Unter anderem.
Ein Vorwort von überholten AnsichtenWas dieses Buch auszeichnet ist, dass es in vollständiger Weise den Vertrag von Versailles wiedergibt und auch die deutschen Gegenvorschläge wie auch die Mantelnote umfasst.
Das war es leider auch schon was dieses Buch empfehlenswert macht. Das Vorwort Dr. Franz Uhle-Wettlers ist in extremer Weise wertend und bedient sich von der historischen Forschung widerlegter Ansichten, die an geschichtlichem und politischem Gespür für die Realität entbehren. So vertritt Uhle-Wettler immer noch die unseriöse Vorstellung des "Dolchstoß" der Marxisten in den Rücken der deutschen Soldaten. Weiterhin glorifiziert der Autor in unangebrachtester Weise die Selbstversenkung der deutchen Kriegsflotte in Scapa Flow. Dies sind nur zwei Beispiele.
Der Vertragstext jedoch ist übersichtlich dargestellt und ermöglicht so das Studium des Vertrages, mit welchem man sicherlich den Verlauf der deutschen Geschichte und den Weg zur Katastrophe des Dritten-Reiches besser verstehen und nachvollziehen kann.