Probst, Anneliese

Das lange Gespräch

Das lange Gespräch
  • Verlag: Dingsda-Verlag
  • Erscheinungsdatum: 1999-01
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 143
  • ISBN: 3928498762
  • EAN: 9783928498760
  • Amazon.de Verkaufsrang: 821.215
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von C. Eydam fanden 2 von 2 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Über einen Versuch, Trauer schreibend zu verarbeiten ...

"Das lange Gespräch" - das sind ein Jahr lang in Gedanken geführte, tagebuchhaft festgehaltene Gespräche; geführt mit dem Menschen, den der Tod ihr auf so schnelle und unfassbare Weise genommen hat - Anneliese Probst im gedachten und doch so lebendigen Gespräch mit ihrem verstorbenen Mann. "Mein Liebster, das ist der erste Tag, den ich ohne Dich leben muß! Du bist nicht mehr da, Du bist tot, man hat Dich weggebracht, und ich gehe durch das Haus und suche Dich und verstehe nicht, was da geschehen ist...". Sozusagen über Nacht hat der Tod eine innige, tiefe Beziehung beendet. Was nun folgt, ist das Abgleiten in Trauer und Verzweiflung, aber auch in Wut und Resignation. Diese neue Situation anzunehmen und zu ertragen, das Leben als ein "Halber Mensch" zu wagen - eine Aufgabe, der sich die Autorin kaum gewachsen fühlt. Fast zaghaft sucht sie Hilfe auch im Glauben ; Ihr Gottvertrauen ist erschüttert, auf viele Fragen findet sie keine Antwort. Gerade auch das Eingeständnis dieser Tatsache macht dieses Buch für mich so glaubhaft und ehrlich! Aber: Sie versucht, dem Schmerz und der Trauer Raum zu geben, ganz offen für diese Gefühle zu sein, und sie dadurch ansatzweise zu überwinden. Im Besonderen wird für den Leser transparent, wie schwierig und zugleich wichtig Trauerarbeit ist. Ein Leben mit den Erinnerungen! Fröhliches und Trauriges aus dem Alltag eines Pfarrerehepaares in der DDR werden noch eimal lebendig. Und auch hier Fragen. Fragen nach dem Sinn des Tuns für die Gemeinde. Es schmerzt die Erkenntnis, daß offensichtlich so wenig davon übriggeblieben ist. Eine tröstende Antwort darauf ist vielleicht in der emotionalen Anteilnahme zu finden, die ihr von ihren Mitmenschen entgegengebracht wir. Äußerungen wie" Mit diesem Pfarrer hätte ich gern einmal gesprochen, dem konnte man alles sagen!" geben ihr doch das tröstliche Gefühl, daß die Arbeit ihres Mannes (an der sie ja auch beteiligt war!) nicht vergebens gewesen ist, sondern wie sie schreibt:"...daß deine Arbeit , daß dein Leben auch für andere wichtig gewesen ist. Nicht nur für mich!" Trost und Lebenshilfe war die Arbeit an diesem Buch für die Autorin; Lebenshilfe können die Gedanken von A. Probst wohl auch für den Leser sein. Die Zeit , dieses Buch zu lesen , sollte man sich nehmen! Christine Eydam




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