Wölfel, Kurt

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2004-11-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 192
  • ISBN: 3423310162
  • EAN: 9783423310161
  • Amazon.de Verkaufsrang: 366.490
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Beschreibung von buecher.de

Schiller (1759 - 1805), der sich vom Dichter der Freiheit zum Philosophen wandelte und sich als typischer Vertreter der Klassik mit allen Bereichen des Wissens beschäftigte, zählt nach wie vor zu den Größten der deutschen Literatur.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Katja Wolff fanden 15 von 16 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Der Herr Professor erzählt

Lesen muß Spaß machen. Dieser kommt aber bei Kurt Wölfels Schiller-Biographie etwas zu kurz.Dabei beginnt es recht vielversprechend, wenn Wölfel die Probleme eines Biographen ganz allgemein voranstellt. Soll man nun Schiller als Mensch („der ein großer Dichter war") darstellen oder ihn definieren über seine Werke. Dieser Spagat ist dem Biographen nicht ganz gelungen.Bereits bei der Darstellung von Kindheit und Jugend werden Lücken erkennbar. Hier sollte man als Leser doch erwarten dürfen, dass das historische Umfeld großen Raum einnimmt. Weit gefehlt, der Autor hält sich vorwiegend an der Oberfläche auf. Herzog Carl Eugen wird trotz weniger kritischer Anmerkungen immer noch als Menschenfreund dargestellt, der 30jährige Krieg hatte offenbar keine negativen Auswirkungen auf das Leben der Menschen (das entspricht zwar irrigerweise den Vorstellungen Schillers, dennoch waren die negativen Belastungen dieses Krieges überall spürbar), und der Siebenjährige Krieg ist Kurt Wölfel allenfalls eine Randnotiz wert. Nein, so wird man Friedrich Schiller als Rebell und als Verfechter der Losung „Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" nicht gerecht.Entsprechend knapp behandelt Wölfel Schillers Verhältnis zur Französischen Revolution, obwohl er (wie z. B. Klopstock und Pestalozzi) zum Ehrenbürger der Französischen Republik ernannt worden war. Die Ambivalenz, die Schiller selbst Kopfzerbrechen bereitete, ist nicht einmal ansatzweise zur Sprache gekommen.Mit größerer Akribie geht Wölfel hingegen an die (werkimmanente) Interpretation der großen Dramen und Trauerspiele heran. Bei diesen Ausführungen erkennt man den Professor für Neuere Deutsche Literatur, den profunden Kenner der Werke und Briefe Schillers. Mir sind jedoch diese Teile des Buches zu publikumsfern, zu professoral, halt eher für das Proseminar an einer deutschen Universität geschrieben als für ein lesendes Publikum, das vielleicht anlässlich des 200. Todestages im kommenden Jahr 2005 erst beginnt, sich mit Friedrich Schiller zu beschäftigen. Hätte ich dieses von Kurt Wölfel geprägte Schiller-Bild in meinen Jugendjahren gelesen, fühlte ich mich gering veranlasst, die Dramen Schillers von den „Räubern" bis hin zum „Wilhelm Tell" in die Hand zu nehmen und zu verschlingen.

Diese Rezension von Medusa fanden 1 von 2 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Nicht empfehlenswert

Wenn der Autor ungefähr 0,001% der deutschen Bevölkerung mit diesem Buch erreichen wollte - herzlichen Glückwunsch, Mission erfüllt. Ich bin eigentlich nie der Ansicht gewesen, dass man das Niveau von Literatur zu Kunst, Geschichte etc. künstlich niedrig halten sollte, nur um die breite Mehrheit zu erreichen. Aber dieses Buch scheint mir an eine verschwindend geringe Minderheit gerichtet zu sein, zu der ich nicht gehöre. Ich musste mich zum Ende regelrecht zwingen, diese Biographie fertig zu lesen.

Das Buch ist teilweise von sehr hohem Anspruch, was Syntax, Wortwahl und generelle Ausdrucksweise betrifft, die literaturwissenschaftlichen Passagen sind deutlich über dem Niveau der gymnasialen Oberstufe, Details des Privatlebens sind sehr spärlich und der geschichtliche Kontext tritt in den Hintergrund.

Positiv ist die klare Struktur des Textes, der Autor vermeidet zwischen den Themen hin und her zu springen. Die grobe Unterteilung ist nach Schillers Hauptaufenthaltsorten geschehen, eine weitere Unterteilung nach grundsätzlichen Themen. Trotz der hochgestochenen Ausdrucksweise weist der Text eine beeindruckende sprachliche Präzision auf. Der Autor hält sich an die bekannten Fakten und bleibt ausnahmslos rational in seiner Beschreibung Schillers. Das ist durchaus erfrischend, insbesondere da man dieser Tage bei einigen Biographien doch das Gefühl hat, eine esoterische Psychoanalyse zu lesen. Das ist hier definitiv nicht der Fall.

Doch genau das macht dieses Buch auch zu einer sehr trockenen Angelegenheit. Es muss nicht immer gleich ein psychoanalytischer Schinken voller Spekulationen sein - aber eine gewisse Emotionalität hätte diesem Buch nicht geschadet, Schiller war Dichter. Die Dichtkunst beschreibt vor allem das emotionale Leben der Menschen - und das ist nicht logisch und nicht rational. Der Autor hat es geschafft einen sehr emotionalen, neugierigen, ehrgeizigen und intellektuellen Mann - der in einer unglaublich spannenden Zeit lebte - langweilig wirken zu lassen.

Die Werkanalysen innerhalb des Buches sind meiner Meinung nach ebenfalls überflüssig. Entweder jemand ist mit dem Werk Schillers vertraut, dann sind diese Analysen doch recht redundant. Oder jemand kennt die Werke nicht, dann ist die Abhandlung von einem halben Dutzend Dramen innerhalb eines Kapitels eher verwirrend als hilfreich.

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