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Von Auguste Comte, dem 'Gründervater' der Soziologie, bis zu Frankreichs Soziologiestar Pierre Bourdieu stellen die 'Klassiker der Soziologie' in zwei Bänden Leben, Werk und Wirkung der großen Soziologen dar. Ausgewiesene Sachkenner eröffnen mit diesen Porträts einen Einblick in die Geschichte und die wichtigsten theoretischen Konzepte der Soziologie.
Probleme bei der Gewichtung der SoziologenDie "Klassiker der Soziologie" (herausgegeben von Dirk Kaesler)sind insofern eine Lektüre wert, als dass sie einen ersten - wenngleich auch oberflächlichen - Blick in das Werk der "Klassiker" vermitteln.
Während der erste Band noch tatsächliche "Klassiker" vorstellt, sieht dies im zweiten Band schon ein wenig anders aus. Hier trifft man auf Soziologen wie Aron, Merton, Mills etc., bei denen man sich doch fragen muss, womit sie sich eine gleichzeitige Nennung mit solchen Koryphäen der Disziplin wie Marx oder gar Max Weber verdient haben sollten. Diese Problematik erfährt noch dadurch eine Verschärfung, dass die Autoren der einzelnen Artikel darauf eingeschworen wurden, eine nicht mehr als ca. 15-20 Seiten umfassende Zusammenstellung zu verfassen - der Tatsache also, dass die verschiedenen "Klassiker" sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht durchaus Unterschiedliches zur Etablierung der Soziologie beigetragen haben, wird nicht Rechnung getragen - insbesondere auch deshalb nicht, weil jeder der Autoren ohnehin ein Experte im Hinblick auf den von ihm vorgestellten Soziologen ist und dessen Wert nicht oft genug hervorheben kann. Zur Selbstlektüre mag dieses Werk also nur bedingt geeignet sein - als Grundlage eines Seminars zur Soziologie hingegen, welches von einem Dozenten mit Augenmaß veranstaltet wird, ist es hervorragend - vermittelt es doch einen von Fachkundigen gelenkten Blick auf das Leben und Werk der vorgestellten Soziologen. Dass sich die einzelnen Artikel wiederum in der Qualität unterscheiden und manche Autoren keine bessere Möglichkeit sahen, mit dem 20-seitigen Limit umzugehen, als möglichst viel an Informationen in ihre Artikel hineinzupferchen - was nur allzu oft zu Verständnisschwierigkeiten führt und desweiteren zur Folge hat, dass es zuweilen nicht leicht ist, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden - liegt in der Natur des Kaesler'schen Konzeptes.
Unter dem Strich natürlich ist diese Zusammenstellung ein gutes Projekt und einer Lektüre wert.
Soziologische Klassiker verständlich und kompakt"Die Klassiker der Soziologie" ist eigentlich selbst schon wert ein Klassiker im Bereich der Lehrbücher zu werden. Auf etwa 300 Seiten stellt jeder der beiden Bände die herausragendsten Soziologen ausführlich und leicht faßbar vor. Dieses Werk ist sehr gut geeignet, sich eine Überblick über die für die Soziologie relevanten Denker zu verschaffen und lädt zu deren weiteren Lektüre ein. Zwar kann man den Autoren nicht generell optimales Gelingen des Versuchs der "Dichten Beschreibung" der Klassiker und ihres Werks bescheinigen, im Ganzen ist es aber mehr als gelungen. Für mich als Student fast schon zu sehr, da dieses Buch dadurch zur Pflichtlektüre wurde. Was aber angesichts dessen Qualität nicht unbedingt schlecht ist. Es ist interessant zu lesen und äußerst informativ. Eine gute Sache also. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Die Klassiker der Klassiker der SoziologieAuch als Herausgeber sollte es erlaubt sein, deutlich zu machen, worum es mir - zusammen mit den Autoren der einzelnen Beiträge - bei diesem gesamten Unternehmen, das mittlerweile aus drei Bänden besteht, geht.
In den vergangenen sieben Jahren haben sich im deutschsprachigen Raum die beiden Bände "Klassiker der Soziologie" als Standardliteratur durchgesetzt. Mit der Fünften Auflage wird eine überarbeitete, aktualisierte und erheblich erweiterte Fassung einer Sammlung vorgelegt, die selbst inzwischen zum Klassiker geworden ist.
Seit dem Ersterscheinen im Jahr 1999 hat sich einiges getan im Haus der Soziologie", was notwendige Auswirkungen auf die Neuauflage der beiden Bände der Klassiker der Soziologie hat.
Während der Inhalt des ersten Bandes, in dem jene Klassiker versammelt sind, die vor dem Jahr 1900 geboren wurden (Auguste Comte, Karl Marx, Herbert Spencer, Vilfredo Pareto, Ferdinand Tönnies, Georg Simmel, Emile Durkheim, George Herbert Mead, Max Weber, Robert E. Park, Robert Michels, Marcel Mauss, Maurice Halbwachs, Theodor Geiger, Karl Mannheim, Norbert Elias, Alfred Schütz), nur geringfügig geändert und aktualisiert werden musste, wurde die Sammlung jener Soziologen, die nach 1900 geboren wurden, aus dem zweiten Band, der im Frühjahr 2007 erscheinen wird (Paul F. Lazarsfeld, Talcott Parsons, Theodor W. Adorno, Hans Freyer, Arnold Gehlen, Helmut Schelsky, Raymond Aron, George Caspar Homans, Robert K. Merton, C. Wright Mills, Erving Goffman, Niklas Luhmann, Jürgen Habermas, Pierre Bourdieu) erheblich verändert und erweitert.
Durch die Todesfälle von Luhmann [1998], Bourdieu [2002], Merton [2003]) und des Merton-Autors Lewis A. Coser [2003] mussten die einschlägigen Beiträge stark verändert werden. Zudem wurden zwei bewährte Klassiker der Soziologie neu in den Zweiten Band aufgenommen: Die Darstellung von James S. Coleman (1926-1995) durch Norman Braun und die von Anthony Giddens durch Andreas Reckwitz bedeuten eine wesentliche Qualitätssteigerung des gesamten Vorhabens.
Der im Jahr 2005 vorgelegte Band "Aktuelle Theorien der Soziologie" versucht zu zeigen, welche Entwicklungen im Haus der internationalen Soziologie, vor allem auf den Etagen der soziologischen Theorieproduktion, zu Beginn des 21. Jahrhunderts zusätzlich und darüber hinaus zu verzeichnen sind. Repräsentieren die beiden überarbeitet und aktualisiert vorgelegten Klassiker-Bände den breiten internationalen Konsens über das theoretische Fundament der wissenschaftlich-theoretischen Soziologie, so soll mit dem Band über die post-klassischen Theorien" in der Soziologie eine fachinterne und fachübergreifende Diskussion darüber angestoßen werden, wie die aktuellen und zukünftigen Baupläne für das Haus der Soziologie aussehen werden. Im bewährten Format finden sich Beiträge über Shmuel N. Eisenstadt, Zygmunt Bauman, Alain Touraine, Michel Foucault, Thomas Luckmann, Jean Baudrillard, Immanuel Wallerstein, die Neuere Historische Soziologie (Charles Tilly, Theda Skocpol, Michael Mann), Hartmut Esser, Richard Sennett, Ulrich Beck, die Soziologische Netzwerkanalyse (Mark Granovetter, Ronald Burt, Harrison White), den Soziologischen Neoinstitutionalismus (John W. Meyer, Frank R. Dobbin) und ausgewählte postmoderne Theoretiker der französischen Gegenwartssoziologie (Edgar Morin, Michel Maffesoli, Bruno Latour).
Probleme bei der Gewichtung der SoziologenDie "Klassiker der Soziologie" (herausgegeben von Dirk Kaesler)sind insofern eine Lektüre wert, als dass sie einen ersten - wenngleich auch oberflächlichen - Blick in das Werk der "Klassiker" vermitteln.
Während der erste Band noch tatsächliche "Klassiker" vorstellt, sieht dies im zweiten Band schon ein wenig anders aus. Hier trifft man auf Soziologen wie Aron, Merton, Mills etc., bei denen man sich doch fragen muss, womit sie sich eine gleichzeitige Nennung mit solchen Koryphäen der Disziplin wie Marx oder gar Max Weber verdient haben sollten. Diese Problematik erfährt noch dadurch eine Verschärfung, dass die Autoren der einzelnen Artikel darauf eingeschworen wurden, eine nicht mehr als ca. 15-20 Seiten umfassende Zusammenstellung zu verfassen - der Tatsache also, dass die verschiedenen "Klassiker" sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht durchaus Unterschiedliches zur Etablierung der Soziologie beigetragen haben, wird nicht Rechnung getragen - insbesondere auch deshalb nicht, weil jeder der Autoren ohnehin ein Experte im Hinblick auf den von ihm vorgestellten Soziologen ist und dessen Wert nicht oft genug hervorheben kann. Zur Selbstlektüre mag dieses Werk also nur bedingt geeignet sein - als Grundlage eines Seminars zur Soziologie hingegen, welches von einem Dozenten mit Augenmaß veranstaltet wird, ist es hervorragend - vermittelt es doch einen von Fachkundigen gelenkten Blick auf das Leben und Werk der vorgestellten Soziologen. Dass sich die einzelnen Artikel wiederum in der Qualität unterscheiden und manche Autoren keine bessere Möglichkeit sahen, mit dem 20-seitigen Limit umzugehen, als möglichst viel an Informationen in ihre Artikel hineinzupferchen - was nur allzu oft zu Verständnisschwierigkeiten führt und desweiteren zur Folge hat, dass es zuweilen nicht leicht ist, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden - liegt in der Natur des Kaesler'schen Konzeptes.
Unter dem Strich natürlich ist diese Zusammenstellung ein gutes Projekt und einer Lektüre wert.
Pflichtlektüre!Eine ganz vorzügliche Einführung und ein anschaulicher Überblick über die soziologische Theoriebildung sowie das Leben und Werk der prägenden Soziologen.
Nützliche Literaturhinweise am Ende einer jeden Darstellung runden die Sache ab und ermöglichen eine weitere intensivere Beschäftigung mit der Thematik.
Diese beiden Bücher gehören zur Grundausstattung eines jeden Soziologie-Studenten, der wissen will, woher die Soziologie kam, wie sie sich entwickelt hat und wie es in der Zukunft um sie steht.