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Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, hilflos zu sein, kann weit reichende Folgen haben: Depression, Angst und schließlich Apathie. Martin Seligmans bahnbrechende Untersuchung aus dem Jahre 1974 ist ein Standardwerk der Sozialwissenschaften.
Eindrucksvoll, doch bisweilen etwas trockenSeligman führt zunächst mit einigen Anekdoten zum Thema hin. Er veranschaulicht die Bedeutung von Kontrolle für das Individuum, um dann experimentelle Untersuchungen zu thematisieren. Des weiteren bringt Seligman erlernte Hilflosigkeit mit Depressionen, Angst und Unvorhersehbareit und Tod in einen Zusammenhang. Auch Heilung und Prävention kommen nicht zu kurz. Am Schluß erörtert Franz Petermann neuere Forschungsergebnisse.Insgesamt ist das Buch sehr interessant und beeindruckend! Es ist recht gut lesbar, also auch für den Laien geeignet. Das Buch hat allerdings auch seine Längen, da Seligman (natürlich) akribisch die unterschiedlichen Versuchsanordnungen aufzählt.
Mit einigem Abstand muten die Tierversuche mitunter recht grausam an.
Erstaunliche Einsichtendas Buch ist zwar sehr wissenschaftlich und etwas trocken geschrieben, könnte beinahe ein Lehrbuch sein, doch wenn man sich davon nicht abschrecken lässt, erstaunlich präzise mit sehr tiefgreifenden Einsichten und daraus resultierenden Erkenntnissen über eigene, mangelbehaftete Verhaltensweisen oder Emotionsstörungen. Auf jeden Fall lesenswert, wenn man sich daran machen möchte, das eigene Leben und Handeln besser zu verstehen, um es vielleicht doch in eine positivere Richtung zu wenden. Keine "leichte Kost" aber hilfreich auch was das Verständnis von seinen "lieben" Mitmenschen angeht.
Einleuchtende Theorien und brutale ExperimenteIch bin zu einer Zeit über dies (relativ alte) Buch gestolpert, in der ich mir Gedanken über mein eigenes (Fehl-)Verhalten gemacht habe. Die Erklärungen zur erlernten Hilflosigkeit waren für mich klar und einleuchtend und deutlich auch die Ansätze für individuelle Änderungsversuche für mich selbst. Soweit war dies Buch sehr spannend und hilfreich für mich. ABER - die beschriebenen Tierexperimente sind unglaublich brutal. Was sind das für Menschen, die Tieren so etwas antun? Können die Fragestellungen dieser Experimente nicht auf weniger brutale Weise beantwortet werden? An keiner Stelle wird daraufeingegangen, dass die Experimentatoren Energie auf die Frage verschwenden würden, wie die Experimente weniger brutal gestaltet werden könnten. Rechtfertigen die Ergebnisse dieser Experimente das Leiden der Tiere? Was geht in den Menschen, die diese Art von Experimenten veranstalten vor sich?
Faszinierendes Buch über Entstehung von DepressionenDie vielen Beispiele lockern das Buch auf, das man fast vergißt ein Sachbuch in der Hand zu haben. Thema ist wie Menschen darauf reagieren, wenn ihr Handeln keinen Einfluß auf das Geschehen hat. Was machen Sie, wenn der Aufzug mal kommt und mal nicht kommt, wenn Sie auf den Knopf drücken. Ein Ansatz Depressionen zu verstehen und zu heilen.
Wissenschaft und TierversucheErlernte Hilflosigkeit gibt einleuchtenden Aufschluß über die Entstehung von Angst und Depression. Es zeigt aber auch, daß die Begeisterung und das Interesse an der Wissenschaft doch wieder die Grenze überschreitet, was an Tierversuchen nötig ist. Es ist z.B. absolut nicht nötig, wissenschaftlich zu untersuchen, ob Hunde, die einen Stromschlag während des Fressens erhalten, anschließend nicht mehr so gerne fressen wie die, die keinen Stromschlag erhalten. Auch müssen quälende Tierversuche, die bereits gemacht wurden, nach Jahren nicht wiederholt werden. Wo bleibt hier das Mitgefühl mit der Kreatur? Viel Leid könnte den Tieren erspart bleiben, ohne daß die Wissenschaft dabei vernachlässigt wird.
Die Übersetzung des Buches ist trocken und der Text nicht flüssig zu lesen.