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Das klassische System der Nationalökonomie liegt in Trümmern. Dennoch wird es von vielen noch immer als 'die' Nationalökonomie betrachtet. Viele Autoren wandten sich davon ab und anderen Arbeitsgebieten zu, welche methodologisch und selbst inhaltlich kaum etwas gemein damit haben. Außerdem jedoch entstand eine neue Theorie, aber auf teilweise anderen Grundlagen und mit teilweise anderen Zielen. Das sieht verwirrend und keineswegs erfreulich aus, fast chaotisch.In welchem Verhältnisse steht die Theorie zu jenen anderen Richtungen und, innerhalb der ersteren, das alte und das neue System? Und was kann man davon erwarten? Überhaupt: Was nun? Gibt es Wege, die weiterführen, und wo sind sie zu suchen? Über alles das hat man soviel diskutiert, aber wirkliche Klarheit - obgleich sie durchzuleuchten beginnt - wurde nicht erreicht. Man kann heute, unbeschadet der Tatsache, daß die Fortgeschrittensten über den Methodenstreit längst hinaus sind, ohne Übertreibung sagen, daß viele Ökonomen üb
er diese Fragen durchaus im Unklaren sind und sozusagen nicht aus und nicht ein, vor allem aber nicht weiter wissen. Jeder kann seine prinzipielle Stellung angeben und mit allgemeinen Sätzen verteidigen, aber wie sich die Sache im Grunde verhält, mit Rücksicht auf jedes einzelne Problem, und was von der Nationalökonomie zu halten, was ihre Natur, Bedeutung und ihre Zukunft denn eigentlich ist, darüber herrscht - und nicht bloß in den weitesten Kreisen - bedauerliche Unklarheit. Darauf nun wollen wir eine Antwort zu geben versuchen.
Eloquente Analyse der ökonomischen Methode - ein KlassikerWer sich mit der Methodologie der Volkswirtschaftslehre auseinandersetzen will, kommt an diesem Standardwerk nicht vorbei. In noch relativ jungen Jahren hat hier ein Großer der Zunft ein teilweise geradezu mitreißendes Standardwerk verfaßt (sofern methodologische Texte "mitreißend" genannt werden können). Schumpeter versucht in diesem Werk die damals (1906) noch relativ neue neoklassisch-axiomatische Methode der Ökonomie zu beschreiben und zu verteidigen, die von Gossens, Jevons und Menger entwickelt wurde. Das gelingt ihm auf eindrucks- und schwungvolle Weise. Hintergrund des Werkes ist der Methodenstreit zwischen den historistisch und den theoretisch ausgerichteten Wissenschaftlern. Die Historisten warfen den Theoretikern vor allem Realitätsferne vor. Schumpeter macht klar, daß der logisch-axiomatische Ansatz aber nicht bereits das Ergebnis darstellt, sondern ein Ansatz ist, und er prägt den bekannten Begriff des "methodologischen Individualismus". Schumpeter weist darauf hin, daß man zwischen dem theoretischen Werkzeug und den Ergebnissen und Interpretationen unterscheiden muß. Daß dies wissenschaftstheoretisch gesehen nicht unproblematisch ist, liegt auf der Hand. Aber die Herausarbeitung dieser These gelingt Schumpeter wirklich auf eloquente Weise. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)