Roy, Arundhati

Der Gott der kleinen Dinge

Der Gott der kleinen Dinge
  • Verlag: btb Verlag
  • Erscheinungsdatum: 1999-05
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 379
  • ISBN: 3442724686
  • EAN: 9783442724680
  • Amazon.de Verkaufsrang: 11.765
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Beschreibung von buecher.de

Die in Neu Delhi lebende Autorin erzählt die Geschichte einer indischen Familie und damit auch die Geschichte Indiens als Teil des britischen Empires und des später unabhängigen Staates; eine wichtige Rolle spielen das uralte, oft grausame Kastensystem und der Konflikt zwischen den großen Religionen. 'Roys visionäre Klarheit ist bemerkenswert, ihre Erzählkunst originell, ihre Geschichte grandios strukturiert und meisterhaft geschildert.' (Publishers Weekly.)

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Mareike Fallwickl fanden 54 von 62 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Das schönste Buch

Dies ist mein absolutes Lieblingsbuch und ich bin felsenfest davon überzeugt,dass es das auch immer bleiben wird,egal,wieviele gute Bücher ich in meinem Leben noch lesen werde.Wer kann,der soll es auf Englisch lesen,da haben die Worte meiner Meinung nach noch mehr Zauber als in der Übersetzung.Es fällt mir richtig schwer,das Buch zu beschreiben,weil es für mich etwas sehr Besonderes ist.

Was mich am meisten an dieser Erzählung fasziniert hat,war,dass ich das Gefühl hatte,als würde die Geschichte langsam und von mir unbemerkt durch die Hintertür hereinkommen und plötzlich vor mir stehen,während ich mich die ganze Zeit auf das Vordergründliche konzentriert hatte. Am Ende,als dann alles zusammenpasste, wusste ich nicht,ob ich lachen oder weinen sollte,ich finde,dies ist eine kleine Geschichte über große Gefühle,die einen wirklich berührt und die man nie mehr vergisst,so kitschig das auch klingen mag.Arundhati Roy erschafft mit ihren Worten eine ganz besondere und geheimnisvolle Welt,in der eine einzigartige Liebe zwar von der Realität erstickt und vernichtet,aber niemals besiegt wird.

In diesem Buch passt einfach alles,vom Stil bis hin zur Erzählperspektive,es ist wundervoll geschrieben und schlau erzählt,ich würde es eigentlich als perfekt bezeichnen.

Deshalb: lesen,weinen,lachen,nie mehr vergessen.

Diese Rezension von Mareike Fallwickl fanden 33 von 35 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ~~~Emotionaler Leserausch~~~

Der Gott der kleinen Dinge ist ein fesselndes und mitunter nicht ganz leicht verdauliches Leseerlebnis, denn die Autorin scheut sich nicht, sich mit unbequemen Themen auseinanderzusetzen. Die Geschichte dreht sich um eine indische Familie, die hin und her gerissen ist zwischen Klassen- und Kasten-Unterschieden, einer Scheidung, größeren und kleineren Eifersüchteleien und Rivalitäten. Unter dem Druck dieser Umstände zerbricht die Familie schließlich. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Zwillinge Rahel und Estha, deren Mutter es wagte, sich gegen die herrschenden Konventionen zu stellen, sich scheiden ließ und einen Unberührbaren liebte.Die Handlung ist stilistisch wunderschön verpackt. Zahlreiche Rückblenden, Erinnerungen und Hinweise auf wichtige Ereignisse im Leben der Protagonisten werden unter den Händen von Arundhati Roy zu einem schillernden Teppich, der von Haß, Liebe, Vergeltung und Vergebung erzählt. Besonders faszinierend ist der Einblick in das uns fremde indische Kastensystem, den die Autorin uns gewährt. Viele kleine und doch so aussagekräftige Szenen, die in einer sehr aussagekräftigen und malerischen Prosa geschildert werden, zeigen dem Leser, daß es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen.Ich machte im Laufe des Buches alle Stationen von Wut, Freude, Glück und Trauer durch, und doch schloß ich das Buch mit einem Lächeln und der Gewißheit, das das Leben trotz allen Härten doch schön ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Diese Rezension von Mareike Fallwickl fanden 20 von 25 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Spannender Blick in eine faszinierende Welt!

Indische Literatur ist nicht mein Ding, dachte ich, bevor ich "Der Gott der kleinen Dinge" gelesen habe. Jetzt bin ich ganz besessen darauf, mehr zu entdecken. Fasziniert hat mich die Leichtigkeit der Erzählung, der besondere Humor, die blumige Sprache und brilliante unverblümte Kinderperspektive. Hier wird eine Familiengeschichte erzählt, der Schulterblick in eine bunte Kultur eröffnet, die uns Europäern oft verschlossen bleibt. Ein Leseerlebnis das Spaß macht und unvergesslich bleibt. Dabei wird auch vor Tabuthemen kein Halt gemacht. "Der Gott der kleinen Dinge" ist zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.

Diese Rezension von Esther fanden 17 von 19 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Kasten-förmiges Loch im Universum

Der Gott der kleinen Dinge entlarvt sich zumal auch als ein Gott des Verlustes, der sich eines einzigen Tages, eines unbedachten Kinderspiels bemächtigt und eine Familie unwiderruflich in weit entfernte Einzelindividuen trennt.

Die zweieiigen Zwillinge Esthappen und Rahel erleben Kerala - die Gewürzküste Indiens - in strahlender Schönheit, das erbarmungslose jedoch anzuerkennende Kastenwesen, ihren Platz in der Hierarchie der Dinge - unterschieden im Geschlecht, geteilt durch die Scheidung ihrer Mutter Ammu - die starke Bindung an Großbritannien in Sprache und Etikette und die Zwiespältigkeit des aufkeimenden Marxismus, der sehr wohl zwischen seinen Genossen unterscheidet.

Das erste Kapitel ist wohl eines der allerschönsten ersten Kapitel, das ein Roman uns schenken kann. Es fasst uns zu Beginn die nicht zu verhindernden Ereignisse, Tragödien und ihre Folgen zusammen und ermöglicht uns die Bekanntschaft mit den Charakteren, wovon jeder eine eigene Geschichte wert ist. Es zeigt uns in geschmeidig raschem Wechsel der zeitlichen Erzählperspektiven den Wandel Indiens und zugleich die Vielzahl der zerbrochenen Persönlichkeiten, die diesem Wandel nur in ihrer äußeren Hülle gefolgt sind. Es ist der Startschuss für eine ganz große Geschichte!

In wunderschön trauriger und nicht verurteilender Manier erzählt Arundhati Roy vom kindlichen, naiven und unbekümmerten Erleben der beiden Zwillinge, von Fragen der Messbarkeit der elterlichen Zuneigung und Gleichheit ob unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft.

Fabelhaft erheiternd und zumal makaber die Schilderungen von Beobachtungsgabe, Kinderwelten und ihren Bildern, vom Rückwärtslesen und alten Damen, die dem Rad der Zeit nur noch technisch Folge leisten können.

Widerlich die Tatsachen von verschwiegenem Kindesmissbrauch, von Misshandlungen seitens der Behörde, von der Verurteilung eines Unschuldigen nach dem Prinzip des "geringsten Verlustes", von Kasten-basierenden Falschaussagen und der Vertreibung eines geliebten Menschen zu Gunsten des Verdrängens, Vergessens und "Unter den Tisch Kehrens".

Verben als Neuentdeckung von Begriffen, die sich wie Meilensteile wiederholend durch die Geschichte schlängeln und der Vielzahl ganz kleiner Dingen eine Definition verleihen - und ihre fabelhafte Übersetzung ins Deutsche festigt diese!

Diese Rezension von poetrylife@gmx.de fanden 16 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Wunderbar!

"Der Gott der kleinen Dinge" ist eines der besten Bücher, daß ich je gelesen habe. Nachdem mit der Vergleich mit Salman Rushdie, dessen Erzählstil mit tödlich langweilt, zuerst abschreckte, stellte ich bald fest, daß Roy weitaus besser ist. Die wunderschöne, poetische und facettenreiche Sprache trägt einem mit fast jedem Wort, jeder Ahnung, die sie vermittelt, fort und regt gleichzeitig auch zu philosophischen Gedanken an über das eigene reelle Leben....Die Lautlosigkeit und Unaufdringlichkeit, mit der Roy ihre verwobene Geschichte erzählt, ist einfach fantastisch und erzeugt , ganz ohne klischeehafte Handlungsstränge und brutale Bilder, Spannung und einen Zauber, der einen bis zuletzt gefangen hält. Die Geschichte der Zwillinge, ihrer vom Leben verfolgten Mutter, der bösen Tante, und das alles eingewoben und doch ein Fremdkörper im politischen und sozialen Hintergrunde des Landes erzeugt ein Bewußtsein von Gegensätzen und die Ahnung, daß die kleinen Dinge die sind, die das Leben weiterdrehen , und daß, was im kleinen geschieht, mehr Einfluß nimmt als das "Große und Ganze". Genial!

Der Gott der kleinen Dinge



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