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Typographie ist heute nicht mehr nur Profis vorbehalten. Jeder, der einen Computer hat, gestaltet mit Schrift - mehr oder weniger bewußt, mehr oder weniger gut. Die Form einer Botschaft ist jedoch ein Bestandteil der Botschaft. Deshalb ist eine 'Erste Hilfe in Typographie' dringend nötig.
Die Autoren stellen sie mit diesem 'Ratgeber für den Umgang mit Schrift' zur Verfügung - allgemeinverständlich, substanziert, sogar vergnüglich. Die erfahrenen Praktiker und Autoren helfen beim Einstieg ins Graphik-Design-Studium, beim Alltag im Büro, bei wissenschaftlichen Arbeiten oder weil auch private Schriftstücke gut gestaltet besser ankommen.
Zeigt die Vielfalt des Themas, bietet aber wenig HilfeZugegeben, das Buch sieht sehr schön aus und ist recht preiswert. Leider begnügt es sich zu oft damit, auf weiterführende Literatur zu verweisen (die anscheinend ausnahmslos im selben Verlag erscheint). Die Zielsetzung der Autoren mit diesem Band ist wohl vor allem, dass die Leute "lernen, die Arbeit professioneller Typographen zu erkennen und zu würdigen" (Zitat aus dem Vorwort).Dieses Ziel wird erreicht, aber der Leser soll ja nicht auf die Idee kommen, es nun selber machen zu können:
Vor dem Einsatz bestimmter Schriften wird gewarnt (Futura:"Nur Meistertypographen werden mit ihr fertig"), beim Seitenlayout "müssen diese einfachsten Hinweise genügen". Beispielsweise fehlen jegliche Angaben zu Mindestabständen von Kopf- und Fusszeilen zum Seitenrand.
"Schriftgrade ab (schriftabhängig) 14 oder 16 Punkt sollten mit verringertem Buchstabenabstand gesetzt werden", aber: " Die Differenzierung der Laufweiten gehört schon zu den Feinheiten des Setzens. hieran sollte sich nur wagen, wer ... das Handwerk aus dem ff beherrscht.".
Die Schriftgröße bei Briefen "wird so gewählt, dass sie normal wirkt. Man darf nicht denken 'oh, wie klein' oder 'ah, wie groß' ". Hmm.Also muss man sich wohl noch weitere Bücher zum Thema zulegen, mindestens zum Thema Schriften, das völlig vernachlässigt wird: Das Kapitel "Schriften unterscheiden" wird auf einer Seite abgehandelt, ohne Beispielschriften zu nennen, wobei zur Unterscheidung Barock- und Klassizistische Antiqua neun Lettern ausreichen müssen. Dazu gibt es ja ein anderes Buch.Nicht unerwähnt bleiben soll allerdings ein absolutes Highlight: das Kapitel zur Papierwahl, hier wurden vier verschiedene Papiersorten in das Buch eingearbeitet und bezüglich möglicher Einsatzgebiete beurteilt.Zusammenfassung: Erfüllt das o.g. Ziel der Autoren, aber nicht die Hoffnungen, die vom "Beipackzettel" geweckt werden. Man wird sich mit Sicherheit noch mindestens ein anderes Buch zulegen müssen, und dann ist der Preisvorteil dahin.
Schönes Buch - guter Einstieg!In diesem schönen, gut gemachten Buch kann man einen wunderbaren Einstieg in die Typographie bekommen. Man merkt beim Lesen, daß die Autoren etwas vom Fach verstehen und lernt durch Beispiele zunächst einmal die wichtigsten Dinge, auf die es beim Gestalten von Textseiten ankommt: Die Wahl der richtigen Schrift, passend zum Thema und zur Länge des Textes. Wie gestalte ich Seiten, Spalten, Absätze und Zeilenabstände? Worauf muß ich bei Hervorhebungen achten und welche Schriften harmonieren miteinander und welche nicht?Sehr schön sind die gegenübergestellten Schriftbeispiele, die sogar auf verschiedenem Papier nebeneinander abgedruckt werden. So kann man anschaulich die Feinheiten der Typographie kennenlernen.Ich konnte mit Hilfe des Buches kurzerhand einen am Computer selbstgebastelten Werbeprospekt "retten", bei dessen Entwurf ich trotz aller Mühe zunächst allerhand Fehler gemacht hatte:
Wer bedenkt schon, daß die gute "Times New Roman" sich nicht optimal für hochweißes Druckerpapier und schmale Textspalten eignet? Ein wenig Herumprobieren, eine andere Schrift mit mehr Durchschuß gewählt - und schon sah das Ergebnis leserlicher und ansprechender aus, obwohl die neue Schrift 2 pt. kleiner war.Wer denkt beim Gestalten eines Prospektes gleich daran, daß die bedruckte Rückseite durchscheinen kann? Schnell den Satz in der Höhe nachgerichtet und es störte nicht mehr so.Wie verhindert man, daß fettgedruckte Überschriften auf hochweißen Papier unangenehm vor den Augen tanzen und doch irgendwie langweilig aussehen? Eine andere Schrifttype mit deutlich zum Fließtext kontrastierendem Erscheinungsbild gewählt, und diese statt schwarz grau gedruckt - wieder eine deutliche Verbesserung.Endlich konnte ich auch mein Unbehagen definieren, das ich beim Anschauen der ersten Seite meines Prospektes hatte: Die nüchterne serifenlose Überschrift wollte nicht richtig zum Thema "Ferien" passen, um das es ging. Eine weiche geschwungene Schreibschrift ausgesucht - und schon "stimmte" der Prospekt. Es hat Spaß gemacht, das eben Gelesene gleich anzuwenden und sofort zu sehen, wie es wirkt.Die Autoren haben völlig recht, daß man schlechte Typographie unbewußt als störend wahrnimmt. Nach der Lektüre des Buches wird einem vieles bewußt - auch wie gut das Buch gestaltet ist. Sehr schön auch sind die Tips zum Umgang mit Bildern im Text. Hier warnen die Autoren auch vor der Typographie als Selbstzweck, die vor lauter Ästhetik den Sinn von Bildern und Texten entstellt. Auch hier wird gezeigt, wie man mit einfachen Mitteln gute Seiten selbst gestaltet.Ich hatte gleich etwas von dem Buch und bekam Lust auf Mehr zum Thema. Darum fünf dicke Sterne dafür.
Günstig, aber leider auch wenig gehaltvoll...Da ich momentan eine Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien mache, gehörte dieses Buch zu einer meiner ersten Anschaffungen. Doch ich wurde leider sehr entäuscht. Auf den ersten zwanzig Seiten des Buches werden nur schlechte Beispiele vorgestellt, auf eine Erklärung dazu soll man bis später warten. Dann folgt ein 40-60 seitiger Wischi-Waschi-Teil, der für mich wenig brauchbare Informationen enthält. Wenn es tiefer in die Materie gehen soll, wird man nur auf andere Werke der Autoren verwiesen. Begriffe wie Durchschuss und Kerning sucht man vergebens. Für jeden der eine Ausbildung in diesem Bereich macht nicht zu empfehlen, für Sekretärinnen (vor allem durch die letzten zwanzig Seiten) gut geeignet. Ich denke, man sollte lieber zehn Euro mehr ausgeben um etwas anständiges zu bekommen. Da die Bücher des Hermann Schmitt Verlags sonst Top sind, leider ein Fehlgriff für mich.
Lust auf mehr...Als ich das Buch zum erstenmal in die Hand bekam, habe ich es gar nicht wieder loslassen können. Ein wunderbares und auf das absolut wesentliche reduziertes Destillat moderner Makro- und Mikrotypografie. Süchtigmachend! Und das zu einem absolut fairen Preis. Erstaunlich, wenn ich bedenke, dass das Buch mit seinen vier verschiedenen Papiersorten für die Buchbinder sicher nicht anspruchslos ist. Eine Erste Hilfe, die weit über den kleinen Verbandkasten hinausgeht und seine Leser fast als Sanitäter entlässt. Wer "Doktor" werden will..., auch dafür ist in einem Anhang gesorgt, der viele weitere Literaturhinweise und ein ausführliches Glossar enthält. Fast überflüssig zu erwähnen, dass das Buch typografisch hervorragend gearbeitet ist. Das macht Lust auf mehr... .
Lesetypographie-LightErste Hilfe in Typografie« ist sozusagen die Light-Ausgabe von Lesetypographie (Siehe: Hans Peter Willberg / Friedrich Forsssman: Lesetypografie; das umfassende Standardwerk).Trotz seiner Kompaktheit bietet das Buch einen umfassenden Überblick über sämtliche Regeln die eine gute, ansprechende, lesefreundliche Typografie bedingen.Das Buch empfiehlt sich einerseits jedem, der öfter Dokumente mit Schrift gestalten muss. Es liefert aber auch jenen die »Lesetypographie« gelesen haben noch wertvolle und neue Hinweise.