Die Studie knüpft an die Diskussion um die Materialität der Kommunikation und das Verhältnis von Schrift- und Bildmedien an.
Ausgangsthese ist, daß typographische Schriftgestaltung Bedeutung vermittelt - jenseits der 'Abbildung von Sprache'. Die Autorin entwickelt eine Zeichentheorie der Typographie und erläutert die semiotischen Voraussetzungen der Bedeutungsvermittlung durch Typographie. Anhand zahlreicher Beispiele wird eine Systematik typographischer Formbildungen und ihrer Wahrnehmung und Deutung entworfen.
Der Hauptteil zeichnet Aspekte der historischen Entwicklung von der Buchtypographie der Klassik bis zur Kunst- und Werbetypographie des 20. Jahrhunderts nach. Ausführlich dargestellt wird die ästhetische und weltanschaulich-politische Kontroverse um Fraktur und Antiqua von der Goethezeit bis zur Schriftpolitik im Dritten Reich. Die typographischen Innovationen Anfang des 20. Jahrhunderts sind ein weiteres Schwerpunktthema. Gezeigt wird, wie die zunehmende Visualisierung s
prachlicher Kommunikation und die Entwicklung von Typographie als sprachunabhängiger Bild-Kunst aus dem Wechselverhältnis von Werbetypographie und den Kunstexperimenten der Avantgarden resultieren.