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Das Revierderby Schalke gegen Dortmund ist mal wieder vorbei. Auf dem Nachhauseweg stürmen Hooligans den Zug und zurück bleibt ein Toter - erstochen. Für Hauptkommissar Brischinsky und seinen Mitarbeiter scheint die Sache zunächst klar, denn dem Toten gegenüber saß Michael Droppe, besudelt mit dem Blut des Opfers, und vor allem finden sich seine Fingerabdrücke auf der Tatwaffe. Doch dann wird eine zweite Leiche gefunden. Diesmal hat es einen Bayernfan erwischt, der seit dem Spiel Schalke gegen München vermisst wurde. Und ein weiteres Mal trifft es einen Fußballfreund: Ein Anhänger des HSV tritt nach dem Spiel in Gelsenkirchen statt der Heimreise seine letzte Reise an. Brischinsky gerät ins Grübeln: Ist hier ein fanatischer Schalke-Fan zugange, der 'seinem' Verein Opfer bringt? Andererseits lässt sich jede Leiche auch anders erklären. Michael Droppe bleibt auf jeden Fall in Haft. Und er bekommt einen Pflichtverteidiger zur Seite gestellt: Rainer Esch, der sich soeben als Anwalt niedergelassen hat. Währenddessen perfektioniert der einzig wahre Fan seine Rituale, um Schalke Erfolge zu verschaffen ... (4. Rainer-Esch-Krimi)
HingeschludertVoller Begeisterung habe ich die ersten beiden Bücher ("Glück auf, Glück ab" und "Alte Genossen") von Jan Zweyer rezensiert: intelligente Plots, originelle Milieuschilderungen, witzige Charaktere. Zweyers viertes Buch ist dagegen hingeschludert. Der Plot ist an Einfachheit nicht zu überbieten, und der Leser kennt schon nach wenigen Seiten den Mörder. Die Charaktere sind langsam abgenutzt, von der erotischen Spannung, die noch in "Glück auf, Glück ab" zu spüren war, ist nichts mehr da. Das Ende kommt abrupt und wirkt, als ob der Verfasser das Schreiben unter Termindruck einfach abgebrochen hätte. Angefangene Handlungsstränge werden nicht weitergeführt, eingeführte Personen tauchen nicht mehr auf. Die Charaktere handeln unlogisch, und auch an Milieuschilderungen ist das Buch dünn, sieht man einmal von den Auslassungen des Verfassers über Imbißbuden im Revier ab. Für seinen nächsten Roman sollte Jan Zweyer sich etwas mehr Zeit nehmen, um sein früheres Niveau zu erreichen. An die Adresse des Verlages gerichtet: Die neuen Rechtsschreibregeln muß man nicht anwenden, es sind lediglich kann-Bestimmungen, damit Schülern, die ein verkommendes Bildungssystem durchlaufen, nicht mehr so viele Fehler angestrichen werden. Man darf immer noch "Portemonnaie" schreiben, und auch unter den neuen Regeln heißt es immer noch "Bridges" und nicht "Brigdes".