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Mit diesem Standardwerk wird an die jahrzehntelange Tradition der burgenkundlichen Publikationen angeknüpft. In jahrelanger Arbeit hat der bis 1994 an der Technischen Universität Berlin lehrende und als Architekt tätige Autor mehr als 4.000 Brugengrundrisse gesammelt, vor Ort überprüft bzw. erstmalig aufgenommen.
Das Lexikon gibt neben den einheitlichen Grundrissen Auskunft über die wesentlichen Merkmale jeder Burg, die Entstehungszeit und ihren Erhaltungszustand. Eine umfangreiche Einleitung erläutert die Geschichte und den Wandel der Burgen des Deutschen Mittelalters im Verlauf der Jahrhunderte, erklärt alle Teile der Burg, von der Zisterne bis hin zum Fallgitter, berichtet vom Wohnen und bietet im Anhang ein Verzeichnis aller Ordensburgen, ausführliche Literaturhinweise sowie ein geographisches Burgenverzeichnis.
Ein Muß für Burgeninteressierte - leider mit vielen FehlernDas Krahe-Werk ist sicherlich das Standardwerk aller ernsthaft burgeninteressierten Laien - gibt es doch sonst nirgendwo eine so umfangreiche Auflistung aller Burgen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Schaut man jedoch näher hin, so stellt man schnell fest, daß Grundrisse, Angaben zu Maßen von Gebäuden und Jahreszahlen fehlerhaft sind. Ja bei manchen Maßzahlen von insbesondere Bergfrieden muß man davon ausgehen, daß der Autor die Burg, den Bergfried nie gesehen haben kann.
Nimmt man das Lexikon als das, wozu die meisten mir bekannten Besitzer es benutzen, nämlich als Nachschlagewerk, um Burgen zu suchen und zu finden und um erste, grobe Ortsangaben zur Anreise zu erhalten, so besitzt das Lexikon sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal am deutschen Markt und ist daher unverzichtbar.
Krahes LebenswerkDieses Grundrißlexikon ist sehr gut geeignet, wenn man den Erhaltungszustand einer bestimmten Burganlage herausfinden will. Es ist weitgehend vom Anspruch der Vollständigkeit entfernt, aber dennoch unverzichtbar, wie ich finde. Das Problem dieses monumentalen Schinkens (es sind wirklich NUR Grundrisse!) ist der lange Zeitraum, in dem die Daten zusammengetragen wurden, wodurch sich teilweise verheerende Fehler eingeschlichen haben, die das Finden der Objekte eher noch erschweren - z.B. Ortsangaben. Vor allem bei den beschriebenen Burgen Osteuropas ist dies der Fall.