Werfel, Franz

Das Lied von Bernadette

Das Lied von Bernadette
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2000-02
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 569
  • ISBN: 3100910532
  • EAN: 9783100910530
  • Amazon.de Verkaufsrang: 58.585
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Beschreibung von buecher.de

Man verfolgt mit wilder Spannung Ihren Weg.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Klaus Grunenberg fanden 66 von 67 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Gut recherchiert

Er hat nicht nur gut recherchiert, dieser Franz Werfel, nein er hat sein Herzblut dreingegeben.

Auf der Flucht vor den Nazis kam ihm der Gedanke, was sage ich, der Wunsch, das Bedürfnis, sich inmitten einer Zeit, die barbarischer nicht sein konnte, über d a s Gedanken zu machen, was den Sinn des sogenannten Lebens vielleicht ausmachen könnte.

Dabei stieß er gezwungenermaßen auf Bernadette Soubirous.

Da er und seine Frau sich gerade nach Amerika absetzen wollten und der Weg sie in die Nähe von Lourdes führte, hat er wohl umfangreiche Recherchen angestellt und unter diesen Umständen noch einiges erfahren können.

Wie dem auch sei, in seinem Vorwort beschreibt er die Umstände, die ihn dazu brachten, bei Rettung seines und seiner Frau Leben aus Dankbarkeit einen Roman über Lourdes zu schreiben.

Das hat er dann auch getan und dieses Werk ist alles andere als langweilig.

In einer Weise, die distanzierter nicht sein könnte, aber trotzdem in einfühlsamer Art, versucht Werfel etwas Unbeschreibliches zu beschreiben (und vielleicht zu erkären!). Daraus ist ein richtig spannender Roman geworden ohne Gefühlstuerei.Ja, die Schule des psychologischen Verstehens und Erklärens wird offenbar und die Liebe zu dem, was wir heute allzuoft beiseite tun wollen, nämlich dem wahren Gefühl, auch geborgen zu sein in dieser vielseitigen (aufheulenden) Welt.Franz Werfel baut behutsam Brücken vom Christentum zum Judentum und umgekehrt. Das ist wichtig zu sagen, denn vieles verbindet uns, mehr als es uns trennt. Aber wer will das schon wahrhaben?

So ist dieses Buch ein unglaublich wichtiger Beitrag zum wahren Problem der Menschen heute, nämlich der Rastlosigkeit, die nicht mehr das Gras sieht, nicht mehr den Bach hört und nicht den klugen und liebevollen Augenaufschlag eines Kindes, sondern lieber das grausige und aufgerissene Maul eines weißen Hai.Man muß nicht den Rosenkranz alle Tage beten, wenn man z.B. zur Seite des Petersdoms gemütlich am Tisch sitzt (wie in einer schönen Szene am Schluß des Romans) und seinen Gedanken nachhängt, man kann es aber ruhig tun.

Ich bin froh, dieses Buch mal wieder gelesen zu haben.

Diese Rezension von meltdown_meetz fanden 9 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen man muß nicht gläubig sein...

... um anzuerkennen, daß werfel mit dieser geschichte, die er laut vorwort aus dankbarkeit für kurze zuflucht auf seiner reise ins exil aufgeschrieben hat, einen der besten (und am meisten unterschätzten) romane des vergangenen jahrhunderts geschrieben hat. sprachlich gewaltig und hochpoetisch, spannend wie ein krimi, humorvoll und durch rasenden wechsel der erzählperspektiven den leser immer in ungewißheit lassend, wo denn nun der wunderhammer hängt. nebenbei ein pointiertes gemälde einer zeit im aufbruch zwischen mystizismus und heraufdämmernder moderne. werfel war kein katholik, sondern jude. grund genug, dieses meisterwerk aus seiner muffig-religiösen ecke zu befreien!

Diese Rezension von ulth fanden 6 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen zeitlos schön, lesenswert und anrührend

ich kenne dieses buch bereits seit fast zwanzig jahren und habe es inzwischen sicherlich 5-6 mal gelesen. nach wie vor liebe ich es für seine wunderbare sprache: grade die szenen über die begegnungen mit der dame sind mit einer solchen liebenden hingabe, mit großer zärtlichkeit und erschütterndem staunen geschrieben, was durch die seiten unter die haut (und ans herz) zu kriechen scheint...

darüber hinaus ein wirklich spannender roman über die zeit, über das mädchen bernadette und über eine fesselnde spirituelle auseinandersetzung - geschrieben von dem jüdischen schriftsteller franz werfel mit sackenntnis, humor und feingefühl.

Diese Rezension von ulth fanden 5 von 5 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Wunder

Bernadette Soubirous, das Mädchen von Lourdes, deren Visionen 1885 die bis dahin kaum bekannte südfranzösische Stadt zu einem weltberühmten Wallfahrtsort gemacht hat, ist die Heldin des Romans, den Franz Werfel auf der Höhe seiner Schaffenskraft 1941 veröffentlichte. In der Gestalt der Bernadette, dieses kleinen Mädchens aus dem armen Volke, sieht Werfel eine Inkarnation der höchsten und reinsten Kräfte der Menschheit, die aus dem Ewigen inmitten einer trostlosen Umwelt und einer unheilvollen Zeit Trost, Hilfe und Heilung bringen. Von allen Werken des Dichters hat dieses Buch den größten Erfolg erzielt. Kein Wunder, denn er beschreibt die Geschichte sehr einfühlsam und zart.... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Diese Rezension von H. Kraus fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Eine Lebensgeschichte

Franz Werfels Buch ist so spannend bis zur letzten Seite, man fühlt sich mitten hineinversetzt in das Leben in Lourdes zur damaligen Zeit. Bernadette und ihre Umgebung erscheint sehr plastisch, so dass man vieles erst beim Lesen versteht. Ich wünsche mir, dass sich eine Mutter angesprochen fühlt und ihr Mädchen Bernadette nennt zur Freude aller. Das Buch ist sehr empfehlenswert für alle, die schon einmal in Lourdes waren oder den Wunsch haben, dorthin zu kommen. Einzige Kiritik von mir ist, dass man erst am Ende des Buches erfährt, dass sich manches historisch nicht so zugetragen hat und der Autor seine schriftstellerische Freiheit nahm.

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