Lembeck, Karl-Heinz (Hrsg.)

Geschichtsphilosophie

Erst seit Renaissance und Aufklärung wird mit der Ablösung des mittelalterlichen Verständnisses von Geschichte als Heilsgeschehen ein philosophisch reflektierter Begriff von Geschichte diskutierbar. Diese Diskussion versammelt eine Vielzahl unterschiedlicher Fragestellungen unter dem Titel 'Geschichtsphilosophie', wobei eine generelle Differenzierung nach zwei Hinsichten anzutreffen ist: Einerseits wird nach dem gefragt, was 'Geschichte' sei, ob sie 'Sinn' habe oder ein 'Ziel', ob ihre Entwicklung auf 'Gesetze' zurückzuführen sei oder nicht. Andererseits steht das Problem der Erkenntnis des Geschichtlichen im Vordergrund, das sich insbesondere für die historischen Wissenschaften stellt. Hier wiegt die erkenntnistheoretische Diskussion vor, die man dann näher unter dem Titel 'Geschichtstheorie' fassen kann. Spekulativ-metaphysische Argumente sind also durchaus von methodologischen zu unterscheiden, obgleich beide Fragehinsichten in der Sache ineinandergreifen, sofern auch das Fragen nach der Geschichte selbst wiederum ein geschichtliches Geschehen ist.

Inhalt:
- Karl-Heinz Lembeck, Einleitung
- Aurelius Augustinus, Vom Gottesstaat
- Giambattista Vico, Prinzipien einer neuen Wissenschaft über die gemeinsame Natur der Völker
- Condorcet, Entwurf einer historischen Darstellung der Fortschritte des menschlichen Geistes
- Johann Gottfried Herder, Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit
- Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte
- Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben
- Wilhelm Dilthey, Das Problem der Geschichte
- Heinrich Rickert, Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft
- Martin Heidegger, Sein und Zeit
- Benedetto Croce, Die Geschichte als Gedanke und als Tat
- Karl Raimund Popper, Das Elend des Historizismus
- Karl Löwith, Geschichte und historisches Bewußtsein
- Bibliographischer Anhang

About this book:
Not until the Renaissance and the Enlightenment, and the concomitant rejection of the mediaeval understanding of history as a process of salvation, could a conception of history arising from philosophical reflections become a subject of discussion. This discussion unites a variety of different questions under the rubric 'philosophy of history,' subject to a general differentiation according to two aspects: on the one hand it is asked what 'history' is, whether it has a 'meaning' or a 'goal,' whether or not its development is explicable with reference to 'laws'. On the other hand the problem of historical knowledge, which is particularly relevant for the historical sciences, is in the foreground. Here the epistemological discussion, which can more specifically be given the title 'theory of history,' predominates. Speculative metaphysical arguments are thus by all means to be distinguished from methodological arguments, although both aspects intermesh in the subject in question, insofar as the question of history itself is in turn a historical process.


Verlag: Alber

Ausstattung: 224 S.

ISBN: 3495480110

Preis: 15,00 €


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