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Um nicht an die USA ausgeliefert zu werden, entführte der kolumbianische Boß des Medellinkartells, Pablo Escobar, im Jahr 1990 nacheinander neun Personen, Angehörige politisch einflußreicher Familien und Journalisten. Der Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez schildert in seiner Reportage das Schicksal von zwei entführten Frauen, deren Haftbedingungen er bis ins kleinste Detail recherchierte. Er läßt den Leser an den Ängsten und Hoffnungen der Geiseln teilhaben und berichtet über die Umstände ihrer Befreiung.
Vorhang auf: Leise rieselt der SchneeDer Krieg zwischen den Drogenkartellen und der Regierung hat in Kolumbien ein erschütterndes Ausmaß erreicht. Aufgrund eines Dekrets der amtierenden Regierung, welches die Auslieferung inhaftierter Drogenbosse an die USA vorsieht, läßt Pablo Escobar, seines Zeichens Pate des Medellin-Kartells, 1990 neun Geißeln einflußreicher Familien des Landes kidnappen, um der Abschiebung zu entgehen.Marquez rekonstruiert in diesem Roman anhand der Aussagen Überlebender den Verlauf dieses Dramas bis zu seinem bitteren Ende. Er gewährt dem Leser auch Einsicht in ein Land, welches, obgleich seiner Schönheit, von Korruption zerfressen ist und in dem die Menschen wenn sie überleben wollen, gerade wegen dieses Systems und der dadurch entstandenen Armut, gar keine andere Wahl haben, als Handlanger einer dieser Kartelle zu werden.Auch wenn dieses Werk eine Orgie der Gewalt ist, zeigt es nur auf, wie die Realität in einem zwiespältigen Land wirklich aussieht. Zudem wird drastisch sichtbar wie schwer es ist, einer zur jeder Tat bereiten kriminellen Organisation beizukommen.Ein Buch über einen Vorfall in einem Land in dem der Schnee erzeugt wird, oder, die blutrünstige Neuauflage der Frau Holle.
Zustände in Kolumbien und menschliche Grenzsituation"Nachricht von einer Entführung" ist ein aufregendes Buch voller Spannung.Der Stil ist sehr nüchtern, wie es einer Reportage angemessen ist. Gleichwohl schafft Marquez sehr starke Bilder, die man nicht vergisst. Auch die starke emotionale Bewegung wird über das Geschehen transportiert, nicht über die Sprache.Immer wieder muss man sich bewußt machen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, weil das Geschehen in Kolumbien so unglaublich erscheint, dass man es auch für erfunden halten könnte. Vor einigen Jahren habe ich bereits die Lebensgeschichte eines Straßenkinds in Bogotà gelesen. Ich war erschüttert über den Zustand des südamerikanischen Lands. In dem Buch von Marquez betritt man neben der menschlichen, nun auch die politische Bühne, sieht den schwierigen Kampf eines Landes im "Quasi-Kriegszustand" gegen Terrorismus und Drogen und den uns vollkommen fremden Umgang mit einem Verbrecher. Auf der anderen Ebene des Buches wird die psychologische Situation der Entführten, ihr Alltag und ihr unterschiedlich Umgang mit der Situation fast physisch spürbar. Es sind Menschen in einer Grenzsituation. Diese Mischung aus Politik, Emotion und sehr gut lesbarem Stil findet man in der aktuellen deutschen Literatur leider sehr selten.
Innenansicht des DrogenterrorsDiese Reportage des kolumbianischen Nobelpreisträgers beschreibt den Höhepunkt des kolumbianischen Drogenkrieges am Beginn der Neunziger Jahre, als sich die Regierung des Landes und das Drogenkartell von Medellin unter der Führung des Drogenpaten Pablo Escobar einen Kampf auf Leben und Tod lieferten. Um die von der Regierung angedrohte Verfassungsänderung, die eine Auslieferung der Drogenbosse an die USA erlauben würde, zu verhindern, werden im Spätsommer 1990 zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens entführt. Die Geschichte dieser Entführung, ihrer Morde und Freilassungen, ist das Thema des vorliegenden Buches, das vor allem Dreierlei bietet: zunächst eine Innenansicht der Entführungen aus der Sicht der Opfer, eine Art Chronik des Grauens und der Verzweiflung von Menschen, für die jeder Tag den Tod oder die Freiheit bringen kann. Diese meisterhaften psychologischen und mikrosoziologischen Studien bilden den lesenswertesten Teil des Buches. Sodann liefert die Reportage ein erschütterndes Abbild der durchkriminalisierten kolumbianischen Gesellschaft, eines Landes mit einer abgehobenen europäisierten Oberschicht, einer nicht minder abgedrehten marxistischen Guerilla und zwei Drogenkartellen, die sich bis aus Messer bekriegen. Allerdings wird man einschränken müssen, dass auf dieser Bühne die handelnden Personen wie Präsident Gaviria, Maruja Pachon und ihr Ehemann, die später erschossene Journalistin Diane Turbay, die Wächter, die Bosse, die Priester, Pablo Escobar und viele andere mehr als Gedankenträger denn als unverwechselbare Charaktere in Erscheinung treten.. Darin liegt auch das Problem des Buches: für einen Roman ist es zu wenig literarisch, zu wenig introspektiv, weil die Personen oberflächlich bleiben, für ein Sachbuch fehlt die Analyse: Kolumbien erscheint als ein Land des Terrors und des Todes, ohne dass klar wird, wieso. Am Ende bleibt nach dem Tod Pablo Escobars nur die Hoffnung des Autors, dass die Zukunft besser mögen werde, was fast einer literarischen Kapitulation gleichkommt.
So spannend kann das wahre Leben sein.In diesem Buch schildert der Autor die im kolumbianischen Alltag immer wieder auftauchenden Entführungen von Menschen. Anhand von Interviews die der Autor nach der Freilassung der Geiseln geführt hat, hat er einen Tatsachenbericht verfasst, der unglaublich spannend und fesselnd ist. Allerdings bleibt ein beklemmendes Gefühl zurück, da es sich nicht um eine erfundene Geschichte, sondern um echte Schicksale handelt. Dieses Buch kann uneingeschräkt empfohlen werden, wie alle Bücher dieses herausragenden Autors.
Ein beklemmender und spannender RomanBeim Lesen dieses Buches wurde mir immer wieder bewusst, wie schwierig doch die Situation in Kolumbien für die Menschen ist. Der Autor schildert sehr genau und detailversessen, was aber die Spannung keineswegs beeinträchtigt. Die beteiligten Menschen lassen einen nicht los, und kehren immer wieder ins Bewußtsein zurück. Alles in allem ein tiefer Blick ins kolumbianische Herz.
Brockhaus-1911: Entführung · Lorenzo Marquez · Lourenço Marquez · Diego Garcia · Viardot-Garcia · Garcia Gutierrez · Garcia
DamenConvLex-1834: Malibran-Garcia, Maria
Heiligenlexikon-1858: Gonsalvus Garcia, B. (3) · Garcia Martinez, B.
Herder-1854: Entführung · Garcia
Meyers-1905: Entführung · Lourenço Marquez · Garcia [2] · Viardot-Garcia · Martin Garcia · Ciudad de Garcia · Diēgo Garcia · Garcia [1] · Garcia Icazbalcēta
Pierer-1857: Nachricht · Entführung · Malibran-Garcia-Beriot · Martin Garcia · Viardot-Garcia · Garcĭa · Diego Garcĭa · Garcīa [2] · Garcīa [1]