Hacker, Doja

Nach Ansicht meiner Schwester

Nach Ansicht meiner Schwester
  • Verlag: Piper
  • Erscheinungsdatum: 2001
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 159
  • ISBN: 3492233562
  • EAN: 9783492233569
  • Amazon.de Verkaufsrang: 1.040.553
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Beschreibung von buecher.de

Die Autorin erzählt in ihrem autobiographischen Debütroman die Geschichte zweier Schwestern, deren Lebenswege sich mit Ende Zwanzig noch einmal kreuzen. Nach der Trennung von ihrem Mann zieht die ältere zur kleinen Schwester. Früher hatte sie sich mit dem Gedanken beruhigt, daß die jüngere ihr immer ein wenig unterlegen sein würde. Doch inzwischen war nichts mehr so wie früher. Die Dinge hatten sich eben geändert.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Keine spektakuläre Geschichte breitet Doja Hacker in Nach Ansicht meiner Schwester vor uns aus, sondern Alltag: Zwei Schwestern, Mitte zwanzig, ziehen zusammen in Berlin, leben neben- und miteinander, durchleben gemeinsam wechselnde Männerbeziehungen, Familiengeburts- und feiertage. Obwohl die Ich-Erzählerin über ihre Schwester Jill sagt: "Jill sollte das können, was ich konnte, sie war ja meine kleine Schwester. [...] Sie würde immer das, was ich konnte, ein bißchen weniger können. Das erschien mir keine schlechte Aussicht", ist es in Wahrheit doch sie, die Ältere, die Trost, Anlehnung, den Rat und die Gesellschaft der Jüngeren sucht, da diese sich selbt und ihr Leben trotz Höhen und Tiefen fester im Griff zu haben scheint und immer genau weiß, was richtig und zu tun ist. Die große Liebesgeschichte des Romans kommt denn auch auf Jills Initiative zustande: die große Schwester lernt den Polen Jan bei einem Reiterurlaub kennen, zu dem Jill sie überredet hat. Sie verliebt sich in ihn, kauft ein Haus in Polen und er träumt von einem gemeinsamen Urlaub in der Mongolei, malt ihr diesen Traum immer wieder in schillernden Farben aus. Doch die Kluft, die zwischen seinem Leben auf dem polnischen Land und ihrem in der Großstadt Berlin liegt, lässt sich immer schwerer überbrücken. Schließlich endet eine Autofahrt im klapprigen Fiat von Jan an einem polnischen Baum -- auch wenn keine äußeren Wunden zurückbleiben, ist damit das Ende ihrer Liebe besiegelt. Wie die beiden Schwestern Lieben und Leiden und etliche Familientreffen in Anwesenheit der geschiedenen Eltern gemeinsam durchleben, durchsetzt mit Rückblenden auf die kleinstädtische Kindheit in Kiel, das erzählt die Autorin hier modern und differenziert. Ein Einblick in die Erfahrungswelt zweier "normaler" junger Frauen, der ohne Happy End endet, aber dennoch gut. --Roswitha Wille

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Gunda Bernhard fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Schön und mitreissend erzählt!

"Als ich die Wohnung aufgeschlossen hatte, wußte ich es: So konnte es nicht weitergehen, keinen Tag."

Soweit ist das keine ungewöhnliche Situation für eine Liebesbeziehung. Aber die Erzählerin macht ernst, zieht sofort aus und zu ihrer jüngeren Schwester Jill, die früher immer ein bißchen weniger konnte. Nun scheint sich das geändert zu haben.

Jill muss sich keinen Hund anschaffen, um jemanden zu haben, der für sie zuständig ist. Sie steht früh auf und geht geregelter Arbeit nach.

Die Konflikte, aber auch der Spass in der SchwesternWG sind vorprogrammiert.

Ein leichtes Buch über sich unterscheidende Temperamente und Lebensentwürfe. Der letzte Satz: "Wie es ist, ist es gut!"

Na also!

Diese Rezension von ricardabussche@t-online.de fanden 1 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ein wunderbares autobiographisches Debüt

Auszug aus dem Werk: "Mami hatte ihr System entwickelt, jetzt wandte sie es auf uns an.Wenn jemand intellektuell begabt ist, entschied sie, denkt er nicht sozial. Das betraf mich. Wenn jemand eine besondere Fähigkeit besitzt, Gemeinschaften zu fördern, geht er im Leben nicht abstrakt und begrifflich vor. Das galt Jill. Sind wir so? Das hättet ihr wohl gern. Wir sind sehr befreundet, Jill und ich. Wir wohnen zusammen. Zugegeben: sie kann besser ohne mich als ich ohne sie. Sie genießt es, daß ich keine Freunde habe. Bald werde ich in ihrem Leben ein Störfaktor sein."Etwa 10 Jahre nach dem abrupten Ende ihrer Kindheit, eingeleitet durch die Trennung der Eltern, begegnen sich die beiden Schwestern erneut. Ein gefühlvolles Buch einer Schwesterbeziehung.

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