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Eine Gebrauchsanweisung für das menschliche Gehirn
'Das Gehirn ist ein dynamisches, hochempfindliches und doch robustes Gefüge, das sich, je nach den Verhältnissen, an fast jedes Element seiner Umgebung anpassen kann.' (John Ratey)
Der Krimi des GehirnsJohn Ratey ist auf über vierhundert Seiten gelungen die Funktionsweise des Gehirns klar und deutlich auch in Alltagssprache darzustellen!!!
Mit eindringlichen alltäglichen Beispielen werden die neusten Forschungsergebnisse verknüpft .
Ein gelungenes Buch, als Pflichtlektüre zu empfehlen für alle Menschen die in Helferberufen arbeiten, neue Sichtweisen auf bisherige psychologische Konzepte werden schlüssig erklärt.Liest sich seitenweise wie ein Krimi :-) und ist für neugierige Gehirnforscher kaum aus der Hand zu legen!!!
Dem Anspruch leider nicht gerechtJohn Ratey hat sich ein großes Ziel gesetzt: Eine Gebrauchsanweisung für das menschliche Gehirn zu erstellen. Ein Organ das auch von Fachleuten längst noch nicht verstanden wird und für das noch viel Forschungsbedarf besteht.
Kann so ein Vorhaben von Erfolg gekrönt sein? Nun, bei mir war Ratey leider nur bedingt erfolgreich. Mehrfach stand ich vor der Frage das Buch beiseite zu legen und mich auf andere Art zu beschäftigen. Insbesondere bei den zähen und langwierigen Erörterungen über die "Bewegung" oder die "Sprache". Auch die vielen Wiederholungen einzelner Aspekte in den verschiedenen Kapiteln konnten nicht wirklich die Spannung erhöhen. Interessant und gut lesbar wurde das Buch erst gegen Ende, als das "soziale Gehirn" zum Thema wurde. Dort wollte Ratey wohl allen Lesern, die bis dahin durchgehalten haben, noch eine kleine Belohnung zukommen lassen. Ob Ratey fachlich mit seinen Theorien richtig liegt kann ich als Laie nicht beurteilen - ich habe auch nicht alle nachvollziehen können. Vielleicht liegt das aber auch am Thema - wie weit ist das Gehirn denn überhaupt zu verstehen? Und sind da 460 Seiten ausreichend? Bei Ratey sind sie ausreichend. Im Gegenteil: Wäre der Umfang um 20% gestrafft worden, hätte es keinen großen Verlust bedeutet.
FragwürdigUnd wieder eine Gebrauchsanweisung. Ratey's Vorhaben, die "moderne" Gehirnforschung in einfachen Worten zu schildern, ist durchaus lobenswert. Sie gelingt jedoch nicht. Das Buch ist geschwätzig und voller - gelinde gesagt - Fehlinterpretionen. Einige wirklich alte Zöpfe werden hier präsentiert. Schon die erste Abbildung im Buch zeigt das "dreieinige Gehirn" von MacLean aus den Sechziger Jahren. Immer wieder findet es - eben auch durch populärwissenschaftliche Bücher wie dieses Eingang in Medien und Literatur. Sogar in der Management-Literatur wie in einem Buch von Gertrude Höhler wird das Modell als Begründung der eigenen Thesen herangezogen. Evolutionsbiologen und die meisten Neurowissenschaftler haben das Dreieinigkeitsmodell (MacLean dachte dabei an Augustin's De trinitate!) längst ad acta gelegt, ja bekämpfen es sogar, da es viele Vorurteile transportiert. Um es kurz zu machen: Alle Wirbeltiere haben dieselbe Hirnstruktur, die sich gleichzeitig entwickelt hat. Ein Salamander hat auch ein Großhirn, das selbst bei ihm 50 % ausmacht. Eine Unterteilung in Reptilien-, primitives (schon der Name stösst den Biologen sauer auf) und entwickeltes Säugerhirn ist schlichtweg falsch. Um es kurz zu machen: alle Gehirnregionen sind felxibel miteinander verschaltet, es gibt keine primitiven Areale, sondern nur unterschiedliche. So viel dazu: ein Buch, dass von einer falschen Prämisse ausgeht, führt meistens nicht zu richtigen Ergebnissen. Schade - eine Chance vertan.
Versuch einer GebrauchsanweisungJohn J. Ratey bekennt sich, wie viele amerikanische Wissenschaftler auch, zur Veröffentlichung seiner Ergebnisse, um sie einem Laienpublikum zugänglich zu machen.Dann kommt es zu dem, was man gerne "allgemeine" Ansicht nennen mag und zu oft langweiligen Ergüssen.
Allein die Sprache, ein Kapitel, das mich besonders interessiert, hat mich einwenig gefesselt.
Daß soziales Verhalten ebenfalls ein "Ding" des Gehirns ist, wie auch das Glücksgefühl, das durch Dopaminausschüttung quasi als Belohnung dazugegeben wird ( danke Gehirn ! ), hat mir einfach sehr gefallen..
Nun ist es doch so, daß allein schon etwas Bewegung das Gehirn in seiner Aktivität anspornt, mehr zu arbeiten (also ein circulus vitiosus, heißt: ein sich selbst emotionierender Kreislauf). Daraus schließe ich, daß es neben Kreuzworträtseln oder dem Lösen von Mathematikaufgaben auch noch etwas gibt, daß mich befriedigt und mein Gehirn auch, nämlich Bewegung, Laufen, Joggen, Schwimmen, Singen, Musizieren, Tanzen, Schauspielern, Gedichte schreiben, eine Familie gründen, Lieben, Helfen, andere Menschen glücklich machen, sich selbst auch usw..
Aha, denke ich da und werde mich gleich auf die Socken machen, um die Stadt laufen, tief Luft holen, Ausschau halten nach etwas Liebenswertem (oho) und nachdenken. Nachdenken über dieses Buch.
Versuch einer GebrauchsanweisungJohn J. Ratey bekennt sich, wie viele amerikanische Wissenschaftler auch, zur Veröffentlichung seiner Ergebnisse, um sie einem Laienpublikum zugänglich zu machen.Dann kommt es zu dem, was man gerne "allgemeine" Ansicht nennen mag und zu oft langweiligen Ergüssen.
Allein die Sprache, ein Kapitel, das mich besonders interessiert, hat mich einwenig gefesselt.
Daß soziales Verhalten ebenfalls ein "Ding" des Gehirns ist, wie auch das Glücksgefühl, das durch Dopaminausschüttung quasi als Belohnung dazugegeben wird ( danke Gehirn ! ), hat mir einfach sehr gefallen..
Nun ist es doch so, daß allein schon etwas Bewegung das Gehirn in seiner Aktivität anspornt, mehr zu arbeiten (also ein circulus vitiosus, heißt: ein sich selbst emotionierender Kreislauf). Daraus schließe ich, daß es neben Kreuzworträtseln oder dem Lösen von Mathematikaufgaben auch noch etwas gibt, daß mich befriedigt und mein Gehirn auch, nämlich Bewegung, Laufen, Joggen, Schwimmen, Singen, Musizieren, Tanzen, Schauspielern, Gedichte schreiben, eine Familie gründen, Lieben, Helfen, andere Menschen glücklich machen, sich selbst auch usw..
Aha, denke ich da und werde mich gleich auf die Socken machen, um die Stadt laufen, tief Luft holen, Ausschau halten nach etwas Liebenswertem (oho) und nachdenken. Nachdenken über dieses Buch.