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Kaum ein Dichter wurde so beharrlich missverstanden, fehlgedeutet und unter Wert gehandelt wir Friedrich Schiller. Dabei ist er, der bürgerliche Intellektuelle, der modernste unter den Weimarer Klassikern.
Nichts für Schiller-Neulinge!Diese Monographie bietet einige Anregung für Leute, die sich eingehender mit Schiller befassen wollen und sich in seinem Leben und Werk schon etwas auskennen. Wer sich erstmals über Schillers Leben informieren will, wird hier schlecht bedient. Die drei Autorinnen, die jeweils verschiedene Kapitel verfasst haben, orientieren sich eher an der Entstehungsfolge der Werke denn am eigentlichen Lebenslauf, es ist schwer, hier den roten Faden zu behalten, da hilft auch die Zeittafel am Ende des Buches manchmal nicht viel weiter. Auch für den, der sich erstmals mit Schillers Werk befassen will, ist dieses Buch nicht besonders geeignet, denn die Autorinnen, allesamt profunde Kennerinnen, schöpfen zwar aus dem Vollen, aber zitieren, vor allem in den letzten Kapiteln, mal aus diesem, mal aus jenem Werk, so dass wer sich in den Werken noch nicht auskennt, hier leicht mal verwirrt wird. Wer sich allerdings von Schillers Leben und Werk bereits ein Bild gemacht hat, kann hier Denkanstösse und Zusatzinformationen finden, die er für seine eigene Auseinandersetzung mit Schiller nutzen kann.
Allerdings sind die Ansätze der Autorinnen oft etwas sehr aufs Historisch-Soziologische limitert, so sind z. B. für Claudia Pilling „Die Räuber" vor allem eine Darstellung der „Befindlichkeit des modernen Menschen" und Schiller wird von allen drei Autorinnen vor allem als bürgerlicher Autor in einer beginnenden modernen Gesellschaft gesehen - ohne dass übrigens der vielschichtige Begriff „Modern" genauer definiert würde. Man vermisst ein wenig andere Zugangsweisen zu Schillers Leben und Werk. Sehr nützlich ist die Bibliographie, in ihr ist gut geordnet eine Auswahl wichtiger weiterführender Literatur verzeichnet.
Panne im LektoratDie Monographien im Rowohlt-Verlag sind immer gut wegen des Bildmaterials. Meistens sind auch die Texte nicht schlecht. Im vorliegenden Fall kann man das nicht sagen. Als Einstieg unbrauchbar. Für Kenner überflüssig. Die drei Autorinnen (warum gleich drei oder warum nicht gleich fünf?) kümmern sich wenig um Schiller und noch weniger um den Leser. Es geht ihnen vor allem um Selbstverwirklichung und das in einer total verquasten und pretentiösen Diktion. Der Verlags-Lektor hat offensichtlich total gepennt. Besser, man greift zu Safranskis hervorragender Schiller-Darstellung und guckt sich in diesem Band nur die Bilder an.
Ein gutes Buch, aber nicht sehr gutDiese Biographie gehört schon zur Reihe der neuen rororo-Monographien und beinhaltet deswegen viele buntgedruckte Bilder, Schautafeln, bunt unterlegte Zitate, Nachdrucke von Ölgemälden von Zeitgenossen, von Schillers Handschrift und bunte Skizzen von Weimar, Jena und anderen deutschen Städten.
Geschrieben ist die Biographie allerdings, trotz bemühter Kapiteleinteilung in Leben, Werk, Weimar etc. ein wenig uneinheitlich. Drei Autorinnen stehen auf dem Einband, und so liest sich das Buch auch: drei Stile, die selbstbewusst erzählen wollen, die aber sehr unterschiedliche Schwerpunkte legen, was man in den Kapiteln, da sie den Autorinnen nicht namentlich zugeordnet sind, als ein wenig störend empfinden kann. Da wünscht man sich im einen Kapitel mehr Wertlegung auf die persönlichen Beziehungen und vermisst diese Vertiefung, ein anderes Mal würde man gerne mehr über den literarischen Inhalt eines Werkes hören, statt einer germanistischen Bewertung, ein drittes Mal fehlt gerade diese Bewertung ein wenig und die Beschreibung bleibt zu vage.
Dennoch erhält man durch das Lesen der Biographie einen netten Überblick über Schillers Werk. Meines Erachtens ist die Biographie, für meinen Geschmack, insgesamt ein wenig zu detailreich die Werke betreffend und ein wenig zu dünn, was das Leben und seine persönlichen Beziehungen betrifft, aber das mag der eine positiv, der andere negativ bewerten.
Noch eine Sache ist mir als ein wenig negativ aufgefallen: Schillers Leben wird, da die Kapitel von unterschiedlichen Autorinnen verfasst zu sein scheinen, nicht chronologisch erzählt, oder nur sehr grob. Das Buch springt hin und her, und auch, wenn man sich im Kopf eine Zeitkarte vorf Augen legt und versucht, die Ereignisse und Werke einzuordnen, gelingt das nur unter größerem Aufwand, als wenn einfach Werk und Leben parallel erzählt worden wären.
Eine Übersicht, ein detaillierter Werk- und ein knapper biographischer Einstieg, wer genau das sucht, der wird mit diesem Buch manchen Gedanken hilfreich finden und sich an der Zusammenstellung erfreuen. Auch für Schiller-Bewandertere aber birgt es sicherlich manche neue Information, als Einstiegs- oder kleines Übersichtswerk also lesenswert.
Das wichtigste über Schillers Leben....gut zusammengefasst und brav und ordentlich vorgelesen. Schiller war nicht nur Dichter sondern auch Philosoph, Arzt, fühlte sich oft unterfodert und war von Einsamkeit geplagt. Eigentlich sollte er Pfarrer werden. Schiller steht für den bürgerlichen Dichter und Intellektuellen seiner Zeit. Ein interessantes Leben in einer interessanten Zeit, was sich in diesem Hörbuch auch gut spiegelt. Zum Hörbuch: Hier wird gut und lebendig vorgelesen, mit angenehmer Stimme - ein paar Abstriche muss man machen: Die CD endet ein bißchen plötzlich, ein Brief von Schiller wird trotz Ankündigung nicht vorgelesen, es folgt eine halbe Minute Pause. Woran Schiller erkrankt war erfährt man nicht, sonst geht es rein biographisch zu, es gibt keine literarische Einordnung oder ähnliches. Wenn man sich einen schnellen Überblick zum Leben Schillers verschaffen will, ist man hier gut beraten
Germanistik-SeminarDieses Buch enthält de facto ein germanistisches Seminar. Es ersetzt in der Rowohlt-Reihe die Schiller-Monographie von Friedrich Burschell (1958) schließt aber in Sachen Kurzweiligkeit und Originalität an dieses Werk an (siehe dort). Die indogermanischen Wortwurzeln von "Seminar" führen übrigens zu den Begriffen "schleudern" und "ausstreuen". Und so wird halt eine Menge Information über Topoi, Duktus etc. über den Leser ausgeschüttet. Schiller gehört zwar nicht den Germanisten, aber diese haben ein besonderes Stimmrecht, wenn es um die Bewertung der Werke Schillers geht. Oder, anders ausgedrückt: Wer den Geruch von Asparagin nicht mag, soll keinen Spargel essen.Alle drei Autorinnen haben an der Schiller-Nationalausgabe, Band 5N, mitgearbeitet. Besonders hervorzuheben ist Mirjam Springer, die u.a. die Kapitel "Wahre Geschichten" und "Volkshelden" beisteuerte. Hier erfahren wir einiges über den damaligen Literaturbetrieb, die wirtschaftlichen Randbedingungen und Hintergründe u.a. zu den Räubern. Was leider fast völlig fehlt ist die Betrachtung von Friedrich Schiller als Mitbegründer des Deutschen Idealismus. Wir bewegen uns in einer philosophiefreien Zone. Dies läßt Dom Karlos, Wallenstein und Maria Stuart als selbsttragende Strukturen erscheinen. Und deren Architektur wird in der Tat sehr professionell erläutert. Dennoch: Es hat schon bessere Rowohlt monographien gegeben und auch zu Schiller wurde schon geistreicheres geschrieben. Germanisten werden an dem Buch ihre Freude haben.
Adelung-1793: Schilling, der · Springer, der
Brockhaus-1911: Schilling [2] · Schilling · Springer [3] · Springer [2] · Springer
DamenConvLex-1834: Schilling, Friedrich Gustav · Schilling (Münze)
Eisler-1912: Schilling, Gustav
Herder-1854: Schilling [2] · Schilling [1]
Meyers-1905: Schilling-Canstadt · Schilling [2] · Schilling [1] · Springer [3] · Springer [2] · Springer [1]
Pataky-1898: Schilling, Frl. Elise · Schilling, Frl. Anna · Richard-Schilling, Sophie · Springer, Rosa · Springer, Frl. Marie
Pierer-1857: Schilling [2] · Württemberger Schilling · Schilling [1] · Five schilling · Schilling von Canstadt · Springer [4] · Springer [3] · Springer [1] · Springer [2]