Kirino, Natsuo

Die Umarmung des Todes

Die Umarmung des Todes
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2003-05-06
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 608
  • ISBN: 3442309174
  • EAN: 9783442309177
  • Amazon.de Verkaufsrang: 323.986
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Beschreibung von buecher.de

Yayoi Yamamoto lebt gemeinsam mit ihrem Mann Kenji in Tokio. Jede Nacht arbeitet sie in einer Lunchpaket-Fabrik, damit sie sich endlich eine eigene kleine Wohnung leisten können. Als Kenji ihr eines Abends gesteht, dass er die gesamten gemeinsamen Ersparnisse verspielt hat, verliert sie die Nerven - und bringt ihn im Affekt um. Verzweifelt versucht Yayoi zusammen mit drei Kolleginnen die Tat zu vertuschen, doch mit jedem Schritt geraten die Frauen immer tiefer in einen unentrinnbaren Sog des Verderbens ...

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Leiche zu zersägen, ist gar nicht so einfach -- besonders wenn man es noch nie gemacht hat. Aber Masako Katori hat nun mal ihrer Kollegin Yayoi Yamamoto versprochen, den kalten Körper ihres Mannes Kenji unauffällig und fachgerecht zu entsorgen. Yahois Gatte war dem Glücksspiel und einer schönen Bardame verfallen und hatte am Ende das gemeinsame Ersparte der jungen Eheleute einfach versetzt. Vom blinden Zorn gepackt, erwürgte Yahoi ihren Ehemann -- und fühlte dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen. Die Leichenbeseitigung als etwas ausgefallene Form weiblicher Solidarität macht die beiden Kolleginnen aus der Lunchpaketfabrik am Rande Tokyos zu Komplizinnen, doch sie bleiben nicht allein. Zu ihnen stoßen die alte Yoshï, genannt die Meisterin, weil sie am Band die schnellste ist, und die träge Kuniko, die über ihre Verhältnisse lebt und ständig in Geldschwierigkeiten steckt. Gemeinsam verpackt die Viererbande den zerlegten Gatten in einzelne Müllbeutel, und entsorgt diese dann an verschiedenen Abfallsammelstellen. Ein solider Plan, den die energische Masako sich ausgedacht hat, doch dann macht Kuniko aus schierer Faulheit einen entscheidenden Fehler. Nicht nur die Polizei, auch die Yakuza der japanischen Mafia interessiert sich bald für die Arbeit der vier unterschiedlichen Frauen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Doch die größte Gefahr droht ihnen von einem Mann, der seiner grausamen Vergangenheit nicht entfliehen kann. In ihrer Heimat ist die japanische Autorin für Die Umarmung des Todes begeistert gefeiert und mit wichtigen Preisen ausgezeichnet worden. Zu Recht, denn Natsuo Kirino bietet Nippon Noir vom Allerfeinsten mit einem Gespür für die Untiefen der menschlichen Psyche, das an Patricia Highsmith erinnert. Auf spektakuläre Effekthascherei verzichtet die Autorin, dafür ziehen ihre psychologisch überzeugenden Porträts und die unbarmherzige Logik des schrecklichen Geschehens die Leser umso mehr in den Bann der Geschichte. Kirino-san beschreibt aufmerksam und präzise die Unterseiten der japanischen Gesellschaft und die sozialen Verwerfungen, die aus der Spannung zwischen der Strenge traditioneller Hierarchie und der fatalen Dynamik der modernen Konsumgesellschaft entstehen. Am meisten leiden darunter die jungen japanischen Frauen und die Mütter, wie Kirino an vielen Stellen eindringlich darstellt. Gerade in der gelungenen Verbindung von erzählerischer Spannung und sozialkritischer Beobachtung erweist sich Die Umarmung des Todes als eindrucksvoller Roman! --Peter Schneck

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von F. Pätzold fanden 15 von 15 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Außenseiter

Die japanische Originalausgabe trägt den Namen "OUT" und diesen Titel ins Deutsche mit "Die Umarmung des Todes" zu übertragen war auf jeden Fall eine blöde Idee. Was ist das hier in Deutschland mit dem Buchmarketing?? Dieses Buch ist kein Krimi (zumindest nicht im klassischen Sinne), es geht -wenn überhaupt- nur vordergründig um die Aufklärung eines Mordes, sondern Thema sind vielmehr die Außenseiter in der japanischen Gesellschaft, die tagein, tagaus ihr Satellitendasein fristen: die Nachtarbeiterinnen in der Lunchbox-Fabrik, die Menschen der Unterwelt, dann noch diejenigen, die im Laufe der Geschichte Obsessionen an sich entdecken, von denen sie davor nicht zu ahnen gewagt hätten. Die manchmal als übermäßig empfundene Darstellung von blutigen Szenen ist hier auch nur Mittel zum Zweck: den Bruch zwischen dem "IN" und dem "OUT" zu illustrieren. Diese Menschen, die durch ihre gesellschaftliche Stellung schon Außenseiter sind, durch einen Mord aufeinandertreffen und die Geschichte in solch einem Feuerwerk der Abartigkeiten explodieren zu lassen, finde ich eine fantastische Idee.

Diese Rezension von marielan fanden 9 von 9 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein Buch wie ein Sog

Yayoi, Mutter zweier Kinder, arbeitet nachts in einer Lunchpaketfabrik ebenso wie die verwitwete Yosie, die ihre pflegebedürftige Schwiegermutter versorgt, Kuniko, die mehr kauft und besitzen will als sie Geld verdient, und Masako, deren Familie, obwohl noch unter einem Dach lebend, langsam zerbricht. Als Yayois Mann ihr gesteht, das gemeinsam Ersparte verspielt und zu Prostituierten getragen zu haben, erdrosselt sie ihn. Um die Leiche loszuwerden, wendet sie sich an die praktische Masuko und initiiert damit ein Szenario, das für die vier Frauen zum Horror wird.

Ein furioser Krimi; trotz seiner 600 Seiten schnell zu lesen, sobald man sich an die fremd klingenden Namen gewöhnt hat und die Personen voneinander unterscheiden kann. Was mich am meisten gewundert hat: Wie wenig fremdartig das Buch wirkt. Abseits vom dörflichen japanischen Leben mit seinen Traditionen und Familienbanden sind Lebenssituationen und -probleme dieselben wie man sie aus den Schilderungen von europäischen und amerikanischen Großstadt-Randsiedlungen kennt: Beengte Wohnverhältnisse, Konsum um jeden Preis, Geldprobleme, familiäres Auseinanderleben und Menschen, v.a. Frauen, die zwischen beruflicher Arbeit, Haushalt und Versorgung der Familie keinen Platz und keine Zeit zum Verschnaufen haben.

Die Krimihandlung wird von einer Spannung getrieben, für die nur das Wort "unerträglich" gelten kann. Daneben hat die Autorin die Personen so gezeichnet, dass man als Leser mit jeder mitfühlen kann, sogar mit Kuniko, dem Schwachpunkt des Quartetts, und auch mit dem sadistisch veranlagten Bordell- und Spielclubbesitzer Satake. Allerdings kommen auch einige Personen vor, die relativ grundlos und plötzlich aus der Geschichte verschwinden, obwohl sie bis dahin entscheidend zur Spannung beigetragen haben, so die beiden polizeilichen Ermittler.

Dieses Geflecht aus Angst vor Entdeckung, vor unbezahlbaren Schulden, vor anonymer Gewalt verdichtet sich hin zum fulminanten Schluss, einem Höhepunkt, bei dem man, im Gegensatz zu den meisten Krimis, nicht im Voraus weiss, wer als Sieger das Schlachtfeld verlässt.

Eine unbedingte Empfehlung für jeden, der gern spannende Krimis liest.

Diese Rezension von Moritz Vetiver fanden 9 von 10 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Harte aber sehr gute Krimikost

Anfangs muss man sich ein wenig durchbeißen, denn die ungewohnten japanischen Namen und der ruhige Einstieg in die Geschichte fordern vom Leser etwas Zeit. Doch schnell entwickelt sich der Roman zu einem atemberaubenden Trip. Ausgezeichnet geschrieben und in der Personencharakterisierung hervorragend reißt einen Frau Kirino regelrecht mit in die Abgründe der japanischen Unterwelt. Das Tempo steigert sich gegen Ende hin fast in Raserei. Dabei gehen einige Figuren (und mit ihnen der Leser) beinahe durch die Hölle. Das ist harte Kost, teilweise wird es ausgesprochen eklig, doch selbst die schcockierendsten Szenen sind keine Effekthascherei. Ein tolles Buch, das nichts für Leser mit schwachen Nerven ist.

Diese Rezension von Henning Kolf fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen fesselnd

Die in tristen Verhältnissen lebende Yayoi bringt im Affekt ihren nichtsnutzigen Gatten um. Ihre drei, ein ebenfalls tristes Dasein fristenden, Kolleginnen helfen bei der Zerstückelung der Leiche und deren Entsorgung per Müllabfuhr. Die Polizei findet Leichenteile und verdächtigt ein Yakuzamitglied. Dem ist zwar nichts nachzuweisen, aufgrund der Untersuchungshaft verliert er aber seinen Amüsierbetrieb und damit seine Geldquelle. Er sinnt auf Rache, während ein Teil des Frauenquartetts einen Leichenentsorgungsbetrieb aufzuziehen versucht...........

Der Plot, der einen amerikanischen Autor vielleicht zur breiten Darstellung eines Gemetzels veranlasst hätte, einem Spanier möglicherweise zur Burleske geraten wäre, wird von der japanischen Autorin zu einem tiefgründigen, fesselnden Psychodrama von hoher Qualität komponiert.

Die Charaktere aller Hauptpersonen werden durch eine ständig wechselnde Erzählperspektive kunstvoll nahe gebracht. Das von Kirino dargestellte Leben der Durchschnittsjapaner ist freudlos. Die handelnden Personen sind nicht gut oder böse - nicht Schwarz oder Weiss werden dargestellt, sondern Abstufungen von tristem Grau.

In dieser Welt taugt jeder zum Verbrecher, das Verbrechen holt die Akteure kurzfristig aus dem immer gleichen Trott, bringt Emotion und Abwechslung.

So ist das Buch manchmal makaber, manchmal verstörend, aber immer von hoher literarischer Qualität und nie langweilig

Diese Rezension von SK fanden 8 von 9 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ungewohnte Qualität aus Asien

Ein Buch das fesselt-bis zur letzten Zeile!!

Man kann-und will- es nicht mehr weglegen. Soviele bekannte Charaktere die in diesem Buch beschrieben sind- man kann sich die Darsteller sehr gut vorstellen, da es normale Frauen sind, mit Ihren Schwächen, Stärken, Macken, oder auch Fehlern.

Umso gegensätzlicher die Tat die sie begehen. Aber wiederum natürlich wie sie damit umgehen. Man findet sich auf einmal auf der Täterseite wieder, obwohl die Frauen nun einmal gemordet, bzw. Beihilfe zum Mord geleistet haben-und dennoch, man bewundert sie fast.

Das Ende stellt sich auch nicht so dar, wie man es im letzten Viertel des Buches vielleicht vermutet-gar erhofft-nein, auch hier wird es wieder überraschend, wie in vielen Passagen des Buches.-Absolut empfehlenswert-

Die Umarmung des Todes

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