Braig, Axel; Renz, Ulrich

Die Kunst, weniger zu arbeiten

Die Kunst, weniger zu arbeiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2003-01
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 220
  • ISBN: 3596156513
  • EAN: 9783596156511
  • Amazon.de Verkaufsrang: 31.913
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Beschreibung von buecher.de

Es scheint nichts Wichtigeres im Leben zu geben als Erfolg und Karriere. Jeden Tag hetzen wir in unsere Firmen und Büros: Wir wollen ja vorwärtskommen, drehen uns aber nur immer schneller im Hamsterrad. Gibt es denn keinen schöneren Platz auf Erden als einen Drehstuhl an einem Schreibtisch?

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Titelbild zieren himmelblaue Uhrzeiger, die auf 16.00 Uhr stehen: Feierabend -- genug gearbeitet! Und für die beiden Autoren ist sogar endgültig Feierabend, denn sie verabschieden sich vom Arbeitsleben als "Männer in den besten Jahren" mit 40 beziehungsweise 50. Der erfolgreiche Verleger und der niedergelassene Arzt geben ihre Traumberufe auf und ziehen sich ins Privatleben zurück. Die Motive für ihren überraschenden Ausstieg bilden den Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit dem berufszentrierten Weltbild unserer Gesellschaft. Ein privilegierter Beruf, der nicht nur dem Broterwerb dient, sondern auch so etwas wie Selbstverwirklichung ermöglicht, birgt eine besondere Gefahr. Verführt durch Erfolg und Ansehen, opfert man der Arbeit schließlich so viel Zeit und Kraft, dass für andere Lebensbereiche fast nichts mehr übrig bleibt. Partnerschaft, Familie, Freunde und kulturelle Interessen existieren dann nur noch auf dem Papier oder werden gerade noch hastig als Pflichtveranstaltung absolviert. Man leidet unter einer Selbstentfremdung nach dem Motto "Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu." Eine wichtige Ursache für diesen Arbeitswahn ist die allgemeine Verherrlichung der Arbeit, die Status, Zugehörigkeit und Lebenssinn vermitteln soll. Dem stellen die Autoren alternative Sichtweisen entgegen und plädieren dafür, mehr zu leben und weniger zu arbeiten. Sie zitieren unter anderem Paul Lafargue, den Schwiegersohn von Karl Marx, der 1880 in seiner Schrift Das Recht auf Faulheit drei Stunden Arbeit pro Tag als ausreichend propagiert hat. Neben einigen originellen historischen Anmerkungen dieser Art bietet dieses Buch vor allem zahlreiche aktuelle Beispiele und interessante Thesen, die provozieren, amüsieren und zum kreativen Weiterdenken anregen. --Stephan Schmidt

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 46 von 53 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Wo ist der Nutzen?

Angeregt durch einen Artikel in der Zeitung und durch den interessanten Titel habe ich mir dieses Buch teuer erkauft. Ich möchte aber hiermit alle Leser warnen. Das Buch ist zwar durchaus ganz nett geschrieben. Aber: Beide Teizeit-Aussteiger wiederholen unermüdlich, dass wir viel zu viel arbeiten und wir der Arbeit einen geringeren Stellenwert einräumen sollen. Müßiggang ist das Stichwort. Außerdem schreiben sie seitenlang über die Geschichte der Arbeit. Das wäre alles nur nicht so schlimm, aber die Autoren vergessen "die Kunst, weniger zu arbeiten" wirklich dem Leser näherzubringen. Auf 200 Seiten werden auf ein paar Seiten Tipps gegeben, die nun wirklich jeder kennt: Teilung des Elternurlaubs, das Recht auf Teilzeitarbeit, oder, ein ganz toller Tipp, sich einfach finanziell einzuschränken und weniger zu konsumieren. Schließlich muss ich weniger arbeiten, wenn ich weniger ausgebe. Stimmt, aber was ist, wenn das ein Familienvater mit knapp EUR 2.000,-- netto liest? Letztendlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich kann mir materiell gesehen ein Ausstieg (auf Zeit oder überhaupt) leisten, oder ich muss eben für Miete, Urlaub, etc. arbeiten, und zwar heutzutage in aller Regel ganztags. Für 90% unserer Gesellschaft wird wohl letzteres gelten, will man nicht unter der Brücke leben. Es sei denn, man hat, wie der Autor selbst, eine Frau, die als Ärztin weiterarbeitet und zudem eine Erbschaft gemacht. Dann ist weniger arbeiten wirklich keine Kunst. Ich vergebe ein Stern, weil das Buch für mich keinen Nutzen gebracht hat. Außerdem ist das Buch völlig überteuert. Man kommt nicht umhin: Unser Problem ist bei einer 35 Stunden Woche doch nicht mehr, weniger zu arbeiten, sondern eine erfüllende Tätigkeit zu finden.

Diese Rezension von euronomaden fanden 22 von 22 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Tief bewegend

Der Titel dieses Buches täuscht: Es ist kein Ratgeber und kein Zeitmanagement-Kochbuch. Überhaupt: wer glaubt, in diesem Buch einen einzigen Tipp oder Ratschlag zur Veränderung seines Lebens zu finden, wird angenehm enttäuscht.Die Autoren schaffen es in diesem kleinen und kurzweiligen Buch, ein gut lesbares und rundes Bild der kulturellen und historischen Ursprünge unserer Arbeitskultur aufzuzeigen. Ich habe lange nicht mehr so viele "Aha" Erlebnisse bei einem Sachbuch gehabt. Gerade weil die Autoren auf Belehrungen und ideologischen Kritizismus verzichten, wird man eingeladen, sich selber und das eigene Weltbild, inklusive der eigenen Arbeitsethik, gegenüber den geschichtlichen Ursachen des gesellschaftlichen allgegenwärtigen Arbeitswahns zu reflektieren.Handwerklich besticht das Buch durch eine gute Quellenangabe der Zitate.Mich hat das Buch angenehm beeinflusst, und ich möchte es jedem Menschen empfehlen, der anfängt, über den Sinn und Unsinn unseres "Arbeitsheldentums" nachzudenken.

Diese Rezension von Jochen fanden 18 von 23 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Leider nur der Wunsch, weniger zu arbeiten

Die Autoren beschreiben sehr umfangreich und kurzweilig, wie die Situation auf den Stellenwert der Arbeit, besonders wenn sie sehr viel Spaß macht, sein kann. Sie beschreiben den Wunsch, weniger zu arbeiten. Der Titel läßt (auf jedenfall bei mir) vermuten, dass die Autoren auch beschreiben, wie man diesen Wunsch umsetzt - es ja "Die Kunst ...". Leider gibt es dazu sehr wenig konkrete Anreize - nur allgemeine Dinge, die jedem einzelnen meist schon bekannt sind. Leider nichts neues auf diesem Gebiet. Schade :-(

Diese Rezension von Jochen fanden 17 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ja, ich möchte weniger arbeiten und kann es auch

Schon seit Jahren gehe ich mit dem Gedanken und Wunsch schwanger, weniger zu arbeiten. Letztes Jahr bekam ich dieses Buch geschenkt, sozusagen als kleine Erinnerung an meinen guten Vorsatz und als Ermunterung, diesen umzusetzen. Aber zunächst einmal blieb alles beim alten: hauptberuflich, nebenberuflich, ehrenamtlich, privat, familiär, immer in die Vollen. Und dann plötzlich: Arbeitszeitreduzierung, Aussetzen all' meiner ehrenamtlichen Aktivitäten, und endlich habe ich Zeit, IN RUHE dieses Buch zu lesen. Es spricht mir aus der Seele, ehrt alle, die ihren Beitrag leisten, ohne im BIP oder in der Gesellschaft oder sonst wo Berücksichtigung zu finden. Ich denke an Seneca, an 'Die Kürze des Lebens', an all' die Beschäftigten, die die Ruhe, den Leerlauf, die Pause nicht zu Wort kommen lassen und stattdessen das Hamsterlaufrad noch schneller drehen. Ich bin 42 Jahre alt, habe alles, muß nicht einmal auf viel verzichten und habe ein wirklich durchschnittliches Einkommen bei einer hohen Miete. Jeder kann mehr Zeit und Leben haben. Nur der Zeitpunkt und natürlich man selbst - beides muß stimmen und reif dafür sein. Machen Sie eine Pause, Sie werden erstaunt sein, wie einfach es ist. Die Autoren fassen den Wahnsinn in Worte. Wie SIE für Ihre eigene Situation einen moderaten Ausstieg finden, entscheiden Sie. Es ist einfacher, als Sie glauben.

Diese Rezension von knappe100 fanden 16 von 22 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Träumer und Täuscher

Es ist leicht, aus einer Position des Gesättigtseins daherzuschwadronieren und die Erkenntnis von sich zu geben, eigentlich sollten wir weniger essen. Für einen, der vor lauter Wohlstand auf Arbeit überhaupt nicht angewiesen ist, der daher seinen Arztberuf gelangweilt und voll Überdruß an den Nagel hängt, dessen Ehefrau weiterhin für das nötig Spielgeld sorgt, für so einen ist es leicht, von einem "Zuviel an Arbeit" zu reden. Der "Spiegel" von August 2006 beschreibt eine andere Wirklichkeit, nämlich die von Akademikern, die sich tagsüber in unbezahlten sogenannten Industriepraktika verbrauchen und nachts Kneipendienst machen, nur um überhaupt leben zu können. Solche werden sicher auch von weniger Arbeit träumen, aber in einem ganz anderen Sinn als Braig und Lenz. Braig war früher Arzt, hat auch mal an einem Krankenhaus gearbeitet. Seine Kollegen, die für 1800 Euro 80 Stunden die Woche arbeiten, wären sicher auch mit 20 Stunden zufrieden oder 30, bei mindestens gleicher Knete, versteht sich. Dieses Buch ist in einem eleganten Stil geschrieben, es versucht sich an einer Kulturgeschichte der Arbeit von der Antike bis heute. Allerdings zeugt es von unausgereifter Kenntnis gesellschaftspolitischer, volks- und betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge. Vermutlich ist das Nichtstun auf die Dauer doch nicht so recht ausfüllend. Was tun? Ein Buch schreiben, und sei es noch so unausgegoren. Weniger als einen Punkt kann ich leider nicht vergeben, daher sei dieser eine Punkt für die gute Lesbarkeit erteilt. Inhaltlich ist dieses Werk eine einzige zynische Zumutung

für alle Ein-Euro-Jobber, Mehrfach-Jobber an der Existenzgrenze, 400-Euro-Großverdiener und natürlich die Millionen Arbeitslosen, die das erstrebenswerte Ziel des Weniger-Tuns seit Jahren genießen dürfen. Mit gönnerhaftem Zungenschlag ermuntern die beiden Aussteiger ihre Leser, es ihnen gleichzutun. Ähnlich wie wenn Michael Schumacher verkünden würde, er habe das Arbeiten jetzt satt, überlasse seine Stelle einem anderen. Das Buch handelt von der "Kunst, weniger zu arbeiten". Die Kunst besteht vielmehr darin, dann auch noch zu überleben. Aber auf diese Frage bleiben die Autoren die Antwort schuldig.

Die Kunst, weniger zu arbeiten



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