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Paris, 6. Arrondissement: Hier, im St. Germain der 50er Jahre, zwischen Jazz-Clubs, Nachtbars und zwielichtigen Absteigen, ist Nestor Burma im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft Schmuck-Hehlern auf der Spur. Und wieder einmal steckt der pfeiferauchende Privatdetektiv mit einem Hang für hübsche Frauen bis zum Hals in einer unappetitlichen Geschichte.
Nestor Burma, der Privatdetektiv, soll im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft wertvollen, gestohlenen Schmuck auffinden. Ort seiner Recherchen: Paris, St. Germain. Im 6. Arrondissement kamen in den fünfziger Jahren alle auf ihre Kosten: Jazzfans von Boris Vian, Existentialisten und solche, die sich dafür hielten, lebten im Deux Magots und im Flore, in Nachtclubs ein intensives Leben. Abseits der Touristenziele hetzt Burma von einer Straße in die nächste. Er weiß von Anfang an, dass „irgendetwas faul ist an der ganzen Geschichte.“ Erst findet man MacGee, den schwarzen Musiker, erschossen auf, bald darauf ist auch der Portier des Hotels ins Jenseits befördert. Eine ganz und gar mysteriöse Rolle spielt dabei ein Polizist! Monsieur Germain St. Germain, der aufgeblähte, erfolglose Schriftsteller bringt in die Story einen Hauch von Möchtegern-Boheme und existentialistischer Befindlichkeit. Léo Malet schrieb spannende, ironische Krimis, in denen er jedes Mal einem Pariser Stadtviertel ein Denkmal setzte. Bevor er im Jahr 1941, nach seiner Freilassung aus der deutschen Inhaftierung begann, Kriminalromane zur schreiben, war er in Anarchistenkreisen und um den Surrealisten André Breton engagiert. Er versuchte mehr recht als schlecht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Malet schrieb insgesamt über 50 Romane und wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Das Flair von schwarzer Musik, von Bars und billigen Absteigen, von hübschen Mädchen, die den Absprung nicht mehr schaffen, von Gaunern und selbsternannten Literaten wird in diesem Hörspiel lebendig inszeniert. Unvergesslich authentisch: Christian Brückner als Nestor Burma und Felix von Manteuffel in der Rolle des exzentrisch-lächerlichen Germain St. Germain. Kriminalhörspiel mit Musik von Dizzie Gillespie, Sidney Bechet, Duke Ellington, Ann Sylvestre, Spieldauer: ca. 102 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. Eine Produktion des Südwestfunk. -- culture.text
Brückner als Burbar = GENIAL!Und wieder präsentiert der DAV ein Radiohörspiel nach Léo Matlet. Erneut wird der fanzösische coole Privatdetektiv Nestor Burma von Christian Brückner gesprochen. Hier paßt alles zusammen. Die Geräusche werden dezent, aber bestimmend, eingesetzt. Die Sprecher überzeugen, und die Geschichte gibt der Zuhörerschaft Rätsel auf. Langatmig werden die gut 100 Minuten Unterhaltung nicht, da immer wieder Wortwitzige Dialoge erfolgen, die man von Matlet ja schon in anderen Geschichten kannt. 4 Sterne gibts, weil die Handlung wie immer so sehr verzwickt ist, dass man garkeine Chance hat alleine auf die Lösung zu kommen. Für jeden der gute Kriminalgeschichten mag!
Brockhaus-1809: Der Graf Saint Germain
Brockhaus-1911: Malet · Saint-Germain-en-Laye · Saint-Germain
Eisler-1912: Germain, Sophie · Germain, Sophie
Heiligenlexikon-1858: Maria Germain (417)
Herder-1854: St. Germain-en-Laye · St. Germain · Germain en Laye
Meyers-1905: Malet [1] · Malet [2] · Saint-Germain-des-Prés · Saint-Germain-en-Laye · Germain · Saint-Germain
Pagel-1901: Sée, Germain · Martin-Lauzer, Auguste-Germain
Pierer-1857: Malet · Saint Germain · Germain, St. [1] · Germain, St. [2]