Ballhaus, Michael

Das fliegende Auge

Das fliegende Auge
  • Verlag: Berlin Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2003-02
  • Bindung: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 261
  • ISBN: 3827004608
  • EAN: 9783827004604
  • Amazon.de Verkaufsrang: 51.864
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Beschreibung von buecher.de

Der 1935 geborene Michael Ballhaus ist einer der berühmtesten Vertreter seines Fachs. In Deutschland werden Künstler wie er immer noch leicht despektierlich 'Kameramänner' genannt, obwohl sie eigentlich 'Bildregisseure' heißen müssten - und wenn einer dazu beiträgt, dass sich letztere Berufsbezeichnung einmal durchsetzen wird, dann ist es Michael Ballhaus. In seiner nun vierzig Jahre und über achtzig Kinofilme umspannenden Karriere hat Ballhaus nicht nur den Mythos Fassbinder wesentlich mitgeprägt, er hat es als einer der wenigen deutschen Filmkünstler auch in den USA zu höchster Anerkennung gebracht. Mit Tom Tykwer, der wie kein anderer zeitgenössischer deutscher Regisseur in Bildern denkt, und Michael Ballhaus sind sich zwei geistesverwandte Künstler verschiedener Generationen begegnet und nahe gekommen. Über fünfzig Stunden lang haben sie über die Karriere von Michael Ballhaus und seine Filme diskutiert. Herausgekommen ist ein detailreiches Gespräch, das gleichzeitig den groß en Bogen schlägt von 1954 und dem prägenden Besuch der Dreharbeiten zu Max Ophüls' Meisterwerk 'Lola Montez' bis hin zu dem demnächst anlaufenden Film 'Gangs of New York', Martin Scorseses jüngstem Geniestreich. Die vorliegenden Memoiren porträtieren nicht nur eine unvergleichliche Karriere, sie gewähren auch überraschende und erhellende Einblicke in das vielschichtige Schaffen eines Filmemachers. Da wird das Geheimnis eines funkelnden Sternenhimmels auf der Leinwand gelüftet, wird enthüllt, wie man eine atemberaubende Verfolgungsjagd im Studio dreht, und verraten, weshalb der Visagist Meryl Streeps für Bildregisseure eine Plage ist. Ein Blick hinter die Kulissen des Filmemachens, durch den die Magie des Kinos spürbar wird. Und nicht zuletzt kann man in diesem Buch endlich eine Antwort auf die Frage finden, was denn eigentlich den Ballhaus-Touch ausmacht.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wollte man es provokant ausdrücken, so müsste man sagen, dass der deutsche Film im Gegensatz zum amerikanischen Kollegen keine Künstler außer Regisseure und Schauspieler kennt. Oft genung hat es den Anschein, als ob alle anderen Beteiligten neben den Genannten reine Handwerker sind. Einer, der diese Annahme ganz sicher auf beiden Seiten des Atlantiks nachhaltig widerlegen konnte, ist Kamera-Profi Michael Ballhaus. Kaum ein anderer hat wie er eines bewiesen: dass Vertreter seiner Zunft viel eher Directors of Photography als Kameraleute sind. Nicht weniger als 80 Filmen in 40 Jahren Berufserfahrung hatDie Ehe der Maria Braun), Wolfgang Petersen (Air Force One), Francis Ford Coppola (Bramstoker's Dracula) oder eben mit Martin Scorsese (Die letzte Versuchung Christi, Goodfellas oder Gangs of New York), die Liste ist lang und beeindruckend. Hohe Zeit also, sich mit diesem Künstler der Kamera auseinanderzusetzen. Genau das hat Regisseur Tom Tykwer mit Das fliegende Auge. Michael Ballhaus. Director of Photography nun getan. Nicht, dass das Prinzip des Buchs besonders innovativ wäre. Immerhin gibt es bereits mehrere ebenfalls exzellente Werke von Filmemachern über Filmemacher -- man denke in diesem Zusammenhang besonders an Truffauts Hitchcock oder Peter Bogdanovichs Wer hat denn den gedreht? Interviews --, die sich allesamt der Interviewform bedienen. Tykwers Werk ist aber definitiv das erste deutschsprachige Werk, das sich ausnahmsweise einmal nicht mit anderen Regisseuren auseinandersetzt. In mehr als 50 Stunden Gespräch entwickelt Michael Ballhaus in auch für Laien sehr verständlichem Sprachstil ein Bild seiner Arbeit oder gibt Auskunft über den Unterschied seiner Arbeit in Deutschland und Amerika. Dabei kann der Leser beinahe die angenehme Atmosphäre spüren, die zwischen den beiden Partnern existiert haben muss. Hier stimmte die Chemie! Und da der sehr hübsch gestaltete Band dann auch noch adäquat bebildert ist, lässt sich eigentlich nur ein Fazit ziehen: Projekt gelungen, bitte mehr davon! --Constanze Quanz

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Thomas Kerstens fanden 5 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Informatives und unterhaltsames Gespräch zweier Visionäre

Das fliegende Auge, passender könnte dieser Buchtitel nicht gewählt worden sein. Das weiß man spätestens wenn man dieses grandiose Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus gelesen hat. Da kann man es verschmerzen, wenn man erfährt, das man sich diesen Buchtitel bei einem Dokumentarfilmer "geborgt" hat; natürlich mit dessen Einverständnis. Mit Tom Tykwer und Michael Ballhaus haben sich hier 2 Menschen getroffen, die eine große Leidenschaft gemeinsam haben: Das Kino und die Magie der bewegten Bilder. Beginnend mit dem prägenden Einfluß von Michael Ballhaus Eltern und seiner Zeit als Kameramann beim SWF in der Anfangszeit des deutschen Fernsehens entwickelt sich das Gespräch immer intensiver und detaillierter, ohne jedoch mit übermäßigem Fachjargon zu irritieren. Dabei ist nicht nur interessant, wie sich im Laufe der Zeit und mit wechselnden Regisseuren der Stil und auch der Anspruchs Ballhaus änderte, sondern auch seine Erlebnisse mit Kollegen und Weggefährten. Allen voran natürlich Faßbinder und Scorsese. Was das Buch geradezu vergnüglich und für Filmfreaks unbedingt lesenswert macht, sind die netten und kleinen Geschichten von Stars und solchen die es vorgeben zu sein. Denn Michael Ballhaus ist mittlerweile einer der besten und anerkanntesten Kameramänner der Welt und hat in Hollywood schon einiges erlebt. Und obwohl Ballhaus beileibe kein Denunziant ist, sagt er was er denkt. John Travolta z.B. hat Schwierigkeiten, selbst kurze Textpassagen zu lernen. Meryl Streep wiederum sei schwierig zu fotografieren.

Auch die Art und Weise, wie bestimmte Regisseure an einen Film herangehen, wird spannend erzählt. So ist gerade die Entstehungsgeschichte von Scorseses Passion spannender wie der Film selbst. Oder der Einfluß, den ein Kameramann manchmal hat, größer als der des Regisseurs. Nach knapp 250 Seiten ist dann leider schon alles vorbei und man wünscht sich, mehr von den beiden zu lesen und zu hören. Wie Tykwer und Ballhaus hier plaudern, fühlt man sie fast auf dem Sofa neben sich sitzen. Und durch so viele neue Details und anderen Ansichten zu Filmen, die man unter diesem Aspekt noch nicht betrachtet hat, lernt man vielleicht auch, mit den Augen eines Kameramannes zu sehen. Für Fans von Ballhaus und auch Tykwer, und solchen die es werden wollen, ist dieses Buch sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her ein Meisterwerk der informativen Unterhaltung. Grandios. Auf den Punkt bringt Regisseur Mike Nichols die Fähigkeiten von Michael Ballhaus mit einem wunderschönen Kompliment:

Mit Michael zu arbeiten ist, als wäre man im Himmel. Allerdings ohne dafür sterben zu müssen. Nach diesem Buch kann man diese Aussage nachvollziehen. Für jeden Cineasten ein Muß.

Diese Rezension von Golo fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Filmfans- ausnahmsweise einmal lesen!

Dieses Buch ist nicht nur haptisch sehr schön gemacht, sondern bietet mit den beiden Gesprächspartnern Ballhaus und Tykwer zwei ganz grosse Filmfans auf, die den Leser unterhaltsam über die Hintergründe des Filme-Machens aufklären. Neben technischen Tricks, Entstehungsgeschichten mit Umbesetzungsdramen, Klatsch hinter der Kamera und Insiderwissen werden zudem zahlreiche Fotos und Filmprints aufgeboten, die die Gesprächsinhalte sehr gut erläutern. Auch ein Verzeichnis von Filmfachbegriffen und eine vollständige Filmographie von Ballhaus` Arbeit sind inbegriffen. Ein Muss für Filmfans- auch wenn man nach dem Lesen erst einmal jede Menge Filme (wieder-) sehen muss ;-)

Diese Rezension von Michael Seifert fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Höchst interessanter Blick hinter die Kamera

Für alle "Making Of"-Interessierten ein Muss: Ein Filmbuch in der Form eines Gesprächs zwischen zwei der besten deutschen Filmschaffenden. Der (leider) inzwischen quasi ausgewanderte Director of Photography Michael Ballhaus hat sich von Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt) interviewen und dabei tief in die Trickkiste schauen lassen.Nahezu chronologisch wird das bisherige Lebenwerk Ballhaus angesprochen: knapp die Kindheit und Lehrjahre als Fotograf, die Anfänge als TV-Kameramann beim Südwestfunk, die Zusammenarbeit mit Fassbinder und schließlich die internationale Anerkennung durch Filme mit Martin Scorcese und anderen Hollywood-Regisseuren. Darunter so bekannte Filme wie Goodfellas, Die Farbe des Geldes, Die Waffen der Frauen, Zeit der Unschuld, Outbreak, Air Force One bis hin zu Gangs of New York (Oscarnominiert). Auch wenn man die angesprochenen Filme nicht kennt, ist es dennoch interessant, die mit amüsanten Anekdoten verknüpften Ausführungen zu verfolgen. Dabei hält sich Tykwer, obwohl selbst sicher mittlerweile ein "Star", erfreulicherweise zurück, begnügt sich allerdings nicht mit der Rolle des reinen Stichwortgebers. Immer wieder spürt man sein Interesse, wenn Ballhaus erläutert, mit welchen Mitteln er und die anderen am Film Beteiligten diese oder jene Szene realisiert haben. Manche sind mit viel Aufwand, andere verblüffend einfach entstanden. Die unterschiedlichen Arbeitsweisen verschiedener Regisseure und Schaupieler kommen ebenso zu Sprache wie die Schwierigkeiten vor, während und sogar nach der Produktion. Neu für mich war z.B., dass es nur etwa 6 (Premieren-)Kopien pro Film gibt, die die bestmögliche Qualität haben. Das, was der normale Kinobesucher sieht, sind nicht selten (FastFood-)Kopien, deren Farbgebung und Schärfe in sich und durch die Projektion sehr leiden. Manche DVD sieht besser aus.Die Fotos können nur unzureichend die Magie der Kamera wiedergeben, schon gar nicht die "Ballhaus"-Kreisfahrten. Und auch bei anderen ausführlich analysierten Filmszenen habe ich es bedauert, dass es keine DVD zum Buch gibt. Ansonsten hätte das Buch von mir auch 6 Sterne bekommen.

5 von 5 Sternen Wie haben Sie das gemacht, Herr Ballhaus?

Tom Tykwer, Filmkenner und -besessener, befragt ein Urgestein des deutschen und amerikanischen Films, den Kameramann Michael Ballhaus. Das Ergebnis ist ein edles, reich bebildertes und mit einem sehr hilfreichen Glossar versehenes Buch für jeden Filmfan. Von seinen Anfängen beim Fernsehen über die wilden Jahre mit Fassbinder bis zur Arbeit mit Amerikas Meistern wie Coppola und Scorsese entblättert Ballhaus sein vielfältiges Schaffen, wartet mit lustigen Anekdoten auf und bietet Einblicke in die technischen Aspekte seiner Profession. Was ist ein Achsensprung? Was hat Joe Pesci mit der Mafia zu tun? Was benötigt man, damit der "Vertigo"-Effekt gelingt? Wie kaschiert John Travolta seine Schwäche beim Textlernen? Wie leuchtet man dreieinhalb Kilometer Landebahn aus? Das und noch viel, viel mehr erzählt dieses Buch. Amüsant, interessant, anregend!

5 von 5 Sternen Mr. Ballhaus, wie haben sie das gemacht ?

Dieses schöne Buch ist eine Art Biografie/Filmografie eines Mannes, der sehr viele Filme beeinflusst hat, ohne dass sein Name in der Öffentlichkeit groß die Runde gemacht hat. Jeder kennt Scorcese, aber die wenigsten kennen Michael Ballhaus. Die Arbeit der Menschen hinter der Kamera, die im deutschen leider immer noch ein bisschen abwertend "Kameramänner" genannt werden, beeinflussen die visuelle Seite eines jeden Films maßgeblich ! Michael Ballhaus ist dabei zu einem der ganz großen geworden, gleichzeitig aber charakterlich nie abgehoben. Dieses Gespräch zwischen Tom Tykwer und Michael Ballhaus ist ein wahrer Lesegenuss. Man kann ein Gespräch zweier Filmemacher mitverfolgen, dass ganz offensichtlich in sehr entspannter Atmosphäre entstanden ist. Ganz nebenbei erfährt man noch von Ballhaus ,in der einen oder anderen Anekdote, eine ganze Menge über die Arbeit als DOP (Director of Photography) und die technische Seite des Filmes an sich. Man bekommt einen guten Eindruck darüber wie die Arbeit eines DOP aussieht und wie Ballhaus, in den Filmen, an denen er mitgewirkt hat, die Vorstellungen der Regisseure (und oft auch seine eigenen) in die Bilder umgesetzt hat, die die Filme zu etwas besonderem gemacht haben.Das Buch ist jeden Cent wert. Nicht nur für Filmfans.

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