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Zwei Billionen Dollar fließen täglich zwischen den Währungen hin und her. Nur 2% davon dienen ihrem natürlichen Zweck, der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Die restlichen 98% sind Spekulationsgelder, die immer bedrohlichere Krisen auslösen. Der Top-Finanzfachmann Lietaer erläutert die Funktionsweise unseres Geldsystems, erklärt den Zins- und Zinseszins-Mechanismus und erläutert die Wirkung von Komplementärwährungen.
Geld regiert die Welt. Doch wie regiert es diese Welt? Bernard A. Lietaer, ausgewiesener Finanzexperte, zeigt die schlimmen Folgen des heutigen Finanzsystems auf: Armut und Umweltzerstörung. Doch es geht ihm nicht um Panikmache oder reißerische Enthüllungen. Er versucht mit Beispielen für Komplementärwährungen Wege aus der Sackgasse der derzeitigen Finanzordnung zu weisen. Mit Lietaer macht das ein Mann, der als Universitäts-Professor, Berater von Regierungen und Mitarbeiter der belgischen Nationalbank einen sehr guten Ruf besitzt. Der Riemann-Verlag legt so in seiner Reihe One Earth Spirit wieder ein Buch vor, das -- fachlich fundiert -- überraschende Möglichkeiten der Veränderung aufzeigt, ja schon mit gelungenen Beispielen vorstellt. Lietaer geht nach einer Einführung (Geld -- Grundlage aller Möglichkeiten) im ersten Teil auf die Geschichte und die Gegenwart des Geldes ein. Er beendet ihn mit fünf Zukunftsszenarien, die er für möglich hält: sie reichen von Die Hölle auf Erden bis Nachhaltiger Wohlstand. Im zweiten Teil entwickelt er Währungen, die eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt und damit den Wohlstand aller Menschen befördern. Hier konkretisiert er seine Idee der Komplementärwährung, das heißt die Einführung von Währungseinheiten wie Sozialstunden und Bonuspunkten parallel zu dem bereits bestehenden Währungssystem. Dessen Schwächen werden so ausgeglichen und eine neue Form der Entwicklung ermöglicht. Das sind keine leeren Gedankenblasen eines realitätsfernen Theoretikers -- Lietaer gelingt es vielmehr, mit zahlreichen Beispielen für seine Idee überzeugend zu werben. Und das ist vergnüglich zu lesen. Fazit: Ein Buch für alle, denen die offenen Fragen des heutigen Finanzsystems am Herzen liegen. --Christian Frühwald
Es ist was faul im Staate Dänemark!Das irgendwas nicht stimmt, ist wahrscheinlich den meisten Menschen aufgefallen. Woran es liegen könnte oder wer dafür verantwortlich ist, darüber entzweien sich die Ansichten. „Die Politiker sind schuld", denken die meisten. „Unser Lebensstil ist überzogen" hört man immer wieder. „Die Konzerne sind unverantwortlich" meinen auch eine ganze Menge.
Litaer fasst zu Beginn seines Buches die vier drängendsten Probleme der Gegenwart und der nächsten zwanzig Jahre zusammen:
- Das Problem der Währungsstabilität. Dass täglich 2 Billionen Dollar (2.000.000.000.000) - und das ist der Stand von vor fünf Jahren - an Währungen hin und her geschoben werden, um Gewinne aus den Wechselkursen zu erzielen, erinnert eher an Buchmacherei als an Wirtschaften. Schliesslich werden bei diesen Finanztransfers kein Tisch produziert, keine Banane angebaut oder verkauft, noch wird jemandem ein Haarschnitt gemacht.
- Die Überalterung der Bevölkerung. Ein Problem, mit dem alle westlichen Volkswirtschaften zu kämpfen haben und das nach demografischen Prognosen auch vor der Dritten Welt nicht Halt machen wird.
- Klimaveränderung und Artensterben. Was für Konsequenzen ökologisch und auch finanziell auf uns zukommen, beginnen wir uns alle mittlerweile auszumalen. „Derzeit finden weltweit 85% aller Versicherungsleistungen Verwendung für die Schadensbegleichung bei Naturkatastrophen." (Associated Press, 1998)
- Die Informationsrevolution. Wie können wir Milliarden Menschen einen Lebensunterhalt bieten, wenn der technische Fortschritt keine zusätzlichen Arbeitsplätze schafft?
Es handelt sich hier nur um die Übersicht über die wichtigsten Themenkomplexe für unsere Zukunft. Die Alternativen, die Litaer aufzeigt, sind so einfach, dass man selbst hätte drauf kommen hätte müssen. Wenn Sie sich allerdings mal über den Begriff Freiwirtschaft schlau gemacht haben, werden Sie sehen: Es geht auch noch besser, als Litaer es hier vorschlägt. Die verbleibende Frage lautet aber, ob nicht der Vorschlag von Litaer politisch einfach leichter durchzusetzen ist.
Erstaunlich unpräziseIch kann mich im großen und ganzen der Meinung des Berliner Rezensenten („Nicht ganz rund") anschließen. Lietaer greift in seinem Buch mit dem Thema „Zins und Geld" zwar Thema auf, das meiner Meinung nach zu den zentralen Kernthemen moderner Gesellschaften gehört und wagt sich dabei auf ein Gebiet (Zins- und Geldtheorie), auf dem in den traditionellen Wirtschaftswissenschaften (Klassik, Neoklassik, Keynesianismus) die dunkelste Nacht herrscht, (obwohl dort gern so getan wird, als ob alles geklärt sei). Doch die Tatsache, daß ein ehemaliger Spitzenbanker wie Lietaer, der zu den Mit-Architekten des Euro-Zentralbanksystems zählt, sich hinsichtlich seines Spezialgebiets so unsystematisch, konfus und wenig überzeugend äussert, stimmt mich schon etwas bedenklich. Es zeigt meiner Meinung nach nämlich auch, wie leicht sich solche „Geld-Spezialisten" letztlich ideologisch beeinflussen lassen. Ich vermute, daß Lietaer während seines Bankerdaseins ein überzeugter Liberaler war. Jetzt ist er ins Lager der New-Age-Zivilisationskritiker übergewechselt und hängt Silvio Gesell an, dessen Wirtschaftstheorie (für mich) ebenso unbefriedigend und unschlüssig ist wie die der traditionellen WiWi/VWL. Neue ideologische Vorzeichen also, aber keine Klärung. Dieses Buch informiert teilweise in Einzeldingen über interessante Fakten aus der Welt des Geldes. Die Lösungsvorschläge dagegen halte ich für höchst fragwürdig, da elementarste Fragen wie etwa die nach den Regeln für gegenseitige vertragliche Verpflichtungen (sollen Schuldner weiterhin mit ihrem Vermögen für eingegangene Verpflichtungen haften? - Kern des Zivilrechts), den Gründen und der Wirkung von Zinsen und der Natur des Geldes (Tauschmittelding? Nichts? Forderung?) nicht auch nur ansatzweise befriedigend systematisch beleuchtet oder gar geklärt werden. Meines Erachtens liegt der Hauptwert dieses Buchs daher darin, deutlich zu machen, wiewenig Durchblick hinsichtlich der Kernzusammenhänge des Systems „Geldwirtschaft" selbst vermeintliche Spitzen-Experten an den Tag legen.Wer sich für weitere neuere Ansätze in der Geldforschung interessiert, dem sei auch das Buch "Rätsel Geld" von Schelkle/Nitsch empfohlen.
Die Schattenseiten unseres Geldsystems - und AlternativenMich hat überrascht, daß ein Ökonom wie Lietaer hier die Situation und die objektiven Schwächen des derzeitigen Geld- und Wirtschaftssystems aus nahezu naturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Dabei überschreitet er leichtfüßig die genretypischen Grenzen und die verbreitete "political correctness" seines Faches. Das Fazit dieses - meines Erachtens brillianten - Buches ist: unser derzeitiges Wirtschafts- und Währungssystem zwingt uns in eine sich immer schneller drehende Wachstumsspirale hinein, von der letztendlich niemand profitiert, denn dieser Weg kann letztlich nur in einen totalen Zusammenbruch einmünden. Lietaer identifiziert das zinsbasierte "Geld aus dem Nichts" als Hauptübel, das uns eine Lebensweise aufzwingt, die in keiner Weise zukunftsfähig ist. Das Buch ist ausdrücklich kein Lehrbuch über Volkswirtschaft. Es fast vielmehr die in langjähriger Praxis gesammelten Einsichten und Schlussfolgerungen eines Top-Experten der Weltwirtschaft zusammen. Aus meiner naturwissenschaftlich geprägten Sicht ein geniales und wegbereitendes Buch.Stefan Thiesen (Autor von "Rabenwelt" und "das verbotene Buch")
Nicht ganz rund...Nach den bisherigen Rezensionen hatte ich die Hoffnung auf ein informatives Buch mit nötigem Hintergrundwissen. Aber so richtig angefreundet habe ich mich während des Lesens nie.Die Beispiele für Komplementärwährungen sind zwar sehr interessant, aber der Autor zeigt nicht, ob sich ihr Erfolg auch bei größerem Anklang in der Bevölkerung noch so wirksam verhält. Er stellt Behauptungen auf und hinterlegt sie nicht schlüssig. Die neuseeländische Zentralbank sagt also, Komplementärwährungen nehmen den inflationären Druck von der eigenen Währung. Lietaer sagt es, belässt es aber dabei und erklärt nicht warum und ob es sich auch noch so verhält, wenn ein größerer Rahmen Komplementärwährungen benutzt.Er stellt auch Komplementärwährungen vor, die gleiche oder ähnliche Probleme, wie das normale Geldsystem haben. Bemerkt dies zwar, aber ignoriert dieses Problem dann doch mehr oder weniger.Die sogenannten Zukunftsszenarien klingen mehr nach Märchenstunde. Es kann so kommen, muss aber nicht. Im folgenden bezieht er sich aber immer wieder auf diese Szenarien mit dem Hinweis "wie wir da gesehen haben"...Insgesamt gesehen, brachte mir der erste Teil des Buches gar nichts. Der zweite Teil stellte zumindest interessante Ansätze vor und zeigte, dass es auch anders gehen kann. ('Wunder von Wörgl', LETS, WIR usw.) Die Zusammenhänge von dem heutigen Geld und der gesellschaftlichen Entwicklung waren sehr gut dargestellt und auch verständlich.Das Buch ist zwar interessant, aber einfach zu oberflächlich und zu euphorisch. Lietaer fehlt einfach die nötige Distanz, um das Thema nüchtern zu erklären und wirklich alle Zweifel zu beseitigen. Wer gern ein Buch über Geldproblematik lesen möchte, sollte sich 'Das Geldsyndrom' von Helmut Creutz zu Gemüte führen.
Eine wichtige DiskussionsgrundlageUm seine Überlegungen zum Geld der Zukunft verständlich zu machen, erklärt Bernard A. Litaer in der ersten Hälfte seines Buches, was Geld ursprünglich war, was heute daraus geworden ist, und was daraus evtl. noch werden könnte.
Wir erfahren u.a., dass der größte Teil des theoretisch existenten Geldes gar nicht als Zahlungsmittel dient, sondern nur noch als Objekt zur Spekulation dient, das im Devisengeschäft zirkuliert, oder dass die einzige Deckung unserer Währung aus Schulden besteht.
In verschiedenen Szenarien erforscht Litaer, wohin die Entwicklung unsere Gesellschaft führen kann, wenn der eingeschlagene Kurs nicht korrigiert wird. Wichtige Faktoren hierzu sind: Überalterung, Informationsrevolution, Klimaveränderung und Artensterben, Währungsinstabilität. Diese Ereignisse erzeugen laut Litaer eine Zeitkompressionsmaschine, die immer schneller eine bedrohliche Entwicklung vorwärts schreiten lässt.
Litaer ist mit einer überzeugenden Argumentationskraft ausgestattet, jahrelange Erfahrungen, die er im internationalen Finanzsystem machte, weisen ihn als einen profunden Experten aus. Er war Berater der peruanischen Regierung, Mitarbeiter der belgischen Zentralbank, Präsident des belgischen elektronischen Zahlungssystems, und Geschäftsführer/Währungshändler des Hedge Fonds.
Bernard A. Litaer bietet als Lösung für den drohenden Zusammenbruch die Schaffung von Komplementärwährungen an. Er führt aus, das nicht der Mangel an Arbeit unser gesellschaftliches Problem ist, sondern der Mangel an verfügbarem Geld, der die Arbeit bezahlbar macht. Er untermauert diese Behauptung durch die ausführliche Information im zweiten Teil des Buches, in dem er über erfolgreiche Komplementärwährungen (Notgeld) der Dreißiger Jahre berichtet, die in Deutschland, Österreich und den USA beachtenswerte Erfolge erzielten, bevor sie meist verboten wurden. Litaer berichtet auch von funktionierenden begleitenden Währungen der Gegenwart, von deren Vorteilen und Schwächen im Vergleich untereinander.
Komplementärwährungen gibt es derzeit u.a. In den USA, in Neuseeland, der Schweiz, in Japan und Großbritannien. In den betreffenden Ländern ist man durchaus schon so weit, aus anfänglichen Fehlern gelernt zu haben. Meines Erachtens konnte Litaer nicht den enormen Druck voraussehen, der derzeit durch die Geldknappheit und die Preiserhöhungen in Deutschland auf viele Menschen einwirkt, die durch die jüngste Entwicklung unter einem erhöhten Zwang stehen, zusätzlich Primärwährung zu beschaffen, was in der Regel durch die ständige Ausweitung der Schwarzarbeit bewerkstelligt wird. Auch Auktionen im Internet oder die Mitwirkung an Tauschbörsen sind zu einem gangbaren Weg geworden, mit der zu starken Verknappung der Währung umzugehen, diese Wege scheinen bei einem Großteil der Bevölkerung hierzulande mehr Akzeptanz zu erhalten als Komplementärwährungen.
Es bleibt zu hoffen dass, wie Litaer ganz richtig ausführt, der den Großkonzernen gegenüber ohnmächtig werdende Staat doch noch die Kraft aufbringen möge, Arbeits- und Ausbildungsprogramme, vor allem für junge Menschen, auf die Beine zu stellen. Ein Mensch ohne berufliche Ausbildung und dem entsprechenden Know-how wird schließlich auch im System einer Komplementärwährung Schwierigkeiten haben, entsprechende Aufträge zu erhalten, die ihm ein Einkommen verschaffen.
Trotzdem hat mir das Lesen von "Das Geld der Zukunft sehr wichtige Informationen zum Thema Geld und Wirtschaft verschafft, die Lösungsvorschläge Litaers könnten durchaus, zu bestimmten Zeiten an den richtigen Orten, Möglichkeiten darstellen, mehr Lebensqualität zu erzeugen.
Adelung-1793: Quatember-Geld, das · Chor-Geld, das · Zukunft, die
Brockhaus-1809: Bernard le Bovier de Fontenelle
Brockhaus-1911: Geld [2] · Tägliches Geld · Geld · Bernard · Bernard [2]
DamenConvLex-1834: Geld · Bernard, Katharina
Eisler-1912: Lamy, Bernard · Mandeville, Bernard de · Perez, Bernard · Bernard, Claude · Bolzano, Bernard · Bosanquet, Bernard
Herder-1854: Geld u. Briefe · Geld · Bernard
Meyers-1905: Zeit ist Geld · Tägliches Geld · Verrufenes Geld · Geld · Geld und Brief · Zukunft, Die · Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser! · Bernard · Mount St. Bernard
Pagel-1901: Marfan, Jean Bernard Antonin · Tilanus, Christian Bernard · Luys, Jules-Bernard · Bernard, Claude · Corput, Bernard, Eduard H. J. van den
Pierer-1857: Gutes Geld · Leicht Geld · Schweres Geld · Geld · Geld und Briefe · Zukunft · Bernard · Roche-Bernard · Saint Bernard