Hrsg. v. Guillaume Paoli

Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche

Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche
  • Verlag: Bittermann
  • Erscheinungsdatum: 2002-09
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 200
  • ISBN: 3893200622
  • EAN: 9783893200627
  • Amazon.de Verkaufsrang: 358.871
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Beschreibung von buecher.de

Seit 1996 verbreiten die Glücklichen Arbeitslosen eine ketzerische Botschaft: Arbeit für alle werde es nie wieder geben, doch gerade dies sei eine historische Chance. Heute gäbe es bereits Menschen, die außerhalb von der Erwerbssphäre ein durchaus glückliches Dasein gefunden hätten.
Zum ersten Mal werden in diesem Buch Manifeste und Flugschriften der Glücklichen Arbeitslosen zusammengestellt. In einer Einführung fasst Guillaume Paoli - einer der Hauptprotagonisten - die theoretischen Grundsätze der Bewegung zusammen.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Inspiration jenseits gängiger Denkmuster

Ich bin auf den letzten Seiten dieses Buches (das mir ein Freund geliehen hat) und überlege nun, es selbst zu kaufen. Denn: Was Paoli und seine Mitstreiter hier präsentieren, lohnt das Nachdenken. Jenseits der gängigen Mainstream-Denkschemata geben sie ihre Ideen und Gedanken zur "Zukunft der Arbeit" wieder, die durchaus berechtigt sind, manch interessanten Kern beinhalten und die es verdient haben, ein breites Publikum zu finden. Denn angesichts von 5 Millionen Arbeitslosen sollte auch dem letzten klar geworden sein, dass es so etwas wie Vollbeschäftigung nicht gibt und nicht mehr geben wird. Warum nicht denen, die ohne Arbeit sind, eine Existenzsicherung zubilligen. Und auf den teuren bürokratischen Aufwand einer Bundesagentur für Arbeit verzichten?Mich hat das Buch jedenfalls dazu angeregt, stärker als bisher darüber nachzudenken, wie ökonomisiert unser Alltag eigentlich ist, welche krassen Wortschöpfungen er hervorgebracht hat (man nehme nur das Unwort des Jahres Humankapital) und klarer zu verstehen, wieso das System so ist wie es ist.Fazit: Für mich als gelernte Dipl-Ökonomin eine viel zu späte Lektüre, die ich schon während des Studiums hätte lesen sollen, um zu begreifen, welche Vormacht-Stellung das wirtschaftliche System hat. LESEN!

Diese Rezension von Ina Pfitzner fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Lob der Faulheit

Die Glücklichen Arbeitslosen thematisierten den wachsenden systemischen Mangel an Arbeit, auf den die Politik bestenfalls unbeholfen reagiert, und prangerten an, dass der Mensch sich immer noch über Arbeit definiert. In ihren Fragestellungen näherten sie sich durchaus denen etablierter Theoretiker (z.B. Wolfgang Engler), anders als diese propagierten sie jedoch das Recht auf Faulheit und forderten es für sich ein, jedoch nicht als artige Bittsteller sondern mit zum Teil spektakulären Aktionen, die an die der Dadaisten oder der Fluxus-Künstler erinnern.

Das Erscheinen dieses Buches markierte gewissermaßen das Ende der Aktivitäten der Glücklichen Arbeitslosen, da die dafür erforderlichen Anstrengungen ihrem Credo entgegenstanden und die Medien sie immer mehr vereinnahmen wollten.

Die Beiträge sind witzig, unerhört, tabulos, manchmal auch schockierend. Sie zeigen eine inspirierend frische Art des Denkens über hinreichend konventionell analysierte Themen. Immer noch aktuell und lesenswert.

Der Herausgeber und Autor Guillaume Paoli hat sich auch vielen anderen Themen zugewendet, die auch empfehlenswert sind.

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