Ellroy, James

Ein amerikanischer Albtraum

Ein amerikanischer Albtraum
  • Verlag: Ullstein Tb
  • Erscheinungsdatum: 2003-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 848
  • ISBN: 354825523X
  • EAN: 9783548255231
  • Amazon.de Verkaufsrang: 171.361
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Beschreibung von buecher.de

Dallas, 22. November 1963: John F. Kennedy ist ermordet und die Hintergründe des Attentats auf den Präsidenten werden vertuscht. Ein junger Bulle kommt in Dallas an, mit einem Überstellungsmandat und 6000 Dollar. Eine höllische Reise durch die wildesten Jahre der amerikanischen Geschichte beginnt - eine atemlose Irrfahrt durch explodierende amerikanische Träume. James Ellroy erfasst die 60er Jahre in noch nie da gewesenem Detail: Ikonen der Epoche mischen sich mit Bullen, Mördern, Gangstern und Provokateuren und leben gemeinsam den amerikanischen Albtraum aus.

Aus der Amazon.de-Redaktion

An James Ellroy scheiden sich die Geister und zwar nicht nur krimimäßig, sondern ganz allgemein auf literarischer Ebene. Sein charakteristischer Stil, geprägt von kurzen stakkatohaften Hauptsätzen und Wiederholungen in Endlosschleife, häufige Dokumenteneinschübe, ein schier unüberschaubares Panoptikum von Haupt- und Nebenfiguren sowie Gewaltorgien, die ihresgleichen suchen, reißen Leser und Kritik sowohl zu überschwänglichem Lob als auch zu Äußerungen tiefster Abneigung hin. In gewisser Weise hat die Süddeutsche Zeitung sicher Recht, bezeichnete sie Ellroy doch als den "wohl wahnsinnigsten unter den lebenden Dichtern und der Triebtäter der amerikanischen Literatur". Ellroy ist nicht zuletzt auch nach eigenem Bekunden ein zwanghafter Schreiber, der erst durch eine Art kreativer literarischer Selbsttherapie den traumatischen Verlust der Mutter, die in Ellroys Jugend durch ein bis heute nicht aufgeklärtes Verbrechen um's Leben kam, aufarbeiten konnte. Wahn schimmert zuweilen auch in dem von ihm immer wieder geäußerten Anspruch durch, der größte zeitgenössische amerikanische Schriftsteller zu werden bzw. zu sein. Doch in der Tat gehören seine Kriminalromane zum Besten, was jemals im Bereich des "Spannungsromans" mit all seinen fließenden Grenzen geschrieben wurde. Ellroys neuester Roman Ein amerikanischer Albtraum schließt chronologisch dort an, wo Ein amerikanischer Thriller endete, nämlich am Tag der Ermordung John F. Kennedys im texanischen Dallas. Seine Fortschreibung einer Kriminalgeschichte der USA umfasst die Ermittlungen, die dem Attentat folgten, die Rassenunruhen der 60er-Jahre und die Eskalation des amerikanischen Engagements in Vietnam bis ins Jahr 1968. Die alten "Helden" tauchen wieder auf, fiktive wie auch reale Figuren der Geschichte. Politiker wie Lyndon B. Johnson und Robert Kennedy, CIA-Direktor J. Edgar Hoover, Sportgrößen wie Schwergewichtsweltmeister Sonny Liston, Mobster wie Moe Dalitz und Sam Gianciana, wie immer Howard Hughes und mittendrin (nicht nur dabei) die alten Freunde Pete Bondurant und Ward Littell. Ellroy nimmt dem Leser wie gewohnt schnell die Illusion einer Identifikationsfigur, denn nahezu ohne Ausnahme sind alle seine Haupt- und Nebenakteure mehr oder weniger skrupellose Profiteure, Gewalttäter und psychisch Deformierte. Jeder betrügt und täuscht, besticht und erpresst, zuweilen sogar im festen Glauben an eine so genannte "gute Sache". Und so ertappt man sich dabei, dem scheinbar am wenigsten kompromittierten Früchtchen seine Sympathie zu schenken. Ellroy praktiziert eine andere Form amerikanischer Geschichtsschreibung und produziert dabei wirklich große Literatur, grandiose Kriminalliteratur. Hier erhält ein jeder die Gelegenheit, in epischer Breite, aber ohne Beschönigung und in atemloser Spannung die desillusionierende Geschichte eines Jahrzehnts zu verfolgen. --Ulrich Deurer

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Generator fanden 8 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Verschwörungen

In "Ein amerikanischer Albtraum" ist die(nahtlos anschließende) Fortsetzung von "Ein amerikanischer Thriller". Es beginnt nach der Ermordung JFKs und endet mit den Attentaten auf Martin Luther King und Bobby Kennedy. Es wird die Geschichte mehrerer "Insider" erzählt die durch ihre Betätigung als Gangster die wahren Hintergründe der Morde hautnah miterleben. Die beiden Personen die den Hauptteil der Geschichte tragen sind der Mann fürs Harte(Pete) und der Rechtsanwalt(Ward) die schon die Hauptfiguren im Vorgängerroman waren. Allerdings läßt Ellroy auch einige neue Figuren auftreten.

Und so werden kräftig Verschwörungen geplant, Morde begangen, Drogen genommen, Erpressungen durchgeführt und Leute gefoltert. Und Mr. Hoover weiß noch immer (fast) alles.Die Sprache des Romans hat im Vergleich mit seinem Vorgänger noch einen Zahn zugelegt(Und der war schon schnell geschrieben). Man braucht eine gewisse Zeit um sich an den Schreibstil zu gewöhnen, da der Roman fast ausschließlich aus Subjekt-Verb-Objekt-Sätzen besteht, aber nach ca. 20 Seiten geht es dann.Fazit: Ein extrem spannender Roman der meiner Meinung nach dem Vorgänger um nichts nachsteht. Allerdings sollten Einsteiger zuerst den ersten Teil("Ein amerikanischer Thriller") lesen um der Geschichte besser folgen zu können.

Diese Rezension von Jens Neumann fanden 9 von 10 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Gelungende Fortsetzung!

Lange habe wir darauf warten müssen, aber schließlich vollendete Altmeister Ellroy doch noch den zweiten Teil seiner "Underworld U.S.A" Trilogie: Ein amerikanischer Albtraum (1963-1968)

Das Buch schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und behält - gottseidank - auch den typischen stakkato-Schreibstil des Autors bei. Auch ich kann bestätigen, dass die Komplexität der Handlungsstränge noch ein wenig zugenommen hat und man schon genau mitdenken muss, um den Handlungsabläufen folgen zu können. Anhand mancher Bekannter aus dem Vorgängerroman (Bondurant, Littell,...) und so manchem neuen Gesicht, schafft es Ellroy aber wieder einmal, den Leser mithilfe eines explosiven Cocktails aus Verschwörungen, Gewalt, Sex, Drogen und historischen Zeitgeschehen in seinen Bann zu ziehen und so schnell nicht wieder los zu lassen. Ich selbst habe für die kanpp 850 Seiten sieben Tage gebraucht, ich war regelrecht süchtig nach der nächsten Seite.Für alle Ellroy-Fans ein absolutes Muss, Einsteigern würde ich zuerst die "Dahlie" empfehlen.

Diese Rezension fanden 11 von 13 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Hervorragender Polit-Thriller, erbärmliche Übersetzung!

Der Inhalt von Ellroys neuestem Buch ist wie immer überzeugend, da gibt es nichts zu mäkeln! Für die miese Übersetzung von Stephen Tree läßt sich das leider nicht behaupten. Ein paar wahllos herausgegriffene Kostproben: Da werden aus Experten "Sachkenner", eine junge Dame spielt "1A Clubtennis" ???, die Union of White Men" wird zur "Vereinigung der Weißmänner" ???, ein Verhörzimmer wird zu einer "Verhörkoje", auch in Restaurants und Bars setzen sich die handelnden Personen ständig in Kojen (schlafen die in Danny`s Bar & Grill, oder was ???) ein First Class Ticket wird zu "Erstklass-Ticket" und eine "driver's licence" zu einem "Fahrausweis" (die Fahrausweise, bitte !!)

Übel, übel, Herr Tree. Haben Sie Ihr Englisch-Übersetzer-Diplom an der Volkshochschule erworben?

Diese Rezension von Thomas Hertler fanden 9 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein hervorragender Nachfolger zu "Ein amerik. Thriller"

Der neue Ellroy knüpft nahtlos an sein meiner Ansicht nach bestes Werk "Ein amerikanischer Thriller" an und führt die Geschichte ab dem Kennedy-Attentat über MLK und Robert Kennedy fort. Ein Ellroy wie gewohnt (und gewünscht): hart, diskussionswürdig und wie immer in seiner trockenen, humorlosen Art. Nur zu empfehlen!

Diese Rezension von Frank Saigge fanden 6 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Von Attentat zu Attentat - die USA in den 60er Jahren

Während in Dallas die Hintergründe des Mordes an John F. Kennedy vertuscht und unliebsame Zeugen beseitigt werden, kommt der junge Polizist Wayne Tedrow aus Las Vegas an, um im Auftrag der Mafia einen schwarzen Zuhälter für 6000 Dollars zu ermorden. Das ist die Ausgangssituation von "Ein amerikanischer Albtraum". Der zweite Teil der aktuellen Trilogie von James Ellroy deckt die Zeitspanne von November 1963 bis zu den zwei berüchtigten Attentaten des Jahres 1968 ab, denen Martin Luther King und Robert Kennedy zum Opfer fielen.

Neben Tedrow wird das Geschehen anhand zweier Hauptfiguren des ersten Teils "Ein amerikanischer Thriller" abgewickelt: Der amoralische Pete Bondurant, der sein Interesse von Kuba nach Vietnam verlegt und eine neue Karriere als Drogenschieber und Kasinobesitzer in Angriff nimmt sowie der frühere FBI-Agent und Rechtsanwalt Ward Littell, der beim Pokerspiel um die Macht in Las Vegas zwischen Howard Hughes und der Mafia seine eigenen Ziele verfolgt.

Es ist praktisch unmöglich, den komplexen Inhalt dieses 850-Seiten-Buches in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Es betrachtet die Vereinigten Staaten aus einer nihilistischen Perspektive und behauptet nichts weniger, als dass die unheilige Allianz aus Mafia, CIA, FBI und Südstaaten-Rassisten nicht nur für die berüchtigtsten Attentate dieses Jahrzehnts verantwortlich ist, sondern auch den um Glücksspiel und Rauschgift kreisenden neuen, riesigen Geschäftsfeldern den Weg bereitete.

Eine Allianz von Zynikern, Geschäftemacher, korrupten Polizisten und Verbrechern bestimmt in der Weltmacht Nummer eins als Schattenregierung den Lauf der Dinge. Am Ende steht ihr Hoffnungsträger schon in den Startlöchern: Richard Nixon, der bald zum Präsidenten gewählt wird.

Stilistisch hat Ellroy seinen Lesern die bisher härteste Prüfung auferlegt: In einer geradezu erschöpfenden Staccato-Prosa mit ausschließlich kurzen, wie aus der Maschinenpistole kommenden Hauptsätzen treibt er das Geschehen über fünf Jahre unerbittlich voran. Eingestreut sind Abhörprotokolle, Memoranden und Schlagzeilen, die einen trüben Einblick in das undurchdringliche Dickicht der Unterwelt gewähren.

Ein amerikanischer Albtraum

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