Beck-Bornholdt, Hans-Peter; Dubben, Hans-Hermann

Der Schein der Weisen

Der Schein der Weisen
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Erscheinungsdatum: 2003-04-01
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 272
  • ISBN: 3499614502
  • EAN: 9783499614507
  • Amazon.de Verkaufsrang: 4.149
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Beschreibung von buecher.de

Der Schein der Weisen ist Lesevergnügen für Anspruchsvolle, die es genießen, sich den Kopf verdrehen zu lassen.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer hätte nicht gern einen Meteo-Propheten, der das Wetter zuverlässig vorhersagt? Oder einen Börsen-Crash-Detektor, der vor Kurseinbrüchen warnt? Das und vieles mehr können Sie in dem außergewöhnlichen Buch der beiden Physiker von der Universität Hamburg kennen lernen, die bereits mit Der Hund, der Eier legt Aufsehen erregten. Dieses neue Buch ist fast wie ein Roman geschrieben und behandelt ein schwieriges Thema: Wahrscheinlichkeitsrechnung. Tatsächlich hat die Wahrscheinlichkeitsrechnung viel mit unserem Leben zu tun: Mit ihrer Hilfe kann man die Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen ebenso bestimmen wie die Aussagekraft einer Krebsuntersuchung, belastende Indizien in einem Mordfall können sich bei näherem Hinsehen als entlastend herausstellen, und der Mörder muss nicht immer der Gärtner sein. In vier Teilen mit 22 Kapiteln (mit Titeln wie "Die Tendenz zum Töten -- ein Mann geht über Eichen") schlagen sich der Arzt Thomas Vielgut, die Anwältin Vera Priori und ihre Freunde in Syldavien und in unserer Welt mit zahlreichen Problemen herum: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Beschuss der chinesischen Botschaft im Kosovo-Konflikt ein Zufall war? Wie angelt man mit großer Wahrscheinlichkeit leckere Leckerellen aus einem syldavischen Fluss und nicht widerliche Ekelitzen? Muss man sich Sorgen machen, wenn sich ein sonst pünktlicher Mensch verspätet? Ist es sinnvoll, wie in dem alten Witz über den Betrunkenen, einen verlorenen Schlüssel nachts nur unter den Laternen zu suchen? (Überraschenderweise: ja!) Im letzten Teil zeigen die Autoren, dass die statistische Auswertung heutiger klinischer Untersuchungen erschütternd unzuverlässige Ergebnisse bringt -- und stellen ein alternatives Modell vor: die lernfähige "Never-change-a-winning-team"-Strategie. Dieses Buch ist hoch informativ, macht Spaß, stellt wundervolle Charaktere vor, ist witzig illustriert und geschrieben. Nach und nach versteht man die Prinzipien der Wahrscheinlichkeitsrechnung, und am Ende jedes Teils hilft eine kurze Zusammenfassung beim Verstehen. Eines der gelungensten populärwissenschaftlichen Bücher auf dem Markt -- von zwei Wissenschaftlern, die nicht umsonst für ihre hervorragenden Lehrleistungen ausgezeichnet wurden. --Gabi Neumayer

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Cape-Golfer fanden 36 von 47 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Ein "Scheingeschäft"

Im ersten Buch des Autorenteams hat der Hund goldene Eier gelegt. Zweifellos. Dagegen handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um ein "Scheingeschäft". Heuristisch betrachtet wird der Leser mit zwei Ködern angelockt. Der Titel ist wieder einfallsreich gelungen. Der Inhalt des ersten Büchleins ist noch in feiner Erinnerung. Doch leider wird das Buch den hohen Erwartungen nicht gerecht. Die Rahmenhandlung ist langatmig und ermüdend. Die Erzählung nimmt zudem zuviel Anteil des Inhalts weg. Die Oberflächlichkeit der Handlung und mühsam zusammengebastelte Geschichte färben in ihrer Banalität negativ auf die Beispiele ab. Die Namensgebung der Personen (Vera Priori, Zufa Lässig etc.) mag auf manche Leser witzig wirken, auf andere eher albern und niveausenkend. Die Beispiele sind, wo sie konstruiert wurden, nicht überzeugend und hätten besser der Praxis entlehnt worden sollen. Die Fälle aus der Praxis (z.B. O.J. Simpson) werden dafür viel zu umständlich erklärt. Schon der erste Fall, die Klärung der Unfallflucht weckt böse Ahnungen. Da wurden die Kugeln des Urnenbeispiels zu einfach durch Autos ersetzt. Die Erklärung der Fehler 1. und 2. Art ist verwirrend hoch zehn. Wer nach falsch negativen, richtig positiven, richtig negativen und falsch positiven Testergebnissen den Faden verloren hat, ist auf dem richtigen Weg. Natürlich gibt es keinen Königsweg zu den Erkenntnissen der Statistik, so groß das Interesse der Leserschaft an Infotainment auch sein mag. Aber der Schein der Weisen endet im Holzweg. Selten sind Autoren so mit erzählerischen und fachlichen Talenten gesegnet, daß sie beide Begabungen zum gegenseitigen Nutzen zu verbinden wissen. Meistens zieht der Mangel des einen das andere herab. Wenn erzählerischer oder fachlicher Bestandteil herausragend ist, läßt sich der Mangel verschmerzen. Aber diese Hypothese muß beim vorliegenden Band verworfen werden. Für die Beispiele zwei Punkte. Für die Erzählung ein Punkt. Zwei Punkte erhält das Buch nur in Verbindung mit dem Vorgänger und wegen des dekorativen Einbandes der gebundenen Version. Für die Stand-Alone-Version wäre nur ein Punkt verblieben. Die Idee hätten eine gründliche Überarbeitung verdient. Allerdings blieben von der Substanz des vorliegenden Manuskriptes kaum mehr als ein oder zwei Kapitel übrig.KJS

Diese Rezension fanden 23 von 34 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Fast gut

Der Schein der Weisen besticht durch seinen Ideenreichtum und seine leicht lesbare Sprache. Ausserdem ist es thematisch für sicherlich viele sehr interessant. Allerdings passiert trotz aller Versuche, eine krimi-ähnliche Stimmung zu erzeugen, dass die Spannung rapide nachlässt, wen man die ersten Seiten hinter sich hat; dann nämlich verliert man unwegerlich den Faden in,itte von allen möglichen Tabellen und Rechenexempeln, die unübersichtlicherweise im Fliesstext eingebettet sind.

Ich hatte da einfach sehr bald keine Lust mehr, alles mitzurechenen und habe nach dem Schluss des Buches kaum mehr verstanden als: Vorsicht, es könnte auch alles ganz anders sein!

Das ist zwar eine Erkenntnis, die kaum hoch genug einzuschätzen ist, die aber die Anschaffung dieses Buches leider nicht rechtfertigen kann.

Diese Rezension fanden 22 von 42 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Wer Spass am Umdenken hat, wird begeistert sein..

Kuriose Tatsachen, von denen man geglaubt hat, dass Sie doch eigentlich völlig klar wären. Wer Freude dran hat, mal was zu wissen, was nicht alle wissen, wird seinen Spaß dran haben... und so ein bisschen Bildung ziert doch gleich den ganzen Menschen

Diese Rezension von Andreas P. Rauch fanden 22 von 23 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Buch, das den Leser klüger macht!

Die Autoren vom "Hund, der Eier legt" setzen hier noch eins drauf: Unterhaltsam und verständlich präsentieren sie hier Kriminalfälle, wissenschaftliche Forschungen, medizinische Tests, Börsen- und sonstigen Alltag: und meist kommt es anders, als man denkt.Denn Dubben und Beck-Bornholt entführen uns in die Welt der Wahrscheinlichkeiten. Man erfährt, warum ein positives Testergebnis bei der Krebsvorsorge noch kein Grund zur Panik ist, warum eine belastende Zeugenaussage manchmal für den Angeklagten spricht, warum man Beweise gleich einschätzen und trotzdem zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, was es mit dem Beschuß der chinesischen Botschaft in Belgrad (anno 1999, Kosovo-Krieg) auf sich hatte und warum klinische Studien längst nicht das halten, was sich viele Forscher von ihnen versprechen. Wie man durch Aussortieren "schlechter" Schüler an Real- und Hauptschulen Erfolge an allen Schulformen vermelden kann - ohne daß ein Schüler mehr gelernt haben muß. Und ähnliche "Tricks" mehr, mit denen man sich und andere uns regelmäßig übers Ohr hauen.Hinterher versteht man ein bißchen mehr von Statistik und Stochastik, und eine Menge mehr von der Welt, in der wir leben. Für staunende Laien (Erwachsene, und Schüler etwa ab Klasse 9) wie sich wundernde Fachleute gleichermaßen geeignet.

Diese Rezension von Sylvia Schwaben fanden 16 von 17 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Schein und Sein

Ein wenig Begeisterung für die Mathematik sollte man schon aufbringen, um Gefallen an den Erkenntnissen zu finden, welche die Autoren in amüsante Geschichten verpackt darbieten. Es schadet auch nicht, wenn man gewillt ist, das Buch ein wenig als Lehrbuch anzusehen. Denn die Erläuterungen zur Wahrscheinlichkeit, daß ein Zeuge irrt, dem Angler der richtige Fisch an die Angel geht, der das Haus verschattende Baum aus Zufall abstirbt oder ein Patient trotz positiver Diagnose doch nicht krank ist, bauen aufeinander auf.

Insbesondere Juristen und Ärzte profitieren von diesem Buch, da es ihnen vor Augen führt, wie schnell sie einem Fehlurteil unterliegen. Aber die Irrtümer sind, wie schon der Titel sagt, auch im alltäglichen Leben nicht fern und so staunt der Leser immer wieder, wo er sich hinsichtlich einer Einschätzung doch grob verschätzt hätte.

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