Pesic, Peter

Die Spione im Unendlichen

Die Spione im Unendlichen
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Erscheinungsdatum: 2003-02
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 224
  • ISBN: 3608943501
  • EAN: 9783608943504
  • Amazon.de Verkaufsrang: 1.025.425
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Beschreibung von buecher.de

Wie Spionen in einer fremden Welt gelang es Kepler, Newton und Einstein, die geheimnisvollen Botschaften des Unendlichen zu entschlüsseln. Ihm alle Geheimnisse zu entlocken, diesem letzten Zugriff des Menschen, entzieht sich das Universum jedoch unaufhörlich. Dem Geheimnis der Natur auf der Spur, erfahren wir am meisten über uns selbst, das Rätsel, das wir selbst sind.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Am Anfang erzählt Peter Pesic die Geschichte des ganz kleinen Albert Einstein, der angesichts eines Kompasses das Geheimnisvolle hinter den Dingen verspürt und damit das Wesentliche seiner späteren Fähigkeiten illustriert: den kindlichen Spieltrieb und Wissensdurst. Der Wissenschaftler will das Unbekannte ergründen -- das ihm Unbekannte. An mehreren Beispielen aus unterschiedlichen Epochen schildert der Physiker und Konzertpianist Peter Pesic den immer wiederkehrenden leidenschaftlichen Dialog des Menschen mit der Natur, an dessen Anfang die Auseinandersetzung mit dem Phänomen steht, gefolgt von dem glühenden Verlangen nach Verständnis, das letztlich erst durch die mathematische Beschreibung befriedigt wird. Pesics Essay über die mitunter erotisch anmutende Begierde nach der Enthüllung von Geheimnissen beginnt am Beispiel dreier Vertreter der Renaissance: William Gilbert, François Viète und Francis Bacon, die, befreit von den geistigen Ketten des Mittelalters und auf der Grundlage ihrer antiken Vorbilder, die Methoden der systematischen Forschung entwickelten, mit denen Johannes Kepler die Himmelsmechanik begründete, Isaac Newton die Naturgesetze entdeckte und auf die Albert Einstein schließlich seine Theorien von Raum und Zeit baute. Dass die Ergründung des Kosmos -- der hier für das Unbekannte schlechthin steht -- nichts anderes ist als der stete Versuch, die zeitgemäßen Grenzen zu überschreiten, beschreibt Pesic in fundierter, aber eingängiger Art und Weise. "Hier treffen Ratio und Leidenschaft mit einer Unmittelbarkeit aufeinander, die man religiös nennen könnte", schreibt der Autor etwa zu Kepler, und der Leser spürt, wie sich Pesic von dessen Lust am Wissen und der philosophischen Ergründung der Natur anstecken ließ. --J. Schüring

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 6 von 6 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Etikettenschwindel!

Zitat Klappentext: „Niemals zuvor wurden die Geheimnisse der Natur origineller dargestellt". Das ist wohl wahr, hat doch noch nie jemand so dreist Themen angekündigt und dann absolut kein Wort darüber im Text verloren. Im Klappentext sind Fragen aufgeführt wie etwa: „Wie ist das Weltall aufgebaut", Wann hat das Universum begonnen" oder „Gibt es Leben im Weltall". Wirklich nicht ein einziges Wort dazu findet sich in diesem Buch.Es geht hier nur um das WARUM Wissenschaftler die Geheimnisse der Natur aufdecken wollen, nicht aber um das WAS dabei gefunden wird und WIE dies erreicht wurde. So wird dann gerade mal nebenbei erwähnt, dass Newton wohl irgendwas mit Integralrechnung zu tun hat und dass die Relativitätstheorie auf Einstein zurückgeht. Das war es aber auch schon. Keine Erklärungen oder Erläuterungen zu diesen Themen, absolut Nichts!

Ansonsten finden ständig merkwürdige Anspielungen bzw. Vergleiche mit der Sexualität statt: Pesic ist offensichtlich der Meinung, die Hauptbeweggründe für den Forschungsdrang liegen im „Eros" begründet, dass also die Forschung irgend etwas mit Sex zu tun hat bzw. ein irgend wie gearteter Sex-Ersatz sei. Er deutet sogar an, dass Newton nur deshalb so erfolgreich war, weil er nie in seinem Leben Sex hatte.

Auch die ständig bemühten Vergleiche mit der griechischen Mythologie sind nun nicht gerade an Originalität unüberbietbar. Z.B irren wie im berühmten griechischen Labyrinth die Forscher auf der Suche nach der Wahrheit durch die Labyrinthe der Natur. Ja was sonst ist den Forschung? Natürlich verirrt man sich ständig und läuft in Sackgassen. Wenn man schon vorher alles wüsste, wären keine Genies wie Kepler, Newton oder Einstein nötig. Das ist aber nun wirklich keine sensationelle Neuigkeit, auf die man ein ganzes Buch aufbauen kann.Den im Untertitel groß angekündigten Kepler, Newton und Einstein werden im Buch jeweils nur ca. 25-30 Seiten gewidmet (also zusammen etwa die (zweite) Hälfte des Buchs), wobei Aussagen zu deren wissenschaftlichen Leistungen nur rudimentär vorhanden sind. Francis Bacon dagegen, den der Autor anscheinend für einen der größten Forscher aller Zeiten hält, bestimmt fast die gesamte andere Hälfte des Buches. Sicher hat der Mann ein große Bedeutung, aber alle weiteren wissenschaftlichen Errungenschaften nur durch sein Wirken zu erklären, scheint mir etwas weit hergeholt (z. B. wird Bacon praktisch zum Pionier der Kryptographie erklärt. In Singh's „Geheime Botschaften" erscheint er dagegen nicht ein mal im Personenregister). Pesic baut seine ganze weitere Argumentation so ausschließlich auf Bacon's Werk auf. Daher wird der Leser mit seitenlangen Inhaltsangaben von Bacon's Ausführungen über die griechische Mythologie konfrontiert (z.B. Prometheus, Ödipus, Atlantis), nur um Pesic's Ansichten bzgl. „Eros" und „Labyrinth" (s.o.) zu begründen. Außerdem ist mitunter nicht so klar, wer denn die Zielgruppe dieses Buches sein soll. Da wird (wenn überhaupt) an wissenschaftlichen Themen nur ganz allgemein an der Oberfläche gekratzt (was auf ein Laienpublikum hindeutet), andererseits aber an einigen Stellen ein Wissen vorausgesetzt, dass den Übersetzer nötigt, in Fußnoten die Zusammenhänge zu erklären. Des weiteren tragen auch diverse wilde Gedankensprünge nicht gerade zur Begeisterung bei: eben noch seitenlang Einsteins Schwierigkeiten mit dem Zufallserscheinungen in der Quantenmechanik, dann übergangslos, mitten im Text, Ausführungen zu Kryptographie und Verschlüsselungstechniken (am Ende des Abschnittes findet er dann wieder zum Ausgangspunkt zurück, aber trotzdem steht der Leser erst mal ziemlich ratlos da).Noch eine Bemerkung zur Kryptographie: Was soll eigentlich dieser Kurzausflug in das Thema im ersten Teil des Buches (bei Bacon). Abgesehen davon, dass hier nur die allereinfachsten Sachverhalte beschrieben werden, ist überhaupt keine Notwendigkeit für dieses Buch zu erkennen (um zu erklären, dass viele Dokumente in dieser Zeit verschlüsselt wurden, müssen nicht ein paar Seiten Text verbraten werden). Oder mussten hier noch irgendwie ein paar Seiten gefüllt werden? Immerhin sind ca. 180 Seiten Netto-Text für das ganze Buch nicht gerade allzu üppig...Fazit: wenn das Buch anders angekündigt wäre (z.B. in der Art „psychologische Bemerkungen zur wissenschaftlichen Forschung unter dem Blickwinkel der griechischen Mythologie und dem Werk Francis Bacon's" (oder so...)), wären Missverständnisse gar nicht erst aufgekommen und man könnte dafür vielleicht noch 4 Sterne vergeben. Da aber etwas völlig anderes angekündigt ist, kann ich nur in alter Lehrertradition sagen: Thema verfehlt, (gerade noch) 2 Punkte.




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