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Hanns-Josef Ortheil erzählt von der leidenschaftlichen Liebe eines Paares, das sich an der italienischen Adria-Küste kennen lernt. Er, ein deutscher Fernsehredakteur, recherchiert dort für einen Film über das Meer, sie ist Meeresbiologin und leitet ein Forschungsinstitut. Er hat sich gerade aus einer längeren Beziehung gelöst, sie ist mit einem Institutskollegen verlobt. Beide sind fasziniert vom Wasser, seinen Farben, Gerüchen, und bereits über ihrer ersten Begegnung liegt eine eigentümliche Magie. Sie erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind - eine Erfahrung, die keiner von beiden je vorher gemacht hat. Zuerst langsam, dann mit rapide wachsender Intensität lassen sie sich aufeinander ein und versuchen ihre Liebe gegen alle inneren und äußeren Widerstände zu verteidigen.
Plötzlich ist es da, das Meer, zum Greifen nah fast, als "graue, stille, beinahe völlig beruhigte Fläche". Es ist kurz nach fünf an der italienischen Adria, ein Julimorgen, der Strand noch völlig unbelebt. Keine Sonne, keine Bewegung, vollkommene Stille. "Ich hatte das Meer einfach vergessen", heißt es in Hanns-Josef Ortheils Die große Liebe: "jetzt lag es mir wie eine Verheißung zu Füßen, unaufdringlich und groß, als bekäme ich es mit ihm zu tun". Natürlich wird sich dem Icherzähler des Romans der Strand bald füllen. Menschen kommen ihm in den Blick, und dann -- wir ahnen es bereits, sind durch den Titel vorgewarnt -- eine bezaubernde Frau. Im Meeresmuseum zwischen Algenformationen taucht sie auf, zunächst nur Stimme, eine Sirene, die dem Helden den Kopf verdreht: Dottoressa Franca, die junge, langhaarige Direktorin. Es ist Liebe auf den ersten Blick, mehr noch: Es ist die große Liebe. Denn Franca ist anders als die anderen Frauen, anders als Nora oder Hanna: "Wenn ich mit Franca zusammen bin", notiert der Icherzähler, "bin ich die ganze Zeit ausschließlich mit ihr beschäftigt, damit, was sie sagt und wie sie sich gibt, es gibt keinerlei Ablenkung. Der gesamte Raum um uns herum hat sich verändert, er erscheint aufgeladen, "schöner". In diesem Zustand nehme ich unendlich viel wahr." Viel wahr hat offenbar auch Ortheil genommen, denn er erzählt diese einfache Geschichte einer großen Liebe derart sensibel und zugleich geballt, dass sie einem jederzeit glaubhaft und nirgends kitschig erscheint. Über weite Strecken liest sich das Buch wie ein unendliches Happyend, bis sich das glückliche Geschehen ganz in Literatur aufzulösen beginnt und das Meer in seiner Weite wieder das Schreiben bestimmt. So gewagt Die große Liebe wegen der Nähe des Themas zum Trivialen auch gewesen sein mag, so rundherum ist Ortheil der Roman gelungen. --Stefan Kellerer
Gute Unterhaltung für einen verregneten Italien UrlaubEin Kulturschaffender, gerade erst aus einer langjährigen Beziehung gelöst, reist nach Italien, um ein Fernsehprojekt über Meeresbiologie vorzubereiten. Da trifft es sich gut, dass die Museumsleiterin und Meeresbiologin nicht nur ausnehmend klug, schön und charmant ist sondern auch noch in Liebe zu eben diesem Kulturschaffenden entbrennt, sich von ihrem eitlen Verlobten löst um ein neues und gemeinsames Leben anzusteuern. Das ist die Story und wie man sich unschwer vorstellen kann, sicher NICHT der Grund für den Erfolg dieses Buches. Was das kleine Werk, das an einem verregneten Wochenende locker zu lesen ist, so lesenswert macht, sind die Sprache und die Atmosphäre, in der die Geschichte spielt. Der Leser wir Zeuge einer zunächst zögerlichen, dann aber entschlossenen Liebe und da er als Konsument der Gegenwartsliteratur so viele Tragödien hat lesen müssen, ist er fast dankbar für das relativ komplikationslose Happyend dieser Geschichte. Kein retardierendes Moment verwirrt, keinerlei Analyse stört, keine Fragen bleiben offen, stattdessen dominiert das angeneme Gefühl, nicht sonderlich belehrt aber gut unterhalten worden zu sein.
poetisch und sensibelWie der Titel schon sagt, handelt es sich um eine große Liebesgeschichte - romantisch, aber nie trivial oder kitschig.
Faszinierend der Erzählstil des Autors und seine Liebe zum Detail. Menschen, Charaktere, Gefühle, sinnliche Erlebnisse, Gedanken, Naturphämonene und kleine Erlebnisse werden präzise und bildreich geschildert. Man wird richtig mitgenommen vom Fluss der Erzählung. Die Handlung spielt an der italienischen Adria. Die Menschen und die südliche Lebensart werden so faszinierend beschrieben - ich bekam Lust, sofort dorthin zu reisen.
Mit Abstand das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
Lesegenuss purH.-J. Ortheil nimmt den Leser von der ersten Seite an mit auf die Reise, dass man gar nicht aussteigen mag. Dichte Atmospähre, in jedem Augenblick, unmittelbar. Oft meint man, gleich müsste etwas Schlimmes passieren, etwas, was die Liebenden auseinander bringt. Aber es ist ja die Große Liebe... Jedes Umblättern einer Seite ist Freude, Vorfreude, Spannung, Erwartung und (leider) auch, was dem Buch aber keinen Abbruch tut, Wehmut, weil man sich immer weiter dem Ende des Buches nähert - dem Ende eines wirklichen Hochgenusses!
Eine hinreißende LiebeHanns-Josef Ortheil Die große Liebe Luchterhand ISBN 3 630 87147 X
So eine wunderschöne Liebesgeschichte hat man lange nicht gelesen!Ein Fernsehjournalist aus München macht sich auf nach Italien, wo er eine Dokumentation über das Meer drehen soll.
Er besucht bei der Gelegenheit ein meeresbiologisches Institut.
Sehr bald schon begegnet er Franca, Dottoressa und Institutsleiterin,--
und eine große, einzigartige Liebesgeschichte beginnt.
Beide sind vermutlich in den Dreißigern, denn er hat eine langjährige Beziehung hinter sich, und sie ist verlobt.Was zeichnet die Geschichte so aus?Es ist das Flair der italienischen Luft, des Lichts, des Meeres, der Küche und der Düfte. Und die Beobachtungen und Gedanken des Fernsehjournalisten, der seine große Liebe dabei betrachtet, wie sie ein Glas in der Hand hält, wie sie mit den Fingern spielt, wie sie sich über die Haare streicht, wie klar sie ihn anschaut, wie anziehend beide sich in ihrer Beziehung erleben.
Mit ungeheurer Spannung folgt man ihnen bei ihren Ausflügen zu den herrlichsten landschaftlichen Ausblicken, den abgelegenen kleinen Gasthäusern, ländlich versteckt, die Mahlzeiten voller Meeresfrüchte, Pasta, Wein und Käsegeschmack . Und die Spannung der Anziehung wird immer spürbarer. Es ist, als erlebte man das alles selber mit!
Dabei bleibt das Buch in letzter Konsequenz diskret, was die Erzählung noch liebenswerter macht.Es ist zugleich ein sinnliches, humorvolles und zum Schmunzeln anregendes Buch! Und es ist eine wunderbare und heitere Erzähling , die von den euphorischen Augenblicken einer großen Liebe berichtet. Ich kann es nur empfehlen.
Cl.B.
Ein Buch wie ein schöner TraumIch bin auf dieses Buch über einen Literaturtipp der "Zeit" gestoßen und wurde nicht - wie bei einigen anderen Büchern - enttäuscht. "Die große Liebe" läßt einen Zeit und Raum vergessen und hat mich sehr berührt. Man konnte in dieser liebevoll erzählten Geschichte richtig versinken und zum Ende des Buches war ich richtiggehend gespannt, ob sich die beiden tatsächlich finden, oder das Unglück in Gestalt des Verlobten zuschlägt. Man konnte das Ende kaum fassen, so anrührend und friedlich es war. Ein Buch, das einen in einem Gefühl tiefen inneren Friedens hinterlässt und in einem wunderbaren ruhigen Ton geschrieben ist. Selten war ich nach einer Lektüre so glücklich.
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