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Hat Fadorin, inzwischen Hofrat und Beamter für Sonderaufträge beim Generalgouverneur von Moskau, nun doch noch seinen Meister gefunden? In Moskau geht ein Betrüger um, der die gerissensten Gaunerstücke inszeniert und vor nichts zurückschreckt, wenn sich nur ordentlich Geld scheffeln läßt. Er scheint Fandorin, was Tricks, Einfälle und Verkleidungskünste angeht, durchaus ebenbürtig und entwischt dem Hofrat mehrmals. Von Fandorin und seinem Team wird höchster Einsatz verlangt bei diesem Pokerspiel.
Ein (seichter) GenussDirekt nach dem ersten Abend konnte ich "Russisches Poker" wieder in das Buchregal zurück stellen. Das Buch liest sich - gerade wenn man die Charaktere aus den vorherigen Folgen kennt - sehr schnell und ist ein Genuss. Der Genuss ist zwar seicht, aber grenzt sich über die Zeitverschiebung (Zarenreich) sehr angenehm von den anderen Krimis ab. Im Gegensatz zu den allerersten Fandorin ist leider die Geschichte sehr gut durchschaubar, warum ich auch keine 5 Sterne vergeben habe. Akunin führt von Buch zu Buch immer neue Charaktere ein, die dann in den folgenden Büchern wieder aufkommen. Daher würde ich empfehlen, die Krimis in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen, wobei aber dieser Band auch ohne die Kenntnis der Vorgeschichte ein Lesegenuss ist.
Das Warten hat ein Ende...Endlich ist der neue Fandorin da! Alle die diese absolut lesenswerte Krimireihe schon kennegelernt haben, werden ungeduldig darauf gewartet haben. Interessante und spannende Story, diesmal hat es Erast Petrowitsch Fandorin mit einem (fast) ebenbürtigen Gegner zu tun. Leider ist die Geschichte etwas kurz (192 Seiten) und hat meiner Meinung nach nicht ganz so viele überraschende Wendungen wie die vorherigen Romane. Daher "nur" 4 Sterne. Aber auf jeden Fall ein Muss für jeden Fan und auch wer die Serie bisher noch nicht kennt, wird gefallen daran finden....
Gerettet ist der Sommer......leider nicht ganz.
Denn obwohl Boris Akunin, mit "Russisches Poker" einen weiteren Teil seiner wunderbaren und vielleicht auch einzigartigen Krimireie geschrieben und dabei seine aus den Vorgängern bekannten Stärken,
den sehr bildhaften Erzählstil, der seines gleichen sucht,
seine ausgefallenen Kriminalfälle,
die Teilweise grotesken Handlungen und
den ewig stotternden, aber endlich wirklich erwachsenen Fandorin (der nun einmal mit einem 'ebendbürdigen' Gegner konfrontiert wird) beibehält, fällt aber ein Kritikpunkt schon beim Kauf des Buches ins Auge. Mit nicht einmal 200 Seiten ist er der mit Abstand kürzeste Teil der Serie, was der Geschichte leider nicht genug Zeit lässt den Charme seiner Vorgänger "Mord auf der Leviathan" und "Der Tod des Achill" zu entwickeln. Schade! Dennoch sollte kein Freund der Serie dies Roman verpassen. Er ist einfach zu gut dazu. Wer allerdings bisher noch keinen Fandorin gelesen hat, tut mir leid, sollte aber besser mit dem ersten Teil "Fandorin" beginnen.
komisches verwirrspielDer zur Zeit der zaristischen Herrschaft in Russland spielende Roman ist die Fortsetzung der Fandorin-Reihe, die den Autor besonders in seiner Heimat berühmt gemacht hat.
Die Handlung dieses Bandes lässt sich am Besten als "komisches Verwirrspiel" beschreiben. Mehr noch als in den vorherigen Romanen gelingt es dem Autoren nämlich, durch komische Dialoge und groteske Handlungsstränge (wie etwa die Flucht Momus' und Mimis, nachdem Fandorins Falle zugeschnappt war; vor allem aber Verkleidungen auf Seiten Fandorins und auf Seiten dessen Gegenspielers, Momus) die komischen Seiten zu betonen. Die eigentümlichen Charaktere (beginnend mit Fandorin selbst, der als Gelegenheitsstotterer so gar nicht dem Typus eines Romanhelden entspricht, bis hin zu seinem gewaltigen japanischen Diener) reihen sich in dieses Bild ein. Es wird jedoch nicht vergessen, eine spannende Geschichte aufzubauen, bei der Momus, der "Pikbube" und Betrüger, am Ende in ein immer besseres Licht gerückt wird und zunehmend Ähnlichkeit mit einem modernen Robin Hood bekommt. Diese Entwicklung Momus' ist aber doch etwas eigenartig, letztendlich ist auch kaum erklärbar, warum Fandorin Momus im vorletzten Kapitel einfach entkommen lässt. Aus reiner Menschenfreundlichkeit? Um den von Momus ausgenommenen "Großen" eines auszuwischen? Das kommt mir dann doch etwas zu pathetisch vor.
Vergnügliches KrimichenIn Moskau geht ein Betrüger unter dem Decknamen Pikbube um, der auch vor den höchsten Kreisen nicht Halt macht; je mehr Geld zu holen, je raffinierter Verkleidungen und Tricks, desto mehr ist Pikbube in seinem Element. Fandorin, selbst Meister der Verkleidungen und Kniffe, scheint hier einen ebenbürtigen Gegner gefunden zu haben.
Dieses Buch ist der beste Beweis, dass es nicht immer ein Mord sein muss, der einen Krimi lesenswert macht. Das Duell zwischen Fandorin und Pikbube, das weniger von Gewalt als von gegenseitigem Übertrumpfen in puncto List und Tücke geprägt ist, ist ein unbeschwert heiteres Bubenstück, ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem Fandorin nicht immer gewinnt.
Die leise Schwermut, die zu früheren Bänden der Reihe gehört, wird hier verkörpert von dem hässlichen, unbeholfenen Anissi Tulpow, der, weil zufällig am Ort des ersten Geschehens anwesend, vom Boten zu Fandorins Mitarbeiter aufsteigt - eine Wiederholung von Fandorins eigenen Anfängen.
Mit 190 Seiten ist dies keiner der großen Fandorin-Romane, aber immer noch gut, einen trüben Nachmittag zu versüßen.
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