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Alter Adel und Drum 'n' Bass, Vorstadtromantik und Boomtownflair, verträumte Intellektuelle und trendige Szenekünstler - Wien hat viele Seelen, und Monika Czernin kennt sie alle. Eine Reise in die Stadt des Morbiden, die nie so lebendig war wie heute.
Eine Melange trinken, wo Joseph Roth den »Radetzkymarsch« verfaßte; sich im Dreivierteltakt um die eigene Achse drehen, wo die Hautevolee auf rauschende Bälle geht. Hier hat Adolf Loos mit seiner Architektur Skandale ausgelöst. Hier gehört heftiges Debattieren immer noch zum Alltag wie der weiße Gespritze zum Tafelspitz. Wien - eine Stadt zwischen Nostalgie und Moderne. Monika Czernin, selbst aus einer alten österreichischen Familie, weiß, was den Wiener heute umtreibt, warum Oberkellner respektierte Persönlichkeiten sind, Obdachlose standesbewußt und fesche Ministersekretäre immer Karriere machen. Hier erfahren wir, was den »Schmäh« ausmacht, warum man »Sackerl« und nicht Plastiktüte sagen sollte und wieso Wien der absolute Geheimti
In der Serie der Gebrauchsanweisungen für die schönste Art, das Weite zu suchen gibt es nun auch eine vertiefende Reiseanleitung für Wien. Grundkenntnisse der Stadt werden vorausgesetzt, in diesem Buch finden Sie weder einen Stadtplan noch ein Verzeichnis von Sehenswürdigkeiten. Nicht um Sightseeing geht es, sondern darum, die Wiener Lebensart kennen zu lernen und möglicherweise auch zu verstehen. Monika Czernin, ehemals Kulturredakteurin der Wiener Tageszeitung Die Presse, lebt heute in München und weiß, was deutsche Reisende gehobenen Standards an Wien interessiert. Sie kennt die feinen Unterschiede der Kaffehäuser, der Bälle und der edlen Hotels. Sie erzählt vom "roten Wien" genauso wie vom alten Adel. Flott verbindet die geborene Autorin Zeitgeist mit Tradition und findet die Wien-Klischees von Charme, Skurrilität, Nörgelei und Morbidität in einem reichen Anekdotenschatz nur bestätigt. Liebevoll zitiert sie all die kleinen Aperçus der Wiener Hautvolee, die so typisch sind für einen Gesellschaftskreis, der immer noch fest in der Vergangenheit wurzelt. Nichts ist in Wien so wichtig wie Kultur. Als Mitglied einer alt-österreichischen Familie weiß Monika Czernin, wie und auf welchem Parkett man sich in Wien bewegen muss, wenn man dazu gehören will. Ihr eigenes gesellschaftliches Crossover zwischen Kaisermühlen und Hotel Sacher, Johannsclub-Ball (ein sehr elitäres Unternehmen) und Flex (Dancefloor am Donaukanal) zitiert die Autorin gerne für kulturelle Flexiblität. Da müssen Touristen wenigstens wissen, wie man richtig Wiener Schnitzel bestellt, ohne sich zu blamieren. Aber nachdem Sie die Gebrauchsanweisung für Wien gelesen haben, wird Ihnen das nicht passieren und Sie werden sich über viele Eigenarten der Stadtbewohner nicht mehr wundern, da Sie Wien nun endlich "von innen her" kennen gelernt haben. --Beatrice Simonsen
Ich bin begeistert von diesem Buch!Ich lebe seit vielen Jahren in Wien, habe dieses Buch zufällig in einer Buchhandlung gesehen und konnte nicht mehr zu lesen aufhören, musste es kaufen. Frau Czernin beschreibt die Stadt genau so wie ich sie erlebe, wie ich sie liebe! Jedem, der Wien nicht kennt, wird Wien auf eine wunderbare, unmittelbare Weise näher gebracht. Das "echte" Wien, das entgegen mancher (mir unverständlich, weil schlechter)Rezensionen sehr wohl vorhanden ist. Da is nix Kaiserlich-Verstaubtes, das es angeblich nicht mehr gibt, da ist auch noch viel Monarchiehauch, egal wie man nun dazu steht, das ist halt ein Teil der Stadtseele. Da ist das Neue und das Alte in Harmonie, wie ich meine. Ich habe in diesem Buch genau die Eindrücke und Gefühle wiedergefunden, die hochkommen, wenn ich durch diese schöne Stadt flaniere (die mir durchaus auch auf die Nerven geht, wenn auch nur ganz selten). Ich werde es Wien-Besuchern schenken, aber auch den Wienern, weil sie ihre Stadt darin wiederfinden. Eine Stadt, die man von Zeit zu Zeit gerne verlässt. Nach der man sich sehnt, sobald man sie hinter sich gelassen hat. Das Heimkommen ist jedenfalls immer schön...
Ein sehr empfehlenswertes Buch!
Schwelgen in NostalgieDer Titel dieses Buches ist irreführend -- es ist keine "Gebrauchsanweisung" für Wien, sondern ein Schwelgen über eine Stadt, die es so nicht mehr gibt: da wird von Bällen und gesellschaftlichen Ereignissen gesprochen, als ob die Habsburgermonarchie noch allgegenwärtig wäre, da wird Nostalgie zelebriert, als ob wir uns im frühen 20. statt im frühen 21. Jahrhundert befinden würden.Was die Autorin hier beschreibt, das ist, da stimme ich mit den anderen Rezensenten überein, nicht die Stadt, in der ich lebe. Ob die Autorin aus einer sozialen Schicht stammt, für die sich seit Jahrzenten nichts geändert hat, oder ob hier mit Nostalgie und Klischees Touristen angelockt werden sollen, weiß ich nicht, aber als "Gebrauchsanweisung" ist es ungefähr so sinnvoll wie eine Anleitung für ein Kurbeltelefon von 1900 für ein Mobiltelefon von 2005.
Bourgeoise KlischeedreschereiDieses Buch beschreibt nicht die Stadt in der ich aufgewachsen bin, die ich sehr genau kenne und in der ich bis heute lebe. Es werden Klischees gedroschen, Rituale beschrieben, die nur in gehobenen Kreisen in dieser Form zelebriert werden. Genau das Richtige für Hochglanz Touristenprospekte und kitschige Heimatfilme. Freunderlwirtschaft und Opernballklatsch, die wohl sicher in dieser Stadt zu finden sind, in dieser Form jedoch nur in erlauchten Kreisen. Nichts vom Lebensgefühl in Wien wie ich es kenne und liebe, nichts über die Besonderheiten, einzigartigen Plätze und Stimmungen dieser Stadt.
Gebrauchsanweisung von Wien für NichtwienerGebrauchsanweisung für Wien
Dieses Buch ist für Menschen geschrieben, die nicht in Wien aufgewachsen sind, aber sich dennoch für die Stadt interessieren.
Das die echten WienerInnen sich hier nicht wiederfinden liegt daran, dass der Spagat zwischen Opernball und Wiener Gemeindebau für dieses Büchlein zu groß ist.
Dennoch schafft es Frau Czernin mit ihrem mitreißenden und interessanten Schreibstil eine Grundlage zu schaffen, auf der man Aufbauen kann.
Ich zog vor einem Jahr aus Deutschland der Liebe wegen nach Wien. Zur Vorbereitung habe ich mir dieses Buch gekauft und empfand es als sehr hilfreich. Vor kurzem hab ich es noch einmal gelesen, nachdem ich viele Dinge schon gesehen und erlebt habe und kann das Buch als Einstieg für "Neu-Wiener" und Leute, die länger als ein Wochenende in der Stadt sind, sehr empfehlen.
ein köstliches stück wiensie werden glauben, was in diesem buch steht sei übertrieben. mitnichten, so ist wien wirklich! ein schonungsloses und doch liebevolles buch über wien, in dem man als wienerIn viele bekannte trifft und gepflogenheiten wieder findet ... abseits der postkartenidylle zeigt monika czernin ein anderes noch viel liebenwerteres wien. pflicht für jeden wienneuling und für leute die erst kurz oder schon ewig in wien wohnen!
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