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Der blinde, hochbegabte Junge Bartholomew Lampion ist in den Fokus des irren Serienmörders Junior Cain geraten, der in seinen Albträumen immer wieder den Namen Bartholomew hört. Junior ist davon überzeugt, dass es sich bei dem geheimnisvollen Träger dieses Namens um seinen Sohn handelt und dass er ihn finden und töten muss.
Die einen halten ihn für den besten Spannungsautor aller Zeiten, den anderen ist sein Erfolg ein Rätsel: Dean Koontz, nach Stephen King der meistverkaufte Horror-Schriftsteller der Welt. Während King allerdings in den letzten Jahren immer schwächere Bücher abliefert, wird Koontz mit jedem Roman besser. Nach den beiden herausragenden Christoper-Snow-Thrillern Geschöpfe der Nacht und Im Bann der Dunkelheit setzt sich dieser Trend in Der Geblendete nahtlos fort. Der Titel des amerikanische Originals From the Corner of his Eye, "Aus dem Augenwinkel", ist mehr als nur eine Spur ironisch: Bartholomew Lampion ist seit seinem dritten Lebensjahr blind -- seine Augen mussten auf Grund einer Krebserkrankung operativ entfernt werden. Schon damals galt er als Wunderkind, las er doch dicke Bücher und beherrschte schwierige mathematische Formeln. Auch als Erwachsener hat er sich seine unstillbare Neugier erhalten und wurde trotz seiner Blindheit zu einem lebensfrohen Menschen. Ganz anders Junior Cain: Nachdem er seine junge Frau aus einem spontanen Impuls heraus von einem Aussichtsturm gestoßen hat, kennt seine Lust am Töten keine Grenzen mehr. Ist es ein Zufall, dass sein Geburtstag genau mit dem von Bartholomew zusammenfällt? Welches Geheimnis verbindet das Schicksal dieser beiden so unterschiedlichen Männer? In Der Geblendete untermauert Koontz seine Faszination für das Paranormale mit spannenden Exkursen in die Physik. Er zieht Parallelen zwischen der Quantentheorie und einem Prinzip, das seiner Meinung nach allem Lebendigen zu Grunde liegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ihm als Leser in dieser Hinsicht folgen möchte -- Koontz setzt seine Vorstellung von der Gesetzmäßigkeit der Welt so überzeugend um, dass man sich dem unmöglich entziehen kann. Gelegentlich wird er ein wenig sentimental, gleicht das aber durch eine gehörige Portion Ironie wieder aus. Und so spannend wie er erzählt kaum einer seiner Kollegen. --Felix Darwin
Eine hinreißend erheiternde Schmunzel-LektüreSie erwarten von diesem Buch, dass sich darin eine grauenerregende Geschichte vollzieht, in der unheimliche Dinge geschehen? Es soll möglichst blutrünstig sein und Sie nachts davon abhalten, noch schlafen zu können? Dann sollten Sie umdenken!
Zweifellos wird das Buch Sie in den Bann ziehen, ganz sicher werden Sie es nicht mehr aus der Hand legen. Allerdings aus völlig anderen Gründen.
In der Erwartung, einen Horror-Roman erworben zu haben, musste ich (da es mein erstes Koontz-Buch war) überrascht - und amüsiert - feststellen, dass Koontz ein wahrer Meister der Wortgewitztheit und Komik ist.
Enoch Caine, ein überaus exzentrischer Psychopath, stellt - eher zufällig, aber begeistert - fest, dass er Gefallen am Morden findet. Nicht von dieser wachsenden Sucht lassen könnend, muss er allerdings auch verärgert feststellen, dass die seelischen Belastungen einer solchen Tat nicht ungesühnt bleiben. Von revolutionierenden Körperreaktionen heimgesucht, die sich nach jedem Mord in Form sturzbachartiger Brechanfälle und Darmentleerungen äußern, frisst er sich mittels dies unterbindender Medikamente durch die Geschichte, auf einen leider wenig spektakulären Showdown zu - welcher aber angesichts hunderter vorheriger Seiten voll Witz und Humor, Spannung und Erwartungssteigerung, zu verzeihen ist.
Parallel erzählt die Geschichte von einem kleinen Jungen, namens Bartholomew - ein Name, der Caine aus ihm unerfindlichen Gründen im Kopf herumspukt. Weshalb und wie Caine beginnt, sich auf die Suche nach dem Jungen zu machen und dass er sich dabei eigentlich auf die falsche Fährte begibt und am Ende dennoch fündig wird, sollte hier nicht verraten werden.
Fest steht jedoch, dass Koontz einen überaus sympathischen Psychopathen erschaffen hat, der es - neben einer mit der englischen Sprache ringenden Mexikanerin, die als Nebendarstellerin ebenfalls zur Erheiterung der Geschichte beiträgt - versteht, den Leser zum Schmunzeln zu bringen.
Die Geschichte zweier schicksalsgebeutelter Familien, einem durch Cains sadistische Aktivitäten in Mitleidenschaft gezogenen Polizisten und dem Psychopathen selbst verstrickt sich zu einem sehr interessanten Roman, der nichtzuletzt dadurch besticht, dass Koontz ein Meister der Worte ist.
Wahrlich kein grauenerregender Horror - aber eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
5 Sterne für die außergewöhnlich gute Niederschrift der Geschichte - insgesamt aber nur 4 Sterne, weil der Schluss zu unspektakulär ausfiel.
Kritik am Heyne VerlagDean Koontz ist ein Magnet für die Käufer, er wird als der bessere Autor als sein Kollege Stephen King vermarktet. Dem kann ich eigentlich meist zustimmen, auch in diesem Wälzer über 888 Seiten ist Langeweile ein Fremdwort. Eine fesselnde Geschichte, von Koontz in bekannter Spitzenqualität vorgetragen. Dem Roman an sich hätte ich 5 Sterne gegeben, weil es an diesem nichts auszusetzen gibt. Super gelungen finde ich die Beschreibung der Hauptpersonen, man kann sich prima in deren Psyche einfühlen. Ich hatte zunächst Mitgefühl mit dem Mörder, das nach kurzer Zeit aber schon in Abscheu umschlug, weil 'Junior' doch extrem einen an der Waffel hat und dies hervorragen auf den Leser übertragen wird. Auch das Schicksal von Agnes und Bartholomew ist sehr Gefühlsintensiv vorgetragen. Koontz versteht es, die Schicksalsschläge dem Leser nahe zu bringen. Allerdings störte mich das Ende etwas, ich hätte mir etwas mehr Action am Ende gewünscht und nicht einfach so ein kurzes Finale. Wie es in solchen Büchern üblich ist, möchte man den Übeltäter noch etwas leiden lassen.
Warum dieses Produkt aber nur 4 Sterne von mir bekommt liegt daran, dass es der Heyne Verlag das Buch meiner Meinung nach schlampig dem Leser hinwirft. Liegt es an der Übersetzerin? War es schlampigkeit vor dem Druck? Ich weiss es nicht an wem es liegt, auf jeden Fall wurde das Buch nicht gegengelesen, bevor es in Druck ging. So drastische Schreibfehler, wie sie in diesem Buch zu lesen sind, halte ich für eine Frechheit des Verlages. Da sind total verstellte Sätze zu finden, wie z.B. Gab ihm die Blatt zu lesen, statt gab ihm die Blätter zu lesen. Solche Hammerfehler ärgern mich. Was noch auffiel waren Vertipper. Ständig sah man verwechselte Buchstaben, da hiess die Agnes plötzlich Anges, es nervt und unterbricht den Lesefluss. Störend finde ich auch den knalliggelbgrünen Einband. Völlig daneben.
Vielleicht hätte der Verlag auch einen anderen Titel wählen sollen. Gross wird im Klappentext erzählt, dass Barty mit 3 Jahren die Augen heraus operiert werden, diese Operation aber erst auf Seite 500, also nach mehr als der Hälfte des Buches durchgeführt wird.
Kurz und gut: Der Roman ist prima, der Verlag aber schlampig
Koontz bestes Buch !!!Als langjähriger Leser von Dean Koontz, selbst als er noch relativ unbekannt in unserem Lande war, bin ich von diesem Werk begeistert.
Ich stufe es noch höher ein, als "Dunkle Flüsse des Herzens", das für mich bisher als Koontz bestes Buch galt.Der Geblendete - entführt und verführt einen in die Höhe und Tiefen der menschlichen Psyche. Ist brutal - liebevoll, einfach nicht mit Worten zu beschreiben.Jeder, der liebt; Kinder hat; Ängste hat; wird dieses Buch verschlingen und als ein Kleinod menschlicher Gefühle betrachten.Ein Psychothriller der unter die Haut geht und dort lange nachwirkt.
Versuch mißlungenSchon in seinen frühesten Werken verstand er es die Leserschaft zu fesseln. Besonders jedoch seine letzten Werke, in denen er sich vom phantastischen Genre entfernte und eher Thriller produzierte, haben mich voll und ganz in ihren Bann gezogen. Ich denke da zB. nur an "Intensity". Wirklich sensationell.
Beim "Geblendeten" ist es leider bei einem mittelmäßigen Versuch geblieben beide Genres zu kombinieren. Das Werk scheint ein wenig farblos und statisch. Es wollte sich einfach nicht das berühmte "was passiert auf der nächsten Seite-Gefühl" bei mir einschleichen. Mr.Koontz hat diesmal eindeutig zu viel gewollt.
Mein Fazit: Warten bis die Taschenbuchausgabe erscheint.
Mein zweiter und nicht letzter KoontzNach dem Buch "Die zweite Haut", welches gruselig, teilweise eklig und echt spannend war, ist dieses Buch an vielen Stellen amüsant und erheiternd, aber nicht weniger spannend und dramatisch. Jede Person wird genau beschrieben, wie sie aussieht, lebt, fühlt, welchen Charakter und Besonderheiten sie hat. Man kann sich die Personen im Kopf gut vorstellen, ja richtig mitfühlen. Gut auch die parallel laufenden Geschichten der Personen und deren Zusammentreffen früher oder später im Buch. Perfekt abartig die Person des psychophatischen Enoch Cains und die Betrachtung der Geschehnisse aus seiner Sicht nach dem Moto, ups schuld an ihrem Tod haben die anderen doch selbst. Der Schluß ist mir allerdings zu schön um wahr zu sein. Alles im allem ein sehr empfehlenswertes Buch.