Hanika, Iris

Das Loch im Brot

Das Loch im Brot
  • Verlag: Suhrkamp
  • Erscheinungsdatum: 2004-03-31
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 170
  • ISBN: 3518124382
  • EAN: 9783518124383
  • Amazon.de Verkaufsrang: 89.315
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Beschreibung von buecher.de

Wir wissen die einfachen Freuden des modernen Lebens zu schätzen', und 'jetzt essen wir das Brot', anstatt durchs Loch im Brot zu starren, das man als Kind gebohrt hat, um tief ins schöne Nichts zu fallen. Jetzt sind wir erwachsen geworden, haben einen Arbeitstag, treiben Sport. Und die große Liebe? Schon aufgebraucht?
Iris Hanika ist eine neue Autorin im Suhrkamp Verlag. Als Chronistin des deutschen Alltags von heute macht sie sich in Berlin, Wien, Chicago und anderswo einem Reim auf die Zustände. Ob im Aldi oder beim Warten auf Houellebecq, ob beim Friseur oder angesichts einer verliebten Freundin - überall trifft ihr Blick, der Blick einer Frau, auf Widerstand, und überall herrscht ewige Pupertät. Gottlob aber schauen wir ab und zu nach oben: Und oben 'sind über den Himmel ein paar Cirruswolken gehaucht, an den Rändern, über den Wipfeln färbt er sich langsam lila. Und das ist Glück.'

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Korallenkette fanden 8 von 10 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine großartig literarische Analyse der Gegenwart

Dieses Buch ist großartig, in dem Sinne, dass es eine subjektive Bestandsaufnahme unserer Gegenwart ist, die in die Zukunft überdauern wird. Iris Hanika sitzt menschenbeobachtend in Cafes und besucht Auschwitz, sie spricht absolut "unpeinlich" über die Sehnsüchte in Sachen Liebe, sie weiß auf so schön selbstironische Weise auszudrücken, wie die Ideale der in den 60er Jahren Geborenen scheinbar harmlos zusammenschrumpften, lauter kleine Episoden beobachtet sie, wie jemand, der ständig sein Tagebuch dabei hat - eine sehr kluge, wunderbar intellektuelle Autorin und eine oft erfrischend zynische, meistens doch berührend gefühlvolle Beobachterin, die weder sich noch andere schont und es gerade deshalb schafft, dass man sich mit ihrem Blick erkenntnis-erhellend identifizieren kann. Ganz toll -verwandt mit den Tagebüchern von Max Frisch. Und ich bin sicher, dass Hanikas Aufzeichnungen in ihrer sprachlichen Qualität und Anekdotenkraft eine ähnliche Bedeutung bekommen werden. Ein aufgehender Stern, dessen Leuchten man nicht verpasen sollte, aber wahrscheinlich auch kaum verpassen kann!

Diese Rezension fanden 2 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen aus dem leben

Das Buch ist witzig und zugleich ernsthaft und zeigt, wie komisch man manchmal denkt und auf welche interessanten dinge man im täglichen leben stößt bzw. auf welche seltsamen dinge man so achtet.

Diese Rezension fanden 2 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Desillusioniert

Ein schönes Buch, das mit den alten Träumen der "Revoluzzer" aufräumt und einen desillusionierten Blick auf den Zustand dieser Generation der Vierzigjährigen wirft, die nicht wissen ob sie jetzt Ihre Midlife-Crisis nehmen sollen oder ob das eh nichts bringt. Sehr lesenswert, kurzweilig und anregend, sich selbst auch mal wieder zu reflektieren.

Diese Rezension fanden 3 von 5 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Das Loch im Brot

"Normal sein" heißt es im Intro der veröffentlichten "Notizen aus dem Alltag", die teilweise bereits in der "FAZ" und im "MERKUR" zu lesen waren. "Früher sind wir gegen Faschisten gewesen, heute erregen wir uns über Menschen, die ihre Hunde das Geschäft auf dem Gehsteig machen lassen." Die neue "WELT"-Autorin Iris Hanika läßt uns an sich und ihrer wandelnden Generation teilhaben, es bringt Spaß, über die Wandlungen zu lesen, auch wenn sie gelegentlich in kitschige Bilder abschweifen und ein "Utopieverlust" die Wahrnehmung nicht immer deutlicher macht. Und manchmal erscheint es mir altklug und erinnert an resignierte "Gartenlauben"-Prosa.

Diese Rezension fanden 4 von 9 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Problematische Alltagsbetrachtungen

Der kämpferisch strenge Blick, der die Mythen des Alltags und die Mitmenschen analysiert, gebiert aus seiner konstruierten Distanz heraus romantisch oder melancholisch angehauchte Bilder, die klassisch bieder, allzu hausbacken daherkommen. Alles in Allem eine bittere Zustandbeschreibung, jenseits von Ironie und erhellenden Erkenntnissen. Nicht unproblematisch.




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