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Warum, fragt Michael Moore, kursieren in den USA 250 Millionen Schusswaffen, mit denen pro Jahr mehr als 11.000 Menschen getötet werden? Ausgangspunkt seiner ebenso faktenreichen wie polemischen Recherche ist das Massaker an der Columbine Highschool, dem am 20. April 1999 zwölf Schüler und ein Lehrer zum Opfer fiel. Moore zeigt eine Gesellschaft im Waffenwahn, gefangen in einem Klima der Angst, das von den Massenmedien unaufhörlich geschürt wird.
Universal Bowling for Columbine, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 03.07.03
Der erfolgreichste Dokumentarfilmer aller Zeiten schlägt wieder zu. Mit Bowling for Columbine rechnet der Amerikaner Michael Moore mit dem Waffenfetischismus seiner Landsleute ab. Ein bemerkenswerter, oft amüsanter, manchmal verstörender und dabei immer unterhaltsamer Einblick in die Seele der Supermacht. Michael Moore ist seit seinem Dokumentarfilm Roger & me das Enfant terrible der amerikanischen Filmindustrie. Der unbequeme, schwergewichtige Patriot hat es mit seiner unverwechselbaren Guerillataktik in kürzester Zeit in den Olymp der Dokumentarfilmer geschafft. Hemmungslos subjektiv, vor Sarkasmus triefend und mit einer gehörigen Portion Durchsetzungsvermögen ausgestattet, legt Moore den Finger immer wieder in die Wunde, dorthin, wo es ganz besonders schmerzt. Das Ergebnis ist verblüffend. Ihm gelingen Momente, in denen die bonbonfarbene Fassade der Konsumgesellschaft abblättert und einen Blick auf den nackten Wahnsinn freilegt, oder wie im Fall des Waffenlobbyisten Charlton Heston auf die totale Leere. Moore zerrt die Protagonisten der Selbstverteidigungshysterie vor die Kamera. Ihre Gesichter sind austauschbar (die Banalität des Bösen?), ihre Argumentationslinien verkümmern, kaum dass Moore dazwischenhaut. Es macht Spaß, dem Furor dieses Mannes beizuwohnen, der durch das alles hindurchwatet, immer in Bewegung, immer auf dem Sprung. Michael Moore muss für die Verwalter des Status quo der Super-Gau sein, die Mensch gewordene Nervensäge schlechthin, für den Zuschauer jedoch ist er ein Geschenk des Himmels. Am Ende, nachdem so ziemlich alle Vorurteile und Klischeevorstellungen in ihre Einzelteile zerlegt, durch den Film geschleppt und wieder zusammengebaut wurden, nachdem man durch einen Schnellkurs in Sachen amerikanischer Geschichte mit animierten Figuren im Stil von South Park gehetzt und so manch sprunghafter Eingebung des Impresarios gefolgt ist, fühlt man sich an Marlon Brando in Apocalypse Now erinnert, wenn er uns entgegenhaucht: "The horror, the horror". --Thomas Reuthebuch
Grandiose Doku die einen kritischen Zuschauer brauchtZuerst einmal: DER FILM IST UNTERHALTUNG PUR.
Das hat seine positiven und negativen Seiten. Zuerst einmal ist die positive Seite, dass durch Moores gnadenlosen Zynismus die Dokumentation nicht langweilig und dröge ist sondern bis zur letzten Minute interessant und mitreißend bleibt. Auch der Ansatz nicht Marilyn Manson (als Vertreter des Bösen) alle Schuld zu geben wie es in Deutschland auch Politiker und Medien es mit dem Spiel Half-Life nach dem Massaker von Erfurt getan haben, sonder tiefer zu gehen und zufragen in wie weit unsere Gesellschaft eine Mitschuld trägt.
Andererseits muss man sehen, dass Bowling for Columbine einen hauptsächlichen subjektiv geprägten Blickwinkel hat. Auch die Untermalung des Überwachung Videos der Columbine Schule mit Musik ist eine starke Emotionalisierung und rangiert mehr auf RTL2-Niveau als auf der einer seriösen Berichterstattung.
Um den Film richtig zu verstehen braucht man schon ein fundiertes Geschichts- und Politikwissen (und ein gefestigtes Weltbild) um Zynismus und Realität klar trennen zu können, da sonst der Film weder unterhaltsam noch bildend ist sondern nur plump und antiamerikanisch ist.
Alles in allem zeigt der Film aber viel mehr schlüssige Ursachen auf warum junge Menschen solche Massaker anrichten (auch in vielen Punkte sicherlich übertragbar auf Robert Steinhäuser), als es in den meisten Dokumentationen in den Medien bisher gesehen habe.
Eine andere Sache die mir noch negativ auffällt ist, dass wenn man mit deutschem Untertitel den Film ansieht, dass das Deutsch gesprochene nicht immer mit dem Untertitel übereinstimmt. Oder es gar neue Wortschöpfungen gibt, die nicht viel mit der deutschen Sprache zutun haben. Aber dies scheint ein generelles Problem zu sein, dass auf fast jeder DVD zu finden ist.
Zynischer DokumentarfilmMichael Moore dokumentiert in diesem Film seine Recherchen zu der Frage "Warum sind die Amerikaner so waffenbesessen und gewaltbereit?".
MM gelingt es sehr gut, durch Darstellung verschiedener Perspektiven schrittweise die Antwort aufzubauen. Leider verliert der Film gegen Ende an Schwung, man gewinnt den Eindruck, das hätte auch weggelassen werden können, deswegen keine 5 Sterne.
Insgesamt ein sehenswerter Dokumentarfilm, der interessante Details über die amerikanische Kultur verrät und meine Ansichten über den 'american way of life' neu justiert hat.
Sogar Charlton Heston war sprachlos........doch dazu spaeter. Am 20. April 1999 um 6 Uhr morgens gehen zwei Jugendliche zum Bowlen. Nichts aussergewoehliches an sich. Wenige Stunden spaeter erschiessen sie in der Columbine Schule in Colorado 12 Mitschueler, einen Lehrer, verwunden 20 andere, um sich dann am Ende selbst zu toeten. Das ist der Aufhaenger dieser teilweise sehr emotionalen Dokumentation von Oskar Gewinner Michael Moore. Jedoch geht Moore bei seinem Versuch, die Hintergruende dieser Tragoedie auf zu decken, viel weiter. Er hinterfragt, warum die Amerikaner, im Vergleich zum 'Rest of the World' so schiesswuetig sind. Letztes Jahr starben in den USA ueber 11.000 Menschen im Kugelhagel. Deutschland mit knapp einem Drittel der amerikanischen Bevoelkerung und einer fuer europaeische Massstaebe sehr hohen Kriminalitaetsrate hatte hingegen 'nur' ca. 350 Erschiessungsopfer zu beklagen. Dieses Werk untersucht jeden angeblichen Grund (Gewalt im Fernsehen, das Gesetz, dass jeder Amerikaner eine Waffe besitzen darf, die Geschichte des Landes etc.) fuer diese Gewalteskalation in den Staaten mit der Lupe, nur um sie der Reihe nach zu widerlegen. Eindrucksvoll wird die wahre Ursache plausibel erklaert. Charlton Heston, Praesident der 'National Rifle Association' NRA und der groesste Waffenlobbyist, der sich das Gewehr nur aus seinen 'toten, kalten Haenden' nehmen lassen wuerde, beendete ein Interview mit Moore, indem er sich einfach sprachlos in sein Haus verkruemelte, waehrend Moore mit Traenen in den Augen das Foto eines sechs Jahre alten Maedchens hoch hielt, das von einem Mitschueler erschossen wurde. Moore hat den Oskar fuer diese Dokumentation mehr als verdient und die Tatsache, dass sie nicht im Muelleimer der Zensur landete, gibt Anlass zur Hoffnung. Unbedingt sehen!Auch empfehlenswert sein Buch 'Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush'.
zeigt eben die andere Seite der Medaille°
Michael Moore ist dagegen. Gegen das Verschweigen von Tatsachen, die so gar nicht ins sonnige Bild der USA passen. Seinem Film ´Bowling for Columbine´ und ihm kann man natürlich vorwerfen, dass er arg polemisch ist, sich nur die negativen Geschichten heraussucht und einseitig argumentiert. Meiner Meinung nach ist das o.k. – es zeigt eben die andere Seite der Medaille. Besonders auf die Waffenlobby und deren Verfechter hat er es abgesehen. Mit Leichtigkeit führt er deren Argumentation ins Absurde, zeigt Hintergründe zum Massaker von Littleton und vergleicht die Mordraten der USA mit denen von Kanada. Besonders seine pointierten Kommentare passen nicht immer zu den erschreckenden Tatsachen. Sicher kann man diesen Film und dessen Machart kritisieren, andererseits hat jeder in Zeiten des Internet die Möglichkeit, die Behauptungen nachzuprüfen. Ein mutiger und notwendiger Beitrag ist es allemal, wenn Michael Moore die Schattenseiten der vermeintlich heilen Welt darstellt. Der Film regt zum Nachdenken an und macht allzu Leichtgläubige kritischer. Wer wiederum so ganz und gar gegen diesen Film rebelliert, sollte sich vielleicht überlegen, was am bisherigen Weltbild sonst bröckeln würde. Klare 5 Sterne und auch noch der Filmtipp zu Michael Moores ´Fahrenheit 9/11´.~
Film zum Nachdenken!JA dieser Film oder Dokumentation, kann man sehen wie man will, ist wirklich ein starker Film. Mag ja sein das Moore ab und an seine persönliche Meinung abgibt und nicht die gesamte amerikanische Gesellschaft widerspiegelt, doch ist das hier gezeigte Bild leider bittere Realität! Der im Film aufgezeigte Waffenwahn bedingt durch die Angst und Panikmache wird von den Medien weiter aufgebauscht und die Ausagen von dem sogenannten Schocksänger Marilyn Manson unterstreichen dies trefflich.Was mich persönlich aber wirklich am meisten beängstige ist, dass die Gefahr dank solchen Sendungen wie Taff oder Explosiv, die den Zuschauern weiß machen wollen wir leben auch hier in einer kriminellen Gesellschaft, diese albtraumhaften Szenarios auch bei uns Realität werden könnten!Wenn man außerdem sieht, dass die Menschen in Kanada ihre Häuser nicht absperren müssen( nicht mal in Toronto!), weil sie keine Angst haben, stimmt ebenfalls nachdenklich.Schaut diesen Film auf jeden Fall mal an und lasst euch von der düsteren aber auch ironsichen Atmosphäre fangen.Nach diesen Film will man auf jeden Fall mit anderen Personen diskutieren und die amerikanische Gesellschaft mit der europäischen vergleichen!Sehr empfehlenswert!!