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Die herrlichste Sammlung Liebeslieder, die Gott geschaffen hat.' (Johann Wolfgang Goethe)
Herders 'Lieder der Liebe' gelten als einmalige poetische Übertragung des 'Hohenliedes Salomonis'. Die Prosakommentare des Autors, in die die lyrischen Texte eingebettet sind, erschließen dem Leser die zumeist fremde Welt in ihrer ganzen Sinnenfreude und Buntheit. Herders Belesenheit und seine Sensibilität für kulturelle Eigenheiten machen das Buch zu einer faszinierenden Reise in die althebräische Lebens- und Geisteswelt.
"Er küsse mich / Mit seines Mundes Küssen:"#
Salomon hat seine Psalmen und seine Verse des Hohelied etwa 400 Jahre vor Pindar geschrieben; dieser verfasste im alten Griechenland die Hymnen des Ruhmes. Salomon lebte im 9 Jahrhundert vor Christi, einziger Nachweis bis heute ist die Bibel. Bekannt sind die Sprüche, die Bücher der Weisheit und das berühmte salomonische Urteil.
Salomon jedoch im Hohelied, in seinen Liedern der Liebe, singt die Hymnen der Liebe. "O, wenn er mir, mir winkte!" Doch der König hat sie in seiner Kammer. Sie jauchzet, sie erfreut sich an ihm. Und weiter: "O sage mir, Den meine Seele liebt, Wo weidest du? Wo lagerst du? Am Mittag? -" Hier ist alles, Duft, Salben, Wein, Freuden, Lieder des Orients. Und Goethe nahm sie auf, diese Lieder der Liebe für den West-Östlichen Divan. Nun, das Hohelied Salomons ist Inspiration, ist Vorbild für Dichter und Denker und dennoch scheint die Bibel verpönt von Nicht-Wissenden, die hier für die Holden das Wort finden, was der / dem Liebsten gebührt. "Wenn ihr sie weckt! Wenn ihr sie regt! Meine Liebe, Bis es ihr gefällt." "Wie schön bist du, Und wie lieblich bist du, O Liebe in der Lust."
Das alles ist das Hohelied, Lust auf die Bibel? Ein Beispiel: (Übersetzung von Jörg Zink)
Ich schlief.
Mein Herz aber wachte:
Horch, da klopft mein Geliebter!
"Öffne mir, Liebste, meine Freundin,
meine Taube, meine Reine!
Nass ist mein Haupt vom Tau,
mein Haar von den Tropfen der Nacht!"
"Ich habe mein Kleid schon abgelegt,
wie sollte ich's wieder anlegen?
Meine Füße habe ich gewaschen,
wie sollte ich sie wieder beschmutzen?"
Durchs Riegelloch
steckte mein Geliebter die Hand,
mein innerstes Herz bebte ihm entgegen,
So stand ich auf, dem Geliebten zu öffnen,
mit Händen, die die Liebe trieb,
mit Fingern, die von Myrrhe troffen
am Griff des Riegels.
Ich öffnete meinem Geliebten,
da war er verschwunden!
Verzweifelt war meine Seele, erschreckt,
dass er mich verlassen hatte.
Ich suchte ihn und fand ihn nicht.
Ich rief nach ihm - doch keine Antwort.
Mich stellten die Wächter,
die die Stadt durchstreifen.
Sie schlugen mich wund.
Es nahmen mir den Schleier
die Wächter auf den Mauern.
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems:
Findet ihr meinen Geliebten,
so sagt ihm, krank sei ich vor Liebe!
(5,2-8)
Brockhaus-1809: Johann Gottfried von Herder
Brockhaus-1911: Herder · Lied der Lieder
DamenConvLex-1834: Herder, Johann Gottfried von · Herder, Marie Karoline von
Eisler-1912: Herder, Johann Gottfried
Herder-1854: Herder [3] · Herder [2] · Herder [1]
Meyers-1905: Herder · Lied der Lieder
Pataky-1898: Herder, Natalie v. · Herder, Maria Caroline v. · Lieder, Therese
Pierer-1857: Herder · Fenische Lieder · Lied der Lieder · Geistliche Lieder