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Maßlose Abfindungen für Top-Manager, Bilanzmanipulationen und Insidergeschäfte auf der einen Seite, Massenentlassungen, Umweltkatastrophen und betrogene Kleinaktionäre auf der anderen Seite: Was wir jetzt brauchen, ist eine Ethik für die Wirtschaft.
Nach den Skandalen der letzten Zeit wird der Ruf nach der ethischen Verantwortung der Unternehmen immer lauter. Doch können sie es sich überhaupt leisten, moralisch zu handeln, wenn sie gleichzeitig Gewinn erzielen wollen? Für global agierende Unternehmen ist die Lage noch schwieriger: An welchen Werten sollen sie sich orientieren? Gibt es moralische Standards, die für jeden Teil der Welt, für jede Kultur gelten? Und wer legt diese fest: Die Unternehmen selbst? Die Kirchen? Der Staat?
Drei renommierte Autoren diskutieren diese hochbrisanten Fragen und kommen zu überraschenden Ergebnissen: Unternehmen, die sich an moralische Standards halten, tun nicht nur etwas für ihr Renommee, sondern haben davon auch ganz handfeste finanzielle Vort.
Ein Plädoyer für eine menschliche Wirtschaft.
Manager geraten außer Kontrolle, Bürger belügen das Finanzamt. Es gibt scheinbar keine Moral mehr in diesem Land. Weder im Alltag noch in der Wirtschaft. Sagen die Moralhüter. Was tun? Die Gesetze verschärfen? Nicht unbedingt. Kontrolle ist gut, aber Vertrauen genauso. Antworten Verfassungsrichterin Lübbe-Wolff, Wirtschaftsethiker Karl Homann sowie Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Es kommt darauf an, die Balance zu finden. Wir müssen lernen, institutionell zu denken. Wie können wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Menschen sich aus eigenem Interesse so verhalten, dass es uns allen nützt? Dazu gehört auch, die Gehälter von Topmanagern zu veröffentlichen. Die Kernthese des Buches ist eindeutig: Nicht nur Kontrolle, sondern auch Vertrauen schaffen und unternehmerisches Verhalten, das Moral ernst nimmt. Ein Beispiel von Verfassungsrichterin Lübbe-Wolff, zeigt, was damit gemeint ist: Bislang können Unternehmen als solche in Deutschland nicht strafbar gemacht werden. Im angloamerikanischen Rechtskreis ist die Strafbarkeit von Unternehmen dagegen längst anerkannt. In den USA können für Unternehmen, die gegen Umweltvorschriften verstoßen, massive Strafen verhängt werden. Das Interessanteste daran sind die positiven Anreize, welche die Amerikaner damit verknüpft haben: Die Firmen können sich entlasten, wenn sie nachweisen können, dass sie ein praktisch wirksames internes Kontrollsystem eingerichtet haben. Das schafft Motivation zum Aufbau und zur Pflege eines solchen internen Kontrollsystems. Die Erfahrungen mit dieser positiven Anreizwirkung des Unternehmensstrafrechts sind sehr gut. Ein Buch, das nicht auf der Ebene üblicher Moralpredigten spielt, sondern Ross und Reiter nennt. --Anja Dilk
Das richtige Buch zur richtigen ZeitWenn's der Wirtschaft gut geht, geht den Firmenchefs das Wort Ethik in ihren Sonntagsreden leicht über die Lippen. Aber wenn es schlechter aussieht, so wie jetzt, ist das ganz schnell wieder vergessen. Denkt man. Aber das Buch geht tiefer und bleibt nicht bei den Klischees stehen: Moral und Wirtschaft schließen sich eben nicht aus, ganz im Gegenteil - das ist die Botschaft. Und das Ganze begründet von echten Top-Autoren. Macht Mut in harten Zeiten, finde ich.
Ein tolles BuchMit hat das Buch prima gefallen. Die Beiträge von Pierer, Homann und Lübbe-Wolff sind knapp, kommen schnell zur Sache. Sehr gut das Gespräch, da werden Gegensätze und Gemeinsamkeiten deutlich. Mit hat das Stammtischniveau der Diskussion über Globalisierungsfragen oder richtige Managemententscheidungen oft geärgert, das Buch tut da richtig gut. Eigentlich eine Pflichtlektüre für alle Manager und BWL-Studenten!
Gutes Buch über WirtschaftsethikDie Debatte ist in aller Munde: Angesichts inflationärer Vorstandsgehälter, Rekordabfindungen und Bilanzfälschungen fragen sich immer mehr Menschen, ganz gleich ob Anleger oder Arbeitnehmer: Wie moralisch ist die Wirtschaft im beginnenden 21. Jahrhundert? Ist sie es überhaupt? Die Autoren Heinrich v. Pierer, Karl Homann und Gertrude Lübbe-Wolff sind dieser Grundfrage in einzelnen Beiträgen und einer abschliessenden Diskussion nachgegangen. Wenig überraschend kommt die im "Siemens Arts Program" verlegte Veröffentlichung zu dem einhelligen Fazit, dass sich moralisches Handeln auch im knallharten Wirtschaftsalltag auszahlt - wie das Vorbild der Siemens AG beweisen soll. Auch die historische Veränderung des Moralbegriffes sowie die wirtschaftsethisch noch immer uneinheitlichen Gesetzmässigkeiten werden ausführlich behandelt. Wir empfehlen die mitunter etwas schwerfällige Lektüre vor allem wirtschaftspolitisch interessierten Lesern, die mehr über die Hintergründe der aktuellen Diskussion über Wirtschaftsethik erfahren möchten.
reißt nicht wirklich vom HockerDie 3 Autoren hab ich recht unterschiedlich erlebt:
* von Pierer erzählt aus dem Nähkästchen, was seine Firma seit Jahren macht. Neue Herausforderungen gibts für ihn kaum mehr: keine Probleme sind verantwortungs-averse Prüfungsgesellschaften, Kündigungswellen & Arbeitslosigkeit oder unverhältnismäßige Gehälter. Die gibts ja in D gar nicht, er wirbt für Verständnis, dass Vorstände ihre Gehälter nicht offenlegen, weil die so ein sensibles Innenleben haben.* Karl Hohmann erklärt wie gut die Konkurrenz & Marktwirtschaft ist. Dass dabei einzelne verlieren ist garkein Problem, weil andere dadurch ja nur noch mehr gewinnen. Sozialsicherung scheint für ihn generell schlecht, der Wettbewerb ist am aller-sozialsten. Als Beweis zeigt er Länder (die meines Wissens nach aber alle Sozialsysteme haben!). Die Verlierer sollen sich halt nicht so anstellen, weil andere ja gewinnen (für ihn gibts in modernen Gesellschaften auch keine Nullsummenspiele mehr, aha).* sehr positiv hab ich Gertrude Wolf empfunden. Zwar auf etwas theoretischerem Gebiet und auf kleinere Themen eingegrenzt. Aber gute Argumentation, wenig Überheblichkeit und durchaus bereit Probleme aufzuzeigen.Was mich insgesamt gestört hat, war der Ansatz "Profit ODER Moral" wie wenn das eine oder das andere auf dem Prüfstand stände. Keiner der 3 konnte mir aufzeigen, wie sie Profit und Moral gegeneinander abwägen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Wie Vorstandsgehälter mit Kündigungen abgewogen werden, wie Existenzsicherung & Verlagerungen mit der Verantwortung gegebenüber dem bestehenden Markt abgeglichen werden. Daher wirkt das Buch für mich eher als Marketing - Gag (Pierer), Lebensphilosopie (Homann) oder Idealismus (Wolf), nicht aber als praktischer Tagesbegleiter für meine Entscheidungen, gerade auch bei kleinen Dingen.
Schade.
Brockhaus-1911: Homann · Profít · Wolff [7] · Wolff [6] · Wolff [8] · Wolff-Metternich zur Gracht · Wolff [9] · Wolff [5] · Wolff · Drummond Wolff · Wolff [2] · Wolff [4] · Wolff [3]
DamenConvLex-1834: Wolff, O. L. B. · Wolff, Madame
Eisler-1912: Wolff, Joh. · Wolff, Theodor · Wolff . Christian · Wolff, Hermann
Herder-1854: Homann · Wolff [3] · Wolff [4] · Wolff [1] · Wolff [2]
Meyers-1905: Homann · Profīt · Wolff-Metternich zur Gracht · Wolff
Pagel-1901: Wolff, Julius · Wolff, Max · Wolff, Jacob · Cohn, Wolff · Wolff, Alfred
Pataky-1898: Wolff, Frau Ulla · Wolff-Küchler, Frau Lina · Wolff, Anna · Wolff, Frau Prediger Flora
Pierer-1857: Homann · Profit · Wolff-Metternich · Lüdinghausen gen. Wolff · Wolff [1] · Wolff [2]