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Leistungsbezogene Entgeltsysteme tragen zur Selektion, Bindung, Motivation und Steuerung der Mitarbeitenden bei und ermöglichen eine fairere Entlöhnung. In vielen Unternehmen stellt sich deshalb nicht mehr die Frage ob, sondern wie Leistungslöhne eingeführt werden sollen.
Bei den jüngst geführten Diskussionen ist ein enger Fokus auf das Topmanagement und leistungsbezogene Entlöhnungsinstrumente festzustellen. Die zunehmende Bedeutung von Leistungslöhnen in der Praxis weckt jedoch den Bedarf an einer umfassenden, hierarchiestufenübergreifenden und kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik. Die Autorin erarbeitet ein Framework, das ermöglicht, aus unternehmungs-, funktions-, prozess- sowie menschenbezogener Sicht erfolgskritische Faktoren leistungsbezogener Entgeltsysteme für das mittlere Management zu erfassen. Dieses Framework wird anschliessend verwendet, um verschiedene Beispiele aus der Praxis zu veranschaulichen.
Vertieft werden auch Entlöhnungsfunktionen, Entlöhnungsprozess und das Entstehen erfolgskritischer Faktoren behandelt. Es werden jene Faktoren identifiziert, die bei der Einführung und Anwendung leistungsbezogener Entgeltsysteme besonders zu berücksichtigen sind, damit unerwünschte Effekte unterbleiben.
systematische Entfaltung erfolgskritischer FaktorenPersonal-Verantwortliche kommen heute nicht mehr umhin, sich mit leistungsbezogener Entlohnung zu beschäftigen. Schließlich sind leistungsbezogene Entlohungssysteme Führungsmittel, die unternehmensspezifisch zu gestalten sind, weit über die reine Vergütung hinausgehen und bei Gewinnung, Bindung sowie Steuerung von Führungskräften eine bedeutende Rolle spielen.Die Autorin beschreibt ausgesprochen systematisch, übersichtlich und konkret die erfolgskritischen Faktoren bei der Gestaltung von leistungsbezogenen Entgeltsystemen. Das Buch ist eine umgeschriebene Dissertation mit den dabei üblichen Einschränkungen hinsichtlich Lesbarkeit, aber auch einigen bedeutenden Vorteilen: Die Autorin liefert eine sehr gute Sichtung der wissenschaftlichen Literatur, arbeitet die - für das mittlere Management - zentralen Faktoren heraus und illustriert diese an drei Praxisbeispielen.Sie gliedert die erfolgskritischen Faktoren in vier Kategorien (siehe unten)und formuliert im Schlusskapitel (187-200) Anforderungen an Entgeltsysteme, um die erfolgskritischen Faktoren abzuschwä-chen. Dabei klingen manche dieser Kriterien wie Selbstverständ-lichkeiten (z.B. Differenzierung und Beeinflussbarkeit der Leistungskriterien, Eindeutige Zuordnung der Leistungs-komponenten), sind aber - auch nach unserer Erfahrung - immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, da ihnen bei weitem nicht alle Entgeltsysteme genügen. Wer in der Konstruktion seines Entgeltsystems den Empfehlungen der Autorin folgt, kommt vermutlich zu einem für das eigene Unternehmen maßgeschneiderten und zudem konkurrenz-überlegenen Entlohungsmodell.Die erfolgskritischen Faktoren in der Übersicht:
(1) Unternehmungsbezogene Faktoren
o Strategische Faktoren
o Strukturelle Faktoren
o Kulturelle Faktoren
(2) Funktionsbezogene Faktoren
o Auswahl und Bindung
o Information und Signalisierung
o Incentivierung und Anerkennung
o Steuerung und Disziplinierung
o Kompensation
(3) Prozessbezogene Faktoren
o Festlegung der Leistungsziele
o Bestimmung der Leistungskriterien
o Beobachtung der Leistung
o Bewertung der Leistung
o Vergütung der Leistung
(4) Menschenbezogene Faktoren
o Leistungsverhalten
o Beobachtung und Bewertung der Leistung
Sehr akademischDie Bezahlung von Topmanagern ist schon lange leistungsorientiert - was immer wieder zu Diskussionen über das Verhältnis von Bezahlung und Leistung führt. Im mittleren Management spielen Leistungslöhne dagegen noch eine geringe Rolle. In ihrem Buch stellt Milena Danielsen dar, wie die Wissenschaft leistungsbezogene Entgeltsystem für mittlere Manager sieht. Auf dieser Basis entwickelt sie ein "Framework", mit dem die erfolgskritischen Faktoren solcher Systeme erkannt und analysiert werden können. Drei Praxisbeispiele verankern die theoretischen Erkenntnisse zwar in der betrieblichen Praxis, dennoch handelt es sich im Wesentlichen um ein wissenschaftliches Buch, keinen direkt umsetzbaren Ratgeber. Die Erkenntnisse beruhen, bis auf den Praxisteil, vollständig auf der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur, die aus der "Mittelmanager-Perspektive" interpretiert wird. Nach unserer Meinung eignet sich das Buch für Personalmanager, die genügend Geduld für den akademischen Stil mitbringen.