Cervantes Saavedra, Miguel de

Don Quijote De La Mancha

Don Quijote De La Mancha
  • Verlag: Dhv der Hörverlag
  • Erscheinungsdatum: 2003-08-22
  • Format: Audio CD
  • ISBN: 3899401441
  • EAN: 9783899401448
  • Amazon.de Verkaufsrang: 148.503
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Beschreibung von buecher.de

Miguel de Cervantes Saavedra hat eine Figur geschaffen, die sprichwörtlich geworden ist für den Kampf des Idealisten gegen die Windmühlen der Realität: Don Quijote. Der arme Ritter und sein Diener Sancho Pansa haben den Kampf gegen das Vergessen gewonnen: Der Roman zählt seit 1605 zu den größten Werken der Weltliteratur.
Prämiert 2002 vom Osloer Nobelinstitut als 'Das beste Buch der Welt'.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Fritz von Dobitzki fanden 33 von 33 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Bestes Buch der Welt als Hörspiel

Miguel de Cervantes Roman über den Ritter von der traurigen Gestalt ist wohl nach der Bibel das bekannteste Buch des Abendlandes. Für viele ist es auch das beste Buch der Welt.Don Quijote, ein spanischer Landedelmann, hat zuviele Ritterromane gelesen. Er flüchtet in eine Traumwelt und glaubt selbst ein Ritter zu sein. Er steigt in eine alte Ritterrüstung, sattelt sein Pferd Rosinante und zieht mit seinem "Knappen" Sancho Panza, in die Welt hinaus, um Abenteuer zu bestehen. Die Abenteuer, wie z.B. der Kampf gegen die Windmühlen und Schafherden sind durch mehrteilige Fernsehfilme und gekürzte Jugendbücher zumindest teilweise bekannt. Den gesamten zweiteiligen Roman dürften allerdings nur Wenige gelesen haben. Wird das gekürzte Hörspiel des Hessischen Rundfunks aus dem Jahre 1962 (6 CD/495 Minuten), dem großartigen Roman gerecht? Ich glaube ja, denn mehr ist bei einem Hörspiel nicht drin. Um mehr von der Philosophie des Werkes einzufangen, hätte man die Laufzeit verlängern müssen. Dadurch hätte man den Hörer schlichtweg überfordert. M.E. ist das Hörspiel schon so etwas zu lang. Bei Hörspielen ist weiniger manchmal mehr! Und für den, der es noch ausführlicher haben möchte gibt es ja den Original-Roman oder die ausführlicheren Hörbücher.Getragen wird das Hörspiel vom Erzähler. Geräusche werden, wie bei anderen Hörspiel-Produktionen in den frühen sechziger Jahren auch, sehr sparsam eingesetzt. Die Sprecher sind deshalb natürlich mehr gefordert. Hier zeigt sich das die über 50 Sprecher gelernte Schauspieler sind, die ihr Handwerk gelernt haben. Allen voran Willy Birgel, bekannt aus zahlreichen Spielfilmen (u.a. "Reitet für Deutschland"), der den Don Quijote spricht und Walter Richter, allen bekannt als knorriger Tatortkommissar Trimmel, der Sancho Panza seine Stimme leiht.Interessant für Musikliebhaber ist vielleicht noch, daß die Begleitmusik von Walter Zillig, einem Schüler der Zwölftonmusik von Arnold Schönberg, komponiert wurde.

Diese Rezension von FrizzText fanden 11 von 19 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der nörgelnde Sancho Panza und sein übereifriger Herr ...

Ob Schröder oder Fischer, ob Merkel oder Schäuble, ob Mittelalter oder unser eigener persönlicher Lebenslauf: Wie das rastlose Ringen des Don Quichote kommt einem streckenweise auch manch anderes in unserer Gegenwart vor. Weil das Buch des Cervantes aber sehr dick ist, kommt dem heutigen von Arbeit überfrachteten Menschen das wie zu Großmutters Zeiten gemütlich Vorgelesene sehr günstig entgegen. Während man also sich durch Wäscheberge bügelt (empfehle das Bügeleisen FLIZZ) ist nett anzuhören, wie tapfer auch Don Quichote mit seinem etwas widerspenstigen Diener Sancho Panza sich durchs Leben biss. Die Literatur-Wissenschaftler, die anlässlich des CERVANTES-Jahres (2005) besonders fleißig waren, haben herausgeschält, dass in diesem Werk einer vorher üblichen schlichten Abenteuerreihung eine neue Ebene eingefügt wurde: die eines handlungshemmenden, "ja-aber"-zweiflerischen Grübelns, einer so genannten reflektierenden, diskutierenden "Meta-Ebene". Überbleibsel davon erahnt man, wenn man bei der Harald Schmidt-Show den hinterm Computer verschanzten Manuel Andrack einen ironischen Frage-Einschub ins ungetüme Faseln seines Chefs starten sieht, auch der Pommes-Frites-Buden-Besitzer INGO bekleidet diese Funktion, wenn er dem im Morgenmantel mit Bierpulle vor ihm stehenden DITTSCHE nüchterne Fragen störend in den Galopp seines rein spekulativen Denkens wirft. Der spanische National-Heilige Cervantes fühlte sich damals getrieben, die Ideale der Welt der Kreuzritter zu unterhöhlen, weil er selbst bei solchen Aktionen ziemlich aufgerieben worden war. 1575 war Cervantes zum soundsovielten Male wieder auf ein Kriegsschiff befohlen worden (der spanische König kämpfte um die Seehoheit im Mittelmeer gegen die Muselmanen), wurde aber dann von einem türkischen Schiff angegriffen, gekapert, einkassiert und als Gefangener nach Algier geschleppt, wo er fünf Jahre in Kerkerhaft verbrachte. Der Cervantes-Forscher Martini schrieb: "Jene Stelle, wo Don Quijote dem Zug der verketteten Galeeren-Sträflinge begegnet und sie befreit, ist aus eigenem Wissen um das Schicksal solcher Gefangenschaft geschrieben... Fünf Monate legte man ihn in eiserne Ketten, um seinen Willen zu brechen. Es wird berichtet, Cervantes habe die Absicht gehabt, sich an die Spitze von fünfundzwanzigtausend Christensklaven zu setzen ..." (die sich aus der muselmanischen Gefangenschaft befreien wollten wie einst Spartakus aus jener der Römer) - kein Wunder also, dass Cervantes der unauslöschliche Held aller lese- oder zuhör-fähigen Spanier wurde und bis heute geblieben ist. "DIE GRÖSSTE SÜNDE IST DIE VERZWEIFLUNG" - mit solchen Sätzen hat sich Cervantes unsterblich gemacht - und seiner ironischen Odyssee fast die Ebene einer mutigen existenzphilosophischen Abhandlung gegeben - allerdings einer gut verfilmbaren. "Don Quichote" (erschienen 1605) mag man also als Nachläufer der HOMER'schen Ilias und Odyssee sehen - aber auch als Vorläufer des SIMPLICISSIMUS des dreißigjährigen Krieges (Grimmelshausen alias German Schleifheim von Sulsfort, 1669), ja sogar als literarische Vorahnung des Till Eulenspiegel des Belgiers Charles de Coster (ULENSPIEGEL und Lamme Goedzak, 1867) - der GULLIVER des Jonathan Swift gehört sicher auch mit in diese Literatur-Gattung hinein (das frisch verfilmte Nibelungen-Lied ist leider ohne jede Ironie konzipiert). Die neuzeitlichen Kriege, ob in Vietnam oder dem Irak, sie wurden bisher leider von niemandem ironisiert. Es wäre jedoch vielleicht einmal nötig, um jenes hohle Pathos zu hinterfragen, das stets so viel Chaos in Gang setzt. Würde George W. Bush samt seiner Sancho Panza Condoleezza erst Cervantes lesen müssen, bevor er eine Entscheidung trifft, würde vielleicht vieles vernünftiger ablaufen. Die Cervantes-Forschung betont, der Dichter habe Wesentliches geleistet für das moderne Weltbild durch die Problematisierung von Religiösität und Geschlechter-Verhältnis, von Technik-Entwicklung und lockendem Kriegsvorteil, habe Erkleckliches geleistet durch die Beschreibung von Unmoral in gewisser Erotik oder Rechthaberei des (staatlich legitimierten) Gefangennehmens, er habe mit fast soziologischem Scharfsinn subtil erzählt von Aushöhlungsprozessen innerhalb des Adels parallel zum Heranstürmen anderer, MACHT-besessener Cliquen, etc. - Cervantes hat mit seiner Nachdenk-Bibel also nicht nur das Konservative erzählend ironisiert, war somit vielleicht ein früher "Multi-Kulti" oder Pazifist - nein zuallererst hat er strukturell auf die Notwendigkeit des streitenden Debattierens beim Kampf gegen selbstherrlichen Wirklichkeits-Verlust hingewiesen.: wichtiger als der enthusiastische Ritter Quichotte ist somit der nörgelnde Wirklichkeitsliebhaber Sancho Panza: dabei sollte man, während man den Audio-CDs beim Bügeln lauscht, unbedingt denken...

Diese Rezension von Gerald Windl fanden 4 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Don Q. oder: Wie ein alter Esel auf einem klapprigen Klepper durch die Pampa reitet und damit in der Literaturgeschichte landet

Vor 400 Jahren erschien der erste Band von Cervantes "El ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha"; 1615 folgte der Zweite. Die Parodie auf Dreigroschenschund, Ritter- und Schelmenroman wurde zum idealistischen Experiment für seine Protagonisten und zur ergiebigen Interpretationsfläche für Rezipienten. In Cervantes zweiteiligem Jahrtausendroman stolpern ein großer dünner Mann auf einem großen dünnen Klepper und ein kleiner dicker Mann auf einem kleinen dicken Maultier durch die Pampa, die dort Mancha genannt wird, ziehen von hier nach da und landen damit mitten in der Literaturgeschichte.

Dass Lesen dem Kopf gar nicht gut bekommt, zeigt der durchgeknallte Rentner und Titelheld, der durch Lektüre zu vieler Ritterromane einen herben Realitätsverlust erleidet und fortan als Ritter Don Quijote selbst glorreiche Taten zu vollbringen gedenkt, um damit seine angebetete Dulcinea zu beeindrucken. Zusammen mit seinem Faktotum Sancho Panza erlebt er dabei unvergleichliche Abenteuer, Kämpfe und Niederlagen.

Der runde Geburtstag ist Anlass, ein furioses Acht-Stunden-Hörspiel über Schein und Sein in Erinnerung zu rufen, das sich ausgiebig beiden Teilen des Romans annimmt. In den Hauptrollen erleben wir Willy Birgel (Mädchenschwarm der 1930er Jahre) als Don Q., jenen ritterlichen Irren, der sich heute wohl eher von der Klapps- als einer Windmühle bedroht sähe, sowie Walter Richter (der grantelnde Tatort-Cop mit Bollerkopp) als bauernschlauen Schildknappen Sancho. Unter der Regie von Ulrich Lauterbach entstand 1962 beim Hessischen Rundfunk diese von Walter Andreas Schwarz bearbeitete romantische, abenteuerliche, satirische, nachdenkliche, legendäre, umfangreiche und nicht rezeptpflichtige Produktion, die auch im neuen Jahrtausend im Stande ist, ihre Hörer zu verzaubern. Olé!

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