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1987 ist sie weggegangen aus ihrem Land, weil sie mehr Freiheit brauchte, als es dort gab. Aber bei dem Mann, den sie angeblich heiraten wollte, traf Christiane nie ein. Statt dessen lebt sie illegal in New York und schlägt sich als Kellnerin durch. Dann begegnet sie Jeff, der sie an ihren eigentlichen Ehrgeiz und ihre Begabung erinnert. Unter großen Opfern bauen sie eine Experimentierbühne auf. Acht Jahre später hat sich alles geändert: Die Mauer ist weg. Auf der Suche nach einem wahrhaftigen, alle bisherigen übertreffenden Bildes kommt die Fotografin Leah aus Westdeutschland nach New York. Als sie der eleganten Amerikanerin Jo begegnet, springt der Funke des Begehrens blitzartig über. Aber die Amerikanerin umgibt ein Geheimnis. Sie läßt sich nicht fotografieren. Immer wieder verschwindet sie hinter den Kulissen eines Theaters im Village. Sind die Amerikanerin Jo und Christiane ein und dieselbe Person? Beharrlich entzieht sie sich Leahs Werben, auch wenn ihr das Doppelleben bald
unmö glich wird. Die Entwicklung holen Christianes Geheimnisse ein, und mit der Freiheit zu vergessen findet Leah schließlich ein Bild, das bleibt.
Christiane geht in den 80ern aus der DDR nach New York, angeblich um zu heiraten. Doch sie sucht diesen Amerikaner, der sie bereits als Ehefrau eingeplant hatte, nie auf. Anfangs übernachtet sie in einem Obdachlosenheim, später bringt sie sich mit kellnern durch. Schließlich lernt sie Jeff kennen und baut mit ihm eine Avantgarde-Bühne auf. Da ist sie schon zu "Jo" geworden, und die junge westdeutsche Fotografin Leah, die sich in den 90ern in diese rätselhafte ältere Frau verliebt, wird den verschütteten Teil ihrer Biografie erst nach und nach in Erfahrung bringen. Bekanntlich konstituiert sich Identität über Sprache. Jemand, dessen Identität durch einen Kulturschock, wie er sich gravierender kaum denken lässt, zersplittert ist, wird in der (Fremd-)Sprache kaum das Mittel finden, um Kohärentes auszudrücken. Wenn Jo spricht, ist es folglich ein poetisches, verhüllendes Sprechen. Auch ihre Theaterarbeiten zeigen nur die flüchtige Wortlosigkeit, in der viele Menschen leben, ohne es sich einzugestehen. Identität verändert sich und das ist weder gut noch schlecht, höchstens schwierig. Dass sich der Dramaturgin mit Leah eine Fotografin hinzugesellt, lässt dieses Buch noch visueller funktionieren, was der Leserin eine dauerhaft hohe Umsetzungsleistung von Sprache in Bilder abverlangt. Antje Strubel ist eine ausgezeichnete Schriftstellerin. Sie beherrscht das Schreiben so klar, dass es seinesgleichen sucht, ansatzweise wie Patricia Highsmiths The Price of Salt. Was macht man jedoch mit einem Buch, das meisterhaft, aber nicht amüsant ist? Man konsumiert es nicht beschwingt, sondern die Geschichte setzt sich einem auf die Brust und zwingt einem ihr beharrlich erzähltes Eigenleben auf. Liest man weiter, oder schlägt man das Buch zu? Schlägt man es zu, bleibt das sichere Gefühl, etwas verpasst zu haben. Unser Ratschlag: Lesen Sie dieses Buch, auch wenn es anstrengt. Eine so außergewöhnlich eigensinnige Stimme wie Antje Strubel wird noch weiter auf sich aufmerksam machen. --Stephanie Sellier
A- und B-NoteSchwierig, schwierig. Ich habe noch selten eine Autorin erlebt, die so subtil und pointiert schreiben kann - und dabei dann doch so wenig zu erzählen hat. Sicher, die ganze Bilderwelt, der genau beobachtete Lokalkolorit, die Reflexionen der handelnden Personen, ist alles sehr durchdacht, differenziert, auf den Punkt; aber steht denn doch nicht im Zusammenhang oder im Dienst eines weiter angelegten Spannungsbogens. Letztlich bleiben mir die Personen vollkommen fremd, und es interessiert mich auch nicht besonders, ob die beiden Frauen, die da so wie zwei Katzen umeinander herum und um den heißen Brei streichen, sich nun kriegen oder nicht - und das hat sicher nichts damit zu tun, ob man selbst Männer oder Frauen liebt. A-Note (für den Inhalt): 1 Stern, B-Note (für die Fom) 5 Sterne, Durchschnittswert 3 Sterne
Faszinierende Story, die im Innersten berührtA. Strubel erzählt mitreissend und in ungewohnt intensiven Bildern. Der auch im Titel angedeutete thematische Bezug zur Fotographie schlägt sich auch in den Metaphern und der Erzählweise wieder. Besonders faszinierend ist der Moment (etwa nach der Hälfte des Romans), an dem dem Leser der Zusammenhang der Erzählstränge klar wird, die Figuren aber noch meilenweit von der Erkenntnis entfernt sind. Der Leser kann beobachten, wie die beiden Protagonistinnen sich annähern und immer wieder auseinanderdriften, wie die Liebe immer wieder nur angedeutet, aber zugleich in eindringlichen Metaphern beschrieben wird. Wer dieses Roman mit offenem Herzen liest, wird tief beeindruckt und begeistert sein. Ich freue mich schon auf den nächsten Roman von A. Strubel, endlich eine Schriftstellerin, die auf sprachlich hohem Niveau moderne Stoffe verarbeitet!
Vorsichtige BerührungenEbenso wie ein Kameraauge von Menschen berührt, gelingt es der Autorin zu vermitteln, wie zwei Frauen einander bloß von weitem aber mit ungeheurer Intensität und Nähe in Worten versuchen zu berühren. Wer die amerikanische Kälte trotz unzähliger Umarmungen - gimme a hug - bereits erlebt hat, kann noch besser die Angst vor Nähe verstehen. Gleichzeitig wünscht frau nichts mehr, als dass sie zueinanderkommen können. Gelingt es? Die Männer stören mich ein wenig, sind aber nun mal Bestandteil der Realität. Insgesamt sprachlich ein Hochgenuss, Nachfolgendes wird sehnlichst erwartet! Aber: schon mal über die weibliche Bezeichnung nachgedacht?........LeserInnen oder Leser UND Leserinnen
Ein Roman, den man immer wieder neu entdeckt!Der Roman "Offene Blende" von A.R. Strubel steht eigentlich für sich selbst. Wer ihn einmal gelesen hat, wird feststellen, dass er aus mehreren parallel existierenden Perspektiven heraus geschrieben ist, sodaß er auch beim wiederholten Lesen immer wieder neu entdeckt werden kann. Ich bin ein sehr begeisterter Leser und freue mich schon jetzt auf weitere Werke!
brilliante bilder!anjte strubel schafft es, bilder zu "erzählen", die sofort unter die haut gehen. v.a. ungewöhliche, berührende und beeindruckende bilder, die die story meisterhaft transportieren können. diese story bringt die vortellungskraft zum schwingen.
die melancholische stimmung der erzählung zieht absolut mit. keine oberflächliche lektüre. statt dessen bewegend.
Brockhaus-1911: Blende · Offene Rechnung · Offene Handelsgesellschaft
Heiligenlexikon-1858: Bartholomaeus de Blende (55)
Herder-1854: Blende · Offene Handelsgesellschaft
Lueger-1904: Blende [3] · Blende [4] · Blende [2] · Sidotsche Blende · Blende [1] · Offene Bauweise · Bebauung, offene
Meyers-1905: Blende [3] · Blende [4] · Blende [1] · Blende [2] · Offene Türe · Offene Werke · Offene Zeit · Offene Handelsgesellschaft · Offene Police · Offene Rechnung
Pierer-1857: Blende [2] · Blende [1] · Offene Tafel halten · Offene Zeit · Offene Hörner · Offene Rechnung