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Die erbittert um die Macht ringenden Schwestern Tavore und Shaik bereiten sich mit ihrem Gefolge auf eine kriegerische Konfrontation vor. Beide ahnen nicht, dass weit entfernt ein Geschehen seinen Anfang genommen hat, dass dem Spiel der Mächte eine völlig neue Wendung geben wird ...
Die Rückkehr ins Reich der Sieben StädteKein Zweifel: Steven Erikson ist ein hervorragender Fantasyautor, vielleicht der Beste neben George R R Martin, Robin Hobb und Guy Gavriel Kay. Das seine Saga "The Malazan Book of the Fallen" die Leserschaft entzweit hat, ist auch kein Wunder.Für manche ist der Zyklus durch die (wirklich) epische Brandbreite einfach zu komplex, andere verzweifeln an den verschiedenen Protagonisten und Handlungssträngen. Auf der anderen Seite geniessen die Leser diese neue Serie, die nicht ausgelutschte Pfande, sondern mutig neue Wege geht. Das Risiko hat sich meines Erachtens gelohnt: eine hervorragende Story, durchaus glaubhafte Charaktere und ein in der Fantasyliteratur unübliches "graues" Muster. Soll heissen: kein stereotypen Charaktere, bei denen der Gute fast schon widerlich strahlend und der Böse nur ein dummer Widersacher ist.In diesem neuen Roman sorgt Erikson zudem dafür, dass es eine engere Rahmenhandlung gibt. Folgt der Roman am Anfang noch einem Charakter (einem bereits bekannten Toblakai..), wird nach etwa 80 Seiten die gewohnte Handlung wiederaufgenommen, ohne diesmal eine zu breite Handlung abzuspielen.Kern der Geschichte ist die Beschreibung der malazanischen Strafexpedition, die in das Reich der Sieben Städte geschickt wurde. Die Handlung wird also in etwa dort wiederaufgenommen, wo man sie am Ende vom englischen zweiten Band "Deadhouse Gates" verlassen hat. Die Malazaner (unter ihnen Fiddler), brennen darauf, Rache für Coltaine zu nehmen, der inzwischen selbst unter den Einheimischen einen seltsamen, fast Heiligenstatus gewonnen hat. Doch ist dies nicht einfach ein Krieg von Rebellen gegen einen Besatzer. Es ist ein Krieg zwischen den beiden weiblichen Parans. Tavore führt die Malazaner gegen ihre eigene Schwester Felisin an, die nun die Anführerin der Apokalypse geworden ist.In diesem Buch wird vor allem auch ein tiefer Einblick in die Anfänge des malazanischen Imperiums gegeben. Doch der interessanteste Teil ist wirklich der sehr persönlichen Kampf zwischen den Geschwistern, sowie die fast Guerilla-ähnlichen Kämpfe zwischen Malazanern und Rebellen. In diesem Band wird weit weniger Magie und komplexe Handlungen geboten als gewohnt, die Handlung ist "straight-on", dafür aber trotzdem spannend erzählt. Der eine wird es mögen, der andere nicht. Aber so ist es ja fast immer mit Erikson. Ich kann nur sagen: das Lesen lohnt sich auf jeden Fall.
Und wieder eine SteigerungDiese Rezension bezieht sich auf die beiden deutschen Bände "Krieg der Schwestern" und "Das Haus der Ketten". Aus meiner Sicht macht es eben genauso wenig Sinn eine Rezension für eine Hälfte eines Buches zu schreiben, wie dieses mit einem Zeitversatz von 7 Monaten zu lesen. Die unter deutschen Verlagen eingerissene Unsitte, englische Originale in zwei Teile zu splitten, um mehr Umsatz zu machen , findet bei mir wenig Anklang. Nicht nur, dass die Qualität des Druckes diese Preissteigerung nicht rechtfertigt, die um 7 Monaten zeitversetzte Veröffentlichung nötigt unwissende Kunden zudem zum Lesen einer halben Story. Die Struktur und der Spannungsbogen des Originals gehen dabei völlig verloren. Vieleicht sollten andere Branchen sich ebenfalls dieses Verfahrens bedienen. Wie wäre es mit: Kaufe Auto, bekomme Motor in 1 Jahr oder kaufe Computer, bekomme die CPU in 6 Monaten? Es muss endlich Schluss sein mit der deutschen Buchpreisbindung, um zu verhindern, dass deutsche Verlage sich permanent den Marktmechanismen entziehen können.Davon mal abgesehen, bekommt man mit "House of Chains" wiedermal hervorragende Fantasykost geboten. Ich bin schon gespannt, wie Erikson die weiteren Bände steigern will, da er dies bis jetzt immer getan hat. Hat man schon bei "Die eisige Zeit" und "Der Tag des Sehers" gedacht, den Höhepunkt der Serie erreicht zu haben, so muss man dies revidieren. Das Feuerwerk, was Erikson hier abbrennt, ist phänomenal. Die Charaktäre gewinnen immer mehr an Tiefe, es werden viele Facetten bzgl. der Historie der Erikson-Welt vermittelt und die Götter und Aufgestiegenen werden in nie dagewesener Art und Weise als handelnde "Personen" geschildert. Kurz: Die Luft brennt.Daneben habe ich noch keinen Zyclus gelesen, bei dem man tatsächlich auf beiden Seiten einer geschilderten Konfrontation mitfiebern kann. Ist zwar nur möglich, sofern man alle vorgelagerten Bände gelesen hat, aber mal ehrlich: wer soll einen Erikson als Quereinsteiger verstehen. Für alle, die in der Fantasy nicht so bewandert sind, sollte eh vorher aus Überforderung schon die Kapitulation vor diesen Zyclus erfolgt sein. Für alle anderen ist dieser Zyclus eine Offenbarung. Erikson geht konsequent neue Wege. Elfen, Zwerge und schicksalsträchtige Küchenjungen sucht man hier vergebens. Dafür jede Menge neuer Ideen gepaart mit einer äußerst durchdachten und intelligent geschilderten Story. Jede Seite bietet Neuland.Der Nachteil dieses Zyclusses liegt jedoch in der Tatsache, dass er noch nicht abgeschlossen ist. Wer wie ich im Sommer 2000 mit dem "Spiel der Götter" begonnen hat, ist auf Grund der komplexen Story gezwungen in den vorausgegangenen Bänden Passagen nachzulesen, um das Storygewebe in Gänze nachvollziehen zu können. Wie gesagt, nichts für Einsteiger.Was mir in dem vorliegenden Band besonders gefallen hat, ist die lakonische Handlungsweise einiger Protagonisten (man denke nur an den Toblakai oder einen bestimmten T'lann Imass). Aus einigen Rezensionen der Vorgängerbände habe ich eine Ablehnung des hier geschilderten Ausmaßes an Gewalt und Magie entnommen. Mal ehrlich, wer glaubt in der Fantasy denn an einen "sauberen" Krieg. Wenn er wie hier schonungslos dargestellt wird, kommt es der Glaubwürdigkeit zu Gute. Das Magiesystem sucht seines Gleichen. Ich habe mich in anderen Fantasyzyclen oftmals gefragt, wenn ein Magier so viel Macht besitzt, warum setzt er sie denn nicht gekonnt ein. Erikson konfrontiert uns mit einer nie dagewesenen "magischen" Macht, vergisst dabei aber nicht die Auswirkungen auf die betroffenen Personen darzustellen. Alles in Allem, sehr stimmig.Fazit: Ein neuer Schuss der Droge "Erikson".
Aussergewöhliche ReiheIch bin nun schon seit einiger Zeit ein eifriger Leser von Fantasie-Literatur und muss sagen, dass diese Reihe eine aussergewöhlich gute Serie ist. Erikson schreibt so komlpex, dass ich immer mal wieder zu den anderen Büchern greife, um die vorherigen Ereignisse nochmals nachzulesen. Dies ist aber überhaupt nicht anstrengend, sondern läßt einen noch tiefer in die Geschichte einsteigen. Ausserdem schreibt Erikson sehr emotional. Bei Lesens des Buches mit Coltaine stehen einem am Ende schon die Tränen in den Augen und auch am Ende des fünften (deutschen) Teils bei der Schlacht um Korall ist man sehr ergriffen. Es ist die mit Abstand beste Reihe die ich bisher gelesen habe und kann sie nur weiterempfehlen. Wie immer schade, dass man auf die neuen Bücher immer so lange warten muss.
Absolut empfehlenswertHier haben wir große Literatur, hier muß kein Fantasy-Leser (und jeder andere Leser auch nicht) befürchten, intellektuell, philosophisch, militärisch, psychologisch, soziologisch oder sonst wie unterfordert zu werden. Die Reihe "Spiel der Götter" müßte, in Leder gebunden, jede anspruchsvolle öffentliche oder private Bibliothek bereichern - weil das einfach LITERATUR ist.
Und , da es mich häufig ärgert, Tolkien als Guru der Fantasy bezeichnet zu finden: zwischen beiden Autoren liegen Welten, wobei Erikson eindeutig in den besseren agiert.
Wie immer ein gelunges WerkIch habe mir dieses Buch gleich am Tag des erscheiens gekauft und sofort damit angefangen. Der Einstieg ist zwar am Anfang ein bischen schwierig weil ein "neuer" Personenstrang erscheint, aber es stellt sich dann heraus das Karsa eine schon bekannte Person ist.
Im großen und ganze ist es wieder ein gelungenes Buch und ich kann es wieder nur weiter empfehlen.
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