Bergmann, Wolfgang

Das Drama des modernen Kindes

Das Drama des modernen Kindes
  • Verlag: Walter-Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2003-08-14
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 204
  • ISBN: 3530401544
  • EAN: 9783530401547
  • Amazon.de Verkaufsrang: 341.468
Bestellen Sie über obige Links! Sie fördern dadurch die Digitalisierung weiterer Bücher, da Zeno.org eine Provision von dem Sponsor erhält. Wann immer Sie etwas bestellen möchten - prüfen Sie vorher die Millionen von Angeboten, die im Zeno.org-Shop beschrieben sind. Bookmarken Sie die Einstiegsseite in den Zeno.org-Shop für spätere Gelegenheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beschreibung von buecher.de

Sie leben wie Fremde unter uns
Sie wirken, als seien sie ständig auf der Suche, sind impulsiv, hyperaktiv. Sie ritzen und schneiden sich, hungern sich manchmal beinahe zu Tode: Kinder einer halt- und schutzlosen Generation, Verstörte und Störenfriede in einer glitzernden Medienwelt. Wer sind diese Kinder und Jugendlichen, die häufig in auf den ersten Blick harmonischen Familien aufwachsen, denen dennoch etwas Entscheidendes fehlt?
In eindrucksvollen Fallgeschichten zeichnet Wolfgang Bergmann das Psychogramm einer Generation, die in hohem Maß durch die zeitgenössische Medienwelt mit ihren Idealbildern geprägt ist. Klar und schonungslos benennt er die eigentlichen Ursachen dafür, dass Kinder zu Zappelphilippen oder magersüchtigen Narzissten werden. Und macht dennoch Mut, wenn er Eltern wieder lehrt, rückhaltlos ihrer natürlichen Elternliebe zu vertrauen.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Detlef Rüsch fanden 27 von 31 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Portrait pädagogischer Phänomene: eingrenzen und einmischen

Der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann hat mit seinem neuesten Buch ein sehr detailreiches Portrait der Kindheit im modernen Deutschland gezeichnet.

Äußerst facettenreich schildert er diverse Störungen und Fehlentwicklungen bei Kindern, die in den vergangenen Jahren seine Praxis besucht haben.

Zudem bringt Bergmann zahlreiche persönliche Erfahrungen und Beobachtungen beim Umgang mit Kindern mit in dieses Portrait ein.

Hierbei umrahmt der Autor zunächst die gegenwärtige Lage der Kinder und der Gesellschaft überhaupt. Die Lebensbedingungen der Eltern finden hierbei ebenso Berücksichtigung wie auch die Ausgestaltung der erzieherischen Institutionen und ihrer pädagogischen Mitarbeiter/-innen.

In den drei großen Kapiteln über Essstörungen, Hyperaktivität und Gewalt (insbesondere Selbstverletzung) bei Kindern und Jugendlichen vermag der Autor die Feinheiten in den (Alltags-)Lebensgeschichten auszumalen. Hierbei werden die Licht- und Schattenseiten einer modernen Kindheit überaus deutlich.

Zahlreiche Erläuterungen und Erklärungen von Wolfgang Bergmann münden in die Erkenntnis, dass Kindern wieder mehr Grenzen, Eltern mehr Kompetenz und unserer Gesellschaft mehr Einmischung und Gestaltungskraft zugemutet werden sollten. Hierbei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf eher psychologischen als pädagogisch oder politisch ausgerichteten Erkenntnissen.

Die Bandbreite der Ausführungen des Kinderpsychologen zeugen von grundlegendem Wissen über die medialen, umweltbezogenen, häuslichen, biographischen und letzten Endes gesamtgesellschaftlichen Bedingungsfaktoren zur Aufführung des „Dramas einer modernen Kindheit".

Leider sind die Ausführungen teils sehr ins Detail gehend und zum anderen fehlt stellenweise eine konkretere Strukturierung.

Hier wäre eine sorgfältigere Kapiteleinteilung mit weniger Fall- und Szenenbeschreibungen - auch hinsichtlich der Leserlichkeit - eine wesentliche Bereicherung gewesen. An Stelle dieser vielen Fallgeschichten hätten konkretere Vorschläge zur Vermeidung von Fehlentwicklungen und mehr Hinweise für wirkungsvolle, realitätsbezogene und alltagstaugliche Interventionen im erzieherischen Alltag bei Kindern das Buch hervorragend abgerundet.

Dieses aufgezeigte Bild des modernen Kindes könnte mit mehr Tiefenschärfe gezeichnet sein und sollte im Zeitalter der digitalen Multioptionen vielfältigere Möglichkeiten im Blick haben.

Wenn alle Beteiligten an diesen der jeweiligen Wirklichkeit angepassten Bildern weiter arbeiten, dann kann ein buntes Werk entstehen, welches neben den Unzulänglichkeiten ebenso auch Potentiale einbezieht.

Wenn wir nach dieser vorgelegten Problempalette zu mehr Lösungsschritten hingelangen, dann ist dieses Buch ein guter Anfang; ansonsten nimmt das Drama wohl einen weniger erfreulichen Verlauf.

Möge „das Drama des modernen Kindes" mit dem „Prinzip Hoffnung der modernen Menschheit" eine hilfreiche Fortsetzung finden...

Diese Rezension von Stefanie Schulze fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Etwas Subejktiver Erfahrungsbericht aber durchaus Wissenschaftlich tragbar

Herr Bergmann, ist nach seinem Buch zu urteilen ein genialer Kinderpsychologe. Er führt viele Fallbeispiele in seinem Buch über Kinder mit psychischen Störungen die er in seiner Praxis behandelt auf und überzeugt dabei den Leser durch sein außerordentliches talent die Kinder wirklich in ihrem individuellen Wesen und ihren individuellen Problemen zu "sehen". einige Beispiele über die Probleme in unserer Gesellschaft sind zwar etwas subjektiv und erwecken den Anschein von dem Anspruch totalitär zu sein, jedoch kann man ihm diese kleine Menschlichkeit problemlos lassen und darüber hinwegsehen.

Mehr Gehör für Menschen wie Bergmann, die wirklich etwas zu den Problemen unserer Zeit zu sagen haben- würde vielleicht einen kleinen Wandel im Denken so mancher Menschen bewirken.

ich gebe diesem Buch vier Sterne und empfehle es mit Freude weiter.

Diese Rezension von www-kulturkueche-de fanden 17 von 24 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Plädoyer fürs auf den Tisch hauen

...In der Praxis des Hannoveraner Wolfgang Bergmann landeten in den vergangenen Jahren viele junge Patienten, die mit Lernschwierigkeiten, Magersucht, Hyperaktivität, Selbstverletzung und anderen besorgniserregenden Verhaltensauffälligkeiten zu kämpfen haben. Ergänzt durch Beobachtungen auf Schulhöfen und Spielplätzen hat der Psychologe derlei eindringliche Fallbeispiele in "Das Drama des modernen Kindes" zusammengetragen und versucht, Ursprünge dieser Probleme nachzuzeichnen.In einer betont emotionalen Sprache und in Ich-Form geschrieben, die dem Buch einen authentischen Charakter beschert, kommt Bergmann so zu dem Schluss, dass gesunde Autorität seitens der Eltern und Lehrer einer der wichtigsten Faktoren bei der Erziehung ist. Keine unbedingt neue These. Etwas interessanter erscheint da seine Auseinandersetzung mit dem Modethema "ADS" (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom), das immer öfter schreibschwache oder unruhige, fordernde, undisziplinierte, manchmal sogar aggressive Kinder über einen Kamm schert. Der Autor bemängelt in seinem "Hyperaktivität, Selbstverletzung, Magersucht" untertiteltem Buch ferner diverse Betreuungskonzepte. Obwohl Pädagogen bei ihren Konferenzen seit Jahren über diese Themen diskutieren, gebe es keine "solide begründeten, wirksamen Lehrer-Fortbildungen". Auch Politiker interessieren sich nicht dafür. Dabei mehren sich auch fernab von Erfurt Berichte über die Zunahme von gewalttätigen Ausschreitungen an bundesdeutschen Schulen. Solange die "Kinderfeindlichkeit" der hiesigen Gesellschaft - die "in die Verästelungen der sozialen Gesetzgebung, der Steuerregulierung, der Ausstattung kommunaler Einrichtungen, der Wertigkeit von Kindern im beruflichen Ansehen von Vätern und Müttern, bis in die Schulen mit ihren erstarrten antimodernen Tendenzen" reicht -nicht abnimmt, bleibt Bergmann pessimistisch...

Das Drama des modernen Kindes



Bookmarks
delicious wong linkarena google