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Ein Musikfilm über die Abschiedsvorstellung des Folkrock-Ensembles 'The Band' 1976, das dazu eine ganze Anzahl von Kollegen einlud. Ergänzt durch Interviews.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Fox The Last Waltz - C.E., USK/FSK: 6+ VÃ-Datum: 01.09.03
Martin Scorseses im Jahr 1978 entstandener, ausgesprochen eleganter Konzertfilm mischt dokumentarisches Material mit neu entstandenen Aufnahmen vom -- zumindest was die Originalbesetzung anbetrifft -- letzten offiziellen Konzert von The Band. Scorsese filmt die Band-Mitglieder und die zahlreichen Gastmusiker mit der gleichen Begeisterungfähigkeit und dem gleichen Fingerspitzengefühl, die seine späteren Spielfilme, wie etwa Die Farbe des Geldes oder Goodfellas, auszeichnen sollten. Darüber hinaus erweist er sich im Gespräch mit den Musikern als ausgezeichneter Interviewer. Das wird besonders bei Frauenschwarm Robbie Robertson deutlich, der mit seinem Schlafzimmerblick gerade in den Großaufnahmen als Star in Erscheinung tritt. Der Knaller ist jedoch die Bühnenshow selbst, bei der eine nicht enden wollende Phalanx an Rock-Legenden (Van Morrison, Joni Mitchell, Paul Butterfield, Bob Dylan u.v.a.m.) gemeinsam mit The Band vor einem begeisterten Publikum abrockt. --Tom Keogh
Gute DVD-Umsetzung eines Meilensteins der Konzertfilms"The Last Waltz" ist sicherlich mehr ein Einblick in die US-amerikanische Musikgeschichte der späten 1960er und frühen 1970er, denn ein reines Konzert von "The Band". Dazu tragen schon die reihenweise auftretenen Gastmusiker (Neil Young, Bob Dylan, Eric Clapton, Ringo Starr uvm.) bei, und jeder populäre Musikstil der damaligen Zeit scheint vertreten. Zwischen einzelnen Konzertsequenzen erzählen die Musiker von "The Band" (insbesondere Robbie Robertson) ihrem Freund Marty (Regisseur Martin Scorsese, u.a. Hexenkessel, GoodFellas, Die Farbe des Geldes, Gangs Of New York) Anekdoten aus der Musik- und auch aus der Bandhistorie, was ja nicht immer voneinander zu trennen ist. Eigentlich stehe ich dem Herausgerissenwerden durch Interviews sehr skeptisch gegenüber. Bei diesem Film funktioniert es erstaunlich gut die Atmosphäre zu erhalten, was sicherlich auch an der Kürze und dem Informationswert der Statements liegt. Die technische Seite der DVD ist ebenfalls gut. Bild und Ton sind tadellos für einen Konzertfilm aus den 1970ern, einem aufpolierten Kinofilm würdig. Die deutschen Untertitel liefern die deutsche Übersetzung der Interviewsequenzen und die englischen Liedtexte, genau wie ich es mir wünsche. Wer sich nur für die Musik interessiert, der sollte sich die 4-CD-Expanded-Box von "The Last Waltz" anschauen. Dort ist viel Lied-Material zu finden, welches nicht in den Film hineingekommen ist. Vielleicht wird ja irgendwann einmal auch das Filmmaterial zum zusätzlichen Tonmaterial wiedergefunden und zu einem Expanded-Film zusammengefügt, aber das ist hypothetische Zukunftsmusik.
Mehr als ein DokumentarfilmAls Konzertfilm ist The Last Waltz das beste, was ich jemals gesehen habe; das Dokument eines legendären Konzertes, eine kleine Geschichte der amerikanischen Roclmusik . Gleich auf mehreren Ebenen schafft Scorsese Intensität; die gefilmten Auftritte auf der Bühne, wo ihm nicht die kleinsten Gesten entgehen, in den Interviews, die eine seltsame persönliche Nähe zu den Musikern schaffen und gerade in den Sprüngen zwischen den Zeiten, denn die Intervies sind lange nach dem Abschiedskonzert aufgenommen und die einzelnen Konzertausschnitte sind präzise auf bestimmten Themen des Interviews abgestimmt. Unvergeßlich die Auftritte von Van Morrison und Bob Dylan. Das ist mehr als ein Dokuimentarfilm, denn Scorsese hat auch ein Gefühl für die mythische Schönheit dieser Musik.
Dokumentation Ende einer musikalischen ÄraDiese DVD ist ein einmaliges musikalischen Erlebnis. In diesem Konzert wird für mich irgendwie das Ende einer Musikära der Rockgeschichte dokumentiert. Die Großen des urwüchsigen Rocks verschwanden Mitte der 70er Jahre in der Versenkung oder lösten sich auf. Es begann das Diskozeitalter und die Zeit der kommerzgetriebenen Rock- und Popmusik (natürlich gibt es Ausnahmen).
Im Konzert auf dieser DVD sind die Wuzeln der urwüchsigen Rock zu bewundern: Der Blues von Muddy Waters, die Songs von Bob Dylan, die Gitarre Eric Claptons, die Stimme Van Morrisons und dazu The Band, die mit ihrer Musik all diese Quellen auf den Punkt bringen, und dies in genialer Musikalität. Das Dekatenz ausstrahlende Bühnenbild unterstreicht diese Atmosphäre noch.
Die Interviews mit den Musikern und vor allem auch das Interview mit Scorsese über das Abenteuer der Entstehung dieses Films machen die DVD zu einem beeindruckenden Erlebnis. Ich habe den Film vor 28 Jahren im Kino gesehen, die DVD bringt dieses Erlebnis in Top Qualität rüber.
Die kürzesten 112 Minuten seit langemThe Last Waltz hat einfach alles, was man von einer solchen DVD erwarten kann. Sie gibt die Stimmung eines der legendärsten Konzerte perfekt wieder, zeigt aber auch viele Hintergrund-Geschichten, die den Film auch noch extrem kurzweilig und spannend machen. Wer will kann sich die Anektdoten mit deutschen Untertiteln anzeigen lassen, bei den Songs werden dann automatisch die Liedtexte im englischen angezeigt. Ganz gleich was man nun betrachtet: Die Musik von The Band, die Auftritte von Rock-Legenden wie Neil Young, Eric Clapton, Muddy Waters, Dr. John, etc., die Regie von Martin Scorsese, alles hätte weit mehr als 5 Sterne verdient. Einer stellte freilich dennoch noch alle in den Schatten: Bob Dylan. Sellten wurde sein Einfluss auf die Musik deutlicher als hier. Alles in allem eine DVD, die man jedem nur ans Herz legen kann. Wehrmutstropfen gibt es für mich nur zwei: 112 Minuten sind bei einem solch kurzweiligen Film sehr schnell vorbei und fünf Sterne eigentlich zu wenig.
Die Band - in memoriamDie musikalischen Erfahrungen meiner Generation wurden unter anderem auch von der amerikanischen Rockgruppe "The Band" geprägt.
1976 gab die Band in San Francisco ihr offizielles Abschiedskonzert. Martin Scorcese hat darüber einen sehr schönen Film gemacht, der nun endlich auf einer mit vielen Extras versehenen DVD vorliegt.Die einfühlsame Kamera lebt gleichermaßen mit der Musik und den Musikern. Ohne zusätzlichen technischen Schnickschnack konzentriert sie sich ausschliesslich auf das Bühnengeschehen. Geschickt verknüpft der Film ausgewählte Musikpassagen mit Interviews der Bandmitglieder. Diese bilden gleichsam den roten Faden und geben dem Film eine inhaltliche Struktur. So erlebt man die Lieder als Zeitreise in die Geschichte der Band.Zahlreiche Gäste erwiesen an diesem Thanksgiving Day der Band ihre Referenz: Bob Dylan (der die Band mitprägte und zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als 10 Jahren mit der Gruppe gearbeitet hatte), Muddy Waters mit einem erstaunlichen "Mannish Boy", ein ekstatischer Van Morrison, Joni Mitchell und viele andere.
Doch die Stars des Films, seine Akteure sind die Band.
Dieser großartige Konzertfilm zeigt die überbordende Spielfreude und die einzigartige Ensembleleistung dieser fünf überragenden, unvergessenen Musiker - und man erlebt noch einmal die Lieder, die heute allesamt Klassiker des Rock`n Roll sind.Was nun fast 30 Jahre zurück liegt - der Film ruft es noch einmal in Erinnerung.