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20 x MordWer sich gern nach des Alltags Last und Frust und Einerlei in die Welt handfester Schlechtigkeiten entführen lassen will - sei es zur Unterhaltung oder zur inneren Würdigung der eigenen Werte -, der findet im Kurzkrimi eventuell die seelische Ausgeglichenheit für einen erholsamen Schlaf. Meist siegt im Krimi ja auch das Gute, und das ist ungemein beruhigend, - aber Verlass ist darauf heute auch nicht mehr... Und eben das sorgt für ein weiteres Spannungselement.Selbstverständlich kann man Kurzkrimis nicht nur als Einschlafstimulanz lesen sondern auch zu anderen Tageszeiten...Werden mehrere Kurzgeschichten verschiedener Autorinnen und Autoren zu einem Buch zusammengefasst, nennt man dies eine Anthologie. Und um eine solche handelt es sich bei der jüngst im Kontrast-Verlag, Pfalzfeld, erschienen Krimi-Sammlung „Mord(s)fälle". Das in Klammern gesetzte „s" generiert die Doppeldeutigkeit: Es geht um Mord (was nicht verwundert) und um mordsmäßig interessante Geschichten (was in diesem Buch meistens auch zutrifft) Auf dem Cover finden wir eine dicke „1", was darauf hindeutet, dass irgendwann ein Band 2 geplant ist.Das Buch entstand aus einer Ausschreibung des Verlages im Internet. Wer einen interessanten Krimi geschrieben hatte, konnte ihn einreichen. Nach einer Vorauswahl wurden die einzelnen Texte bewertet durch einen Schriftsteller, einen Kriminalbeamten und ein Verlagsmitglied. Die besten 20 Beiträge von weit über 200 Einsendungen wurden dann in „Mord(s)fälle" veröffentlicht.Ein Kompliment verdient die Vielseitigkeit, die wohl bei der Auswahl auch eine Rolle spielte. Hier ähnelt kein Krimi dem anderen, weder inhaltlich noch in der Schreibweise. Da werden mit bloßen Händen, Giften, Messern, Pistolen und Revolvern wenig geschätzte Mitmenschen ins Jenseits befördert. Mal geschieht dies sachlich kühl, mal zynisch, manchmal mischen sich schwarzer Humor und Erotik darunter. Doch alle Geschichten sind lesenswert und unterhaltsam. Schmunzeln lässt schon die erste Geschichte von Heinz-Peter Baecker mit dem Titel „Die Gebrauchsanleitung." Da setzt ein Verleger doch tatsächlich die Mordidee seines Autors in die Tat um... Also, auch ein Hauch Selbstironie des Verlages ist in diesem Buch zu finden. Irgendwo begegnen wir übrigens auch der Kommissarin Marion Zelenka, an deren virtueller Existenz ich nicht ganz unschuldig bin.Ein wenig Kritik muss ich anbringen zum Lektorat. Egal, ob man nun ein Anhänger der alten oder der neuen Rechtschreibung ist, hier wäre mehr Aufmerksamkeit wünschenswert gewesen. Man glaubt da manchmal den Termindruck zu spüren, das fertige Buch auf der letzten Frankfurter Buchmesse präsentieren zu können. Da passieren dann auch „Verschlimmbesserungen", wenn beispielsweise aus dem Autoren-Original „Not-Aus" ein „Non-Stop" gemacht werden soll, jedoch im gedruckten Text durch einen Dreher ein „Not-Spot" daraus wird.Abgesehen von diesen Äußerlichkeiten unterhält das Buch recht gut, auch für den kleinen "literarischen Hunger zwischendurch". Neulich las ich eine Betrachtung, dass so richtige eingefleischte Krimifans in der realen Verbrechensstatistik weit unter Durchschnitt in Erscheinung treten. Seht ihr, - die wissen halt, was sie tun oder besser nicht tun! Mögen diese „Mord(s)fälle" also - ganz im Gegensatz zur ersten Geschichte in dem Buch - auch erzieherisch wirken!
Spannend, unterhaltend und ein frischer WindEin wirklich unterhaltsames neues Buch. Faszinierende Mordfaelle in den unterschiedlichsten Milieus. Besonders interessant ist ENDSTATATION SIN CITY, welches einen Mord im Las Vegas Superhotel wider spiegelt. Saudi Millionaer, Sin City und eine Handlung mit "Twist".
Ich finde das Buch Mordsfaelle bringt einen frischen Wind in die deutsche Buchszene.
abstrakte mordeUnterhaltsame, spannende Krimis. Leichen am Schreibtisch oder im Casino. Manchmal etwas unter der "Guertellinie". Aber fuer jeden Geschmack ist etwas dabei.